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"TouchWall": Wenn Wände zum Leben erwachen

Microsofts neue TouchWall soll nach jahrelanger Entwicklung Windows erlebbarer machen. Ein Informatikstudent aus den USA hat diese Technologie mit seiner Nintendo Wii nachgebaut und Ideen entwickelt, die die Spieleindustrie revolutionieren könnten. stern.de verrät, was sie für ihre eigene Touchwall brauchen.

Von Felix Disselhoff

Wenn eine neue bahnbrechende Technologie die Labors verlässt, lassen es sich die Großen der Software-Industrie nicht nehmen, das neue Schmuckstück selbst vorzustellen. Auf dem Microsoft CEO Summit vergangene Woche in Redmond präsentierte Microsoft-Firmengründer Bill Gates seinen neuen Multitouch-Computer. Vor 115 Firmenchefs aus 26 Ländern. Bedient wird das "TouchWall"-System über einen großen berührungsempfindlichen Bildschirm. Fast wie im Science-Fiction-Blockbuster "Minority Report" bedient der User ein System durch Handbewegungen, streicht wie ein Maler über eine Leinwand. Tastaturen und Mäuse sollen der Vergangenheit angehören.

Im Gegensatz zum Multitouch-Tisch "Surface" arbeitet "TouchWall" mit einem einfacheren mechanischen System. Bei Surface scannen mehrere Kameras die Oberfläche des Tisches von unten ab und erkennen, was sich auf ihr befindet und ob es bewegt wird. Die TouchWall dagegen funktioniert mit drei Infrarot-Lasern, die eine Oberfläche abtasten. Eine Kamera registriert, wenn einer der drei Laser unterbrochen wird. Die Informationen werden dann an die Software weitergeleitet. Somit kann der User auch mehr als eine Hand benutzen und so, wie auf Apples Iphone, in Bilder hineinzommen oder durch E-Mails scrollen.

Ganze Wände als Projektionsfläche

Die einzige Grenze für die Größe der Bedienoberfläche setzen also die Projektoren. Denkbar wären auch ganze Wände, die als Touchscreen fungieren. Während die Surface-Technik rund 10.000 Dollar kosten würde, wäre ein TouchWall-System mit einigen Hundert Dollar vergleichsweise preiswert. Auf dem TouchWall läuft ein Betriebssystem namens Plex, das eine Weiterentwicklung der Standard-Version von Windows Vista ist.

Die Technik eignet sich in erster Linie für Präsentationen. Einziger Nachteil: Die Zuschauer sehen den Moderator nur von hinten, wenn er vor der Wand hantiert. Noch hat Microsoft keine konkreten Pläne für die Produktion und den Verkauf der TouchWall. Der praktische Nutzen und die geringen Produktionskosten im Vergleich zu Surface könnten aber zur Serienproduktion ermuntern.

Wieder einmal scheint die Realität also die Technik-Träume aus Hollywood beinahe eingeholt zu haben. Aber nur beinahe. Immer noch braucht der User eine Fläche, die er mit seinen Händen berühren muss. Nichtsdestotrotz hat Microsoft vermutlich Millionen in die Entwicklung ihrer TouchWall gesteckt.

Nintendos Wii sinnvoll nutzen

Johnny Chung Lee, Student an der Carnegie Mellon Universität im amerikanischen Pittsburgh, entlockt das wahrscheinlich nur ein müdes Lächeln. Er hat das gemacht, was sich viele Mütter von ihren Söhnen wünschen. Er benutzt seine Nintendo Wii nicht nur zum spielen, sondern als digitale Zeichentafel, um Objekte auf Bildschirmen dreidimensional zu betrachten und sogar als über Handgesten gesteuertes Betriebssystem. Dafür braucht er von seiner Spielekonsole nur die Wii-Fernsteuerung. Diese besitzt in ihrer Front eine Infrarotkamera, die ihre Bewegungen mit dem Infrarotbalken abgleicht, den man gewöhnlich auf dem Fernseher ablegen muss.

Da die menschlichen Finger nicht genug Infrarotlicht reflektieren, um von der Kamera erkannt zu werden, muss lediglich ein Infrarot-LED-Feld mit einem Loch in der Mitte auf dem Fernseher oder einem Monitor positioniert werden. Die entsprechenden Teile gibt es in jedem Elektronik-Fachmarkt. In die Mitte des LED-Feldes wird die Wii-Fernbedienung gelegt. Jetzt können mehr Infrarotwellen von den Fingern zurückgeworfen werden, die nun direkt auf die kleine Kamera der Wii-Remote treffen.

