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Abgewatscht - der satirische Wochenrückblick: Die peinlichen Verwandten

Während ganz England über Kate Middletons peinliche Verwandtschaft tuschelt, zeigt Carl Gustaf, dass man auch als Royal peinlich sein kann. Rainer Langhans und Ingrid Steeger haben andere Sorgen.

Von Stefan Mielchen

Na, da hat sich die Queen ja eine schöne Verwandtschaft angelacht! Ganz Großbritannien schien in dieser Woche wie besoffen vor Glück, dass Prinz William seine Bürgerliche nun endlich heiraten will. Elizabeth II. dürfte hingegen darüber nachgedacht haben, den Stab ihrer PR-Berater zu erhöhen. Denn die Familie Middleton besteht aus einer Ansammlung von Emporkömmlingen, die royale Nasen weit über die Insel hinaus zum Rümpfen bringt. Kates Verwandtschaft darf mit Fug und Recht als bucklig bezeichnet werden.

Da wäre etwa ihr Onkel Gary, der auf Ibiza gerne die Puppen tanzen lässt und Kate und William gerne mit einem formvollendeten "You fuckers" begrüßt. Auf Garys Partys soll es auch im Hochsommer heftig schneien, während brasilianische Horizontalfachkräfte für die Gäste bereitstehen. Kates Schwester Pippa wiederum schmeißt sich an alles ran, was adelig, reich und bei drei nicht auf den Bäumen ist. Aktuell ist es ein ehemaliger Kricket-Profi, dem sich Pippa mit den Worten "Ich bin übrigens die Schwester von..." an den Hals geworfen haben soll. Bruder James wiederum ist mittlerweile sauer, wenn Paparazzi ihn nicht vor die Flinte nehmen. Nur einmal mochte er keine Fotos: als er stinkbesoffen in einem gepunkteten Frauenkleid abgelichtet wurde.

Auch Kate ist kein Kind von Traurigkeit

Palastinsider ahnen nichts Gutes: "Wenn Kate es in den Buckingham-Palace schafft, kann man darauf wetten, dass Pippa und James dort ein- und ausgehen und sich wie zu Hause fühlen", raunten sich die Hofschranzen schon lange vor der Verlobung zu. Doch selbst wenn die Verwandtschaft draußen bleibt: Auch Kate ist kein Kind von Traurigkeit. Sie und William gelten als Weltmeister im Erzählen schlüpfriger Witze, was Prinz Charles seiner Schwiegertochter in spe hoch anrechnen dürfte. Während des Studiums soll