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"Tourist Trophy": "Gran Turismo" auf zwei Rädern

Es liegt so nahe, und doch hat es Jahre gedauert, bis den Entwicklern von "Gran Turismo" aufgefallen ist, dass die bewährte Spielmechanik auch einer Motorrad-Simulation Flügel verleihen kann. Das Ergebnis gibt ihnen Recht.

Nicht überall, wo "Tourist Trophy" draufsteht, ist auch "Tourist Trophy" drin. Fans des Motorrad-Rennsports wissen, dass der Name für eines der ältesten Motorradrennen der Welt steht. Schon seit 99 Jahren zieht der auf der Isle of Man ausgetragene Wettbewerb risikofreudige Zweirad-Fans an. Die Strecke findet sich jedoch nicht im Spiel wieder. Dafür feiert der Playstation2-Spieler ein Wiedersehen mit Kursen, die bis auf eine Ausnahme allesamt aus den bisherigen "Gran Turismo"-Titeln bekannt sind. Verwirrend? Nein, schließlich stecken die "Gran Turismo"-Macher Polyphony Digital hinter "Tourist Trophy" - und allein dies bürgt für atemberaubende Grafik, ultrarealistisch nachgebildete Bikes und eingängiges Gameplay.

Masse und Klasse

Rund 120 aktuelle Motorräder sind im Spiel integriert. Angefangen bei der Europa-Fraktion, die unter anderem von Aprilia, BMW und Triumph repräsentiert wird, über Japan-Bikes wie Honda, Kawasaki und Yamaha, bis hin zur Exoten-Abteilung (Buell, Moriwaki und Yoshimura mit der krassen Custom Hayabusa X-1) - über einen Mangel an fahrbaren Untersätzen muss sich der Spieler wahrlich nicht beschweren. Wie zu erwarten war, steuern sich die einzelnen Maschinen jeweils spürbar anders. Hubraumstarke, entsprechend schwere Bikes sind auf der Geraden kaum einzuholen, auf kurvigen Strecken haben sie jedoch deutliche Nachteile. Das genaue Gegenteil trifft auf die "kleineren", wesentlich agileren 125-ccm-Modelle zu.

Tourist Trophy - The Real Riding Simulator

Hersteller/Vertrieb

Polyphony Digital/Sony

Genre

Rennspiel

Plattform

PS2

Preis

ca. 60 Euro

Altersfreigabe

o.A.

Im Gegensatz zu "Grand Turismo" verdient der "Tourist Trophy"-Spieler im Karriere-Modus kein Geld. Neue Motorräder gibt es für Rennsiege und das erfolgreiche Absolvieren diverser Herausforderungen. Um aber überhaupt zu Rennen zugelassen zu werden, muss der Spieler - man ahnt es bereits - über die nötigen Lizenzen ("Anfänger", "Junior", "Experte" und "Spezial") verfügen. Die dabei zu bewältigenden Übungen sind ebenfalls an "GT" angelehnt und drehen sich allesamt um das fehlerfreie Fahren. Der Schwierigkeitsgrad ist moderat, so dass auch weniger erfahrene Zocker schnell zu ersten Erfolgserlebnissen kommen.

Easy Rider

Alles andere als schwer sind aber auch die eigentlichen Rennen. Zwar machen die CPU-gesteuerten Fahrer kaum Fehler, dafür wirken sich Stürze bei weitem nicht so gravierend aus, wie das in der Realität der Fall wäre. Landet der "Tourist Trophy"-Biker in der Botanik, verliert er höchstens ein paar Sekunden, nicht jedoch sein virtuelles Leben. Probleme gibt es nur dann, wenn die Gegner auf stärkeren Maschinen sitzen. In solchen Situationen hilft nicht einmal perfektes Fahren weiter, da der Spieler auf den Geraden immer den Kürzeren zieht.

Tuningoptionen sind auch dabei, allerdings sind diese naturgemäß nicht so vielfältig, wie bei Autorennspielen. Schwach: Mangels Online-Komponente können maximal zwei Spieler an einer Konsole gegeneinander antreten.

Artur Hoffmann/Teleschau / TELESCHAU
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