"The Secrets of da Vinci - Das verbotene Manuskript" Wo Mona Lisa zuerst lächelte ...


Da Vinci hat Hochkonjunktur! Ist es ein Sakrileg, wenn die Kheops Studios ihr Knobelspiel um das italienische Renaissance-Genie fast zeitgleich mit dem Dan-Brown-Kinostreifen herausbringen?

Der junge Valdo ging bei Francesco Melzi in die Lehre, der seinerseits ein Schüler des großen Leonardo da Vinci war. Ein paar Jahre nach dem Tod des Universal-Genies wird Ersterer von einem geheimnisvollen Fremden beauftragt, verschollene Schriftstücke des Meisters aufzuspüren. Dazu begibt er sich zum Chateau du Clos Lucé in Frankreich. In dem stattlichen Anwesen nahe Amboise an der Loire verbrachte da Vinci seine letzten Lebensjahre ...

Das Schloss gibt es wirklich - die Grafiker der Kheops Studios haben es für "The Secrets of da Vinci" eins zu eins nachgebildet und das Interieur so gestaltet, wie es zu da Vincis Zeiten ausgesehen haben mag. Die ungeheuer stimmungsvolle Render-Umsetzung von Leonardos Lebensraum bildet das Setting für eine ganze Reihe von intelligenten Tüfteleien, die zu einem großen Teil auf den Werken des Meisters beruhen.

Valdo betritt das Haus, lässt den Blick (per Mausbewegung) durch die Räumlichkeiten schweifen und macht sich zunächst auf die Suche nach Leonardos Arbeitszimmer. Schon bei dieser Aufgabe stellen sich ihm Hindernisse in den Weg: Er muss zunächst den Schlüssel finden, den der Erfinder an einem unbekannten Ort deponierte. Freundlicherweise hinterließ er dem Besucher dazu einige geheimnisvolle Hinweise.

Unterwegs sammelt Valdo jede Menge Gegenstände ein und verstaut sie in seinem überbordenden Inventar. In klassischer Adventure-Tradition werden diese im Verlauf des Spiels benötigt, um Rätsel zu lösen. Dem Protagonisten bieten sich oft unterschiedliche Möglichkeiten an, eine Aufgabe zu meistern - so kann er beispielsweise auch ohne Schlüssel in Räume gelangen, indem er über eine Leiter durchs Fenster einsteigt.

Die Puzzles, an denen sich der Spieler in da Vincis Schlösschen die Zähne ausbeißen darf, orientieren sich in der Machart am großen Vorbild "Myst". Sie fordern Grips, die Kombinationsgabe eines McGyvers und manchmal auch eine Schreinerausbildung, sind aber letztlich größtenteils logisch nachvollziehbar. Wer gerne ruhig und ohne Hektik vor sich hin knobelt, dem verspricht "The Secrets of da Vinci" eine ordentliche Portion Spielspaß - zumal sich die optische Präsentation sehen lassen kann, wenn auch an Animationen gespart wurde.

The Secrets of da Vinci - Das verbotene Manuskript

Hersteller/Vertrieb

Kheops/nobilis

Genre

Adventure

Plattform

PC

Preis

ca. 40 Euro

Altersfreigabe

o. A.

Der Kammermusik-Soundtrack ist zwar stilecht, aber nervt auf Dauer. Besonders, wenn der Rätselfan feststellen muss, dass es nicht möglich ist, die Musik auszuschalten. Leider lässt auch die Sprachausgabe aufgrund von Lautstärkeschwankungen zu wünschen übrig. Den Entwicklern ist alles in allem zwar eine thematisch trittbrettfahrende, aber sympathische Einführung in die Welt Leonardos gelungen, deren Handlung sich in keinster Weise an der Kino- oder Buchvorlage orientiert.

Herbert Aichinger/Teleschau TELESCHAU

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