HOME

"Wall-E - Der Letzte räumt die Erde auf": Ein Häufchen Elend

Während "Wall-E" im Kino für Begeisterung sorgt, ist auf der Heimkonsole einmal mehr Tristesse angesagt. Wer sammelt eigentlich den ganzen virtuellen Schrott auf, den halbgare Filmumsetzungen hinterlassen?

Es ist eine Krux mit Filmumsetzungen. Nur selten erreicht die virtuelle Wiederaufbereitung eines zugkräftigen Namens die Qualität seiner cineastischen Vorlage. Auch bei "Wall-E" ist die Diskrepanz enorm. Die Geschichte von der putzigen Robotereinheit, die alleine auf der menschenleeren Erde zurückgelassen wurde, um dort den Müll zu entsorgen, ist im Kino der Stoff, aus dem große Unterhaltung für Jung und Alt ist. Beim Spiel drängt sich derweil nur eine Frage auf: Muss das sein?

Statt frische Ideen zu bieten, betreibt "Wall-E" das Recycling uralter Gameplay-Konzepte, die ihre Halbwertszeit längst überschritten haben. So wird der kleine Roboter durch neun ellenlange Kapitel gelotst. Dabei muss er Hindernisse überwinden, auf unruhige Plattformen hüpfen, Schalterrätsel lösten, durch rotierende Röhren kriechen und Auslösevorrichtungen mit unterschiedlich kompakten Müllquadern bewerfen. Etwas mehr Schwung kommt mit der iPod-weißen EVE ins Spiel, mit der man durch die Gegend fliegen und ein bisschen ballern darf.

Gut getimte Gags, Überraschungen, Höhepunkte, erstklassige CGI-Sequenzen und so etwas wie Witz - sprich: sämtliche Stärken des Films - sucht man im ungelenken Spiel allerdings vergebens. Stattdessen regiert die Langeweile - auch grafisch. Grau und Braun sind die dominierenden Farben der grob aufgelösten Texturen. Einzig die Animationen der putzigen Roboter darf man als gelungen bezeichnen. Gegen Konkurrenten wie "Kung-Fu Panda" kann "Wall-E" dennoch nicht bestehen, zumal auch die Steuerung unhandlich ausgefallen ist und die Kamera gelegentlich die gewagtesten Perspektiven wählt - was wiederum dazu führt, dass manche Passagen von jüngeren Zockern kaum bewältigt werden können.

Wall-E - Der letzte räumt die Erde auf

Hersteller/Vertrieb

Heavy Iron Studios/THQ

Genre

Jump & Run

Plattform

PlayStation2, PC, Nintendo DS, PSP, PlayStation3, Wii, Xbox 360

Preis

ca. 50 Euro

Altersfreigabe

Ab 6 Jahren

Wer dennoch dranbleibt, wird nach und nach mit ein paar Gimmicks belohnt: Bilder, Pixar-Souvenirs und zusätzliche Multiplayer-Modi, in denen bis zu vier Spieler gleichzeitig antreten können. Einen Kauf rechtfertigt das allerdings noch lange nicht.

Alexander Hildebrand/Teleschau / TELESCHAU
Themen in diesem Artikel