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Kunst: Ein Häufchen Suri

Während die Öffentlichkeit vergeblich auf erste Lebenszeichen von Suri Cruise wartet, ist ein Künstler nun selbst aktiv geworden. "Suri's Poop" ist ein mit Bronze umhüllter Babyhaufen, den die Eltern neben die Kinderschühchen stellen können.

"Bronzene Babyschuhe sind out, Babyhaufen in Bronze der neue Trend", verkündet die Capla Kesting Gallery stolz auf ihrer Homepage. Daneben abgebildet: in Gold getauchte Babykacke, per Plakette Baby Suri Cruise zugeordnet. Was wie ein schlechter Scherz der prominenten Eltern Katie Holmes und Tom Cruise wirkt, ist ein ernst gemeintes Kunstwerk der New Yorker Galerie. Die Skulptur "Suri's bronzed baby poop" ist ein mit Bronze umhüllter Babyhaufen, befestigt auf einem hölzernen Sockel, beschriftet mit einem Emblem.

Und der Haufen wird nicht nur ausgestellt, man kann ihn sogar ersteigern: Unter der Artikelnummer 200021983816 wird das Werk des Künstlers Daniel Edwards auf Ebay versteigert; das Gebot steht derzeit bei 5100 US-Dollar. Doch David Kesting, Direktor der Kesting Gallery, will noch mehr: Bis zu 30.000 Dollar soll der Haufen einbringen, immerhin könne der Bronzeguss von Babys erstem Haufen ein bedeutungsvolles Andenken für die ganze Familie sein.

Existiert Suri wirklich?

Seit dem 30. August ist die Statue zu besichtigen; sie soll eine Art von Beweis für Suris Existenz sein. Denn bisher haben die prominenten Eltern ihr inzwischen vier Monate altes Töchterchen der Welt vorenthalten, was zu allerlei Spekulationen führte, ob das Kind denn nun wirklich existiere. Von wilden Gerüchten über Suris Aussehen, bis zur Mutmaßung, dass einfach nicht genug Geld für ihre Babyfotos geboten worden sei, reicht die Palette. Inzwischen soll Starfotografin Annie Leibowitz den prominenten Nachwuchs abgelichtet haben, mit hochglänzenden Porträts darf die internationale Presse im Herbst rechnen.

Derweil müssen sich alle Neugierigen mit "Suri's Poop" begnügen. Der Künstler, Daniel Edwards, ist übrigens kein Unbekannter in der Szene: Erst im Juli hatte der Bildhauer im New Yorker Museum of Sex eine nackte Büste der Senatorin Hillary Clinton enthüllt, mit dem prophetischem Titel "Die Präsidentenbüste von Hillary Rodham Clinton: erste weibliche Präsidentin der Vereinigten Staaten von Amerika". Und im April zeigte er, in der Capla Kesting Gallery, eine Skulptur der nackten Britney Spears, wie sie, an einem Tierfell klammernd, ihren Sohn Preston gebärt.

Dass Edwards mit solchen Aktionen zum durchgeknallten Liebling der Medien avanciert, erstaunt nicht. Und auch die Galerie bekommt ihre Portion Aufmerksamkeit. Dabei will sie mit den umstrittenen Kunstwerken nur die Absurdität der Medien bloßstellen, die "den Exkrementen eines Promis mehr Aufmerksamkeit schenken, als Hungersnöten, Gesundheitskrisen und Gesellschaftsproblemen". Noch bis zum 7. September schenken die Kunsthüter der Skulptur einen Platz in ihren Räumen, dann läuft die Aktion auf Ebay aus. Der Erlös soll der Kinderhilfsorganisation "March Of Dimes" zukommen.

pie