Um diesen Effekt noch zu verstärken, hat Johnny Chung Lee die Spitzen seiner Finger mit reflektierender Folie bedeckt. Diese gibt es im Baumarkt für weniger als fünf Euro. Die Technik kann beispielsweise dazu genutzt werden, mit zwei Fingern an Objekte oder Kartenmaterial heranzuzoomen, Ordner oder Bilder auf dem Desktop von einer Stelle an eine andere zu werfen oder um blitzschnell per Handbewegung durch mehrere Festplattenordner zu navigieren. Und das für weniger als zehn Euro.

Doch damit nicht genug. Um eine Wand als interaktiven Monitor zu nutzen, braucht der erfinderische Informatikstudent nur einen Beamer, seine Wii-Remote, einen Infrarotstift und natürlich eine Wand. Wie aus einem normalen Kugelschreiber ein Stift mit einer Infrarotleuchte wird, erklärt er in diesem You-Tube-Video und auf seiner Webseite.

Virtual Reality reloaded

Was nun selbst Microsofts Entwickler neidisch machen könnte, ist das, was Chung Lee "Headtracking" nennt. Und was die klobigen "Virtual Reality"-Brillen, die einige User noch in ihren Schubladen haben dürften, vollends in den Schatten stellt. Mit Hilfe einer Sportbrille, die mit zwei Infrarot-LEDs ausgestattet ist und der Wii-Fernbedienung werden unbewegliche und flache Desktops lebendig. Die Infrarotkamera misst dabei die Position des Kopfes, auf dem sich die Brille mit den LEDs befindet, zur Kamera und gibt diese Information an die Wii weiter. Diese kann wiederum mit dem Computer verbunden werden. Jetzt kann der User beispielsweise in normalen Fotos nach links oder rechts schauen, indem er einfach seinen Kopf bewegt. Bewegt er sich näher an den Bildschirm oder Fernseher, gelangt er auch näher an das Objekt auf dem Foto.

So könnten Computerspiele noch realistischer werden: Um sich vor gegnerischen Truppen zu ducken, müsste sich der Spieler jetzt wie im richtigen Leben ducken. Oder er schaut mit einer Kopfbewegung um die Ecke, um nach Angreifern Ausschau zu halten.

Woran der umtriebige Student, der sich auf die Interaktion zwischen Mensch und Computer spezialisiert hat, noch arbeitet? An faltbaren Displays, tragbaren projizierten Whiteboards und interagierenden, sich selbst erklärenden Objekten. Ganz nebenbei gilt er als Erfinder der 14-Dollar-Steadycam (Neupreis: bis 1000 Euro). Ein System, um verwackelten Videoaufnahmen entgegenzuwirken. Johnny Chung Lee und seine Erfindungen zeigen, dass simple Ideen und preiswerte Technik immense Forschungsetats und aufwändige Hardware pulverisieren können. Ein klares 1:0 für Chung Lee in der digitalen Version von David gegen Goliath.

Kann ich mich auf Geschwindigkeitsanzeige FritzBox verlassen?
Hallo zusammen, erstmal herzlichen Dank für die Leute, die sich Zeit nehmen Fragen zu beantworten oder ihre Erfahrungen mit anderen teilen. Das ist oft hlifreich, wenn man sich nicht so auskennt. Ich hoffe, dass mir jemand weiterhelfen kann. Die Telekom hat hier nach langer und ersehnter Zeit schnelle Leitungen verlegt. Mitarbeiter waren auch zu Besuch da und auch nett:-) Sie wollten ja auch, dass ich von 1und1 wieder zurück wechsel. Das ist für mich in Ordnung und gehört zum Wettbewerb. Da jedoch die Mitarbeiter mir sagten, dass die Telekom für paar Jahre das Vorrecht hätte, könnte ich schnelles Internet nur über Telekom beziehen. Sprich entweder Telekom und schnelles Internet oder langsames Internet. Da habe ich im Internet recherchiert und rausgefunden, dass das so nicht mehr stimmt. Das war der Grund, warum ich dann bei 1und1 DSL100 abgeschlossen habe, da man mir am Telefon gesagt, dass es ohne Probleme möglich wäre. Nun ist es jedoch so, dass wir gar nicht so merken, dass unser Internet schneller ist. Gerade in der oberen Etage kann man nicht ohne Router surfen oder Sky über Internet Fernsehen. Nun meine Frage: Bei der Fritzbox wird es jedoch angezeigt. Kann ich mich drauf verlassen? Oder wie macht ihr eure Messungen? Ich weiss, dass es Software gibt, aber der feste Rechner ist bereits alt und hat einen alten Internet Explorer drauf. Wenn ich mit einem Laptop im Wlan mich reinhänge, wird sicher die Geschwindigkeit sowieso niedriger und nicht verwertbar sein, oder? Vielen Dank für die Antworten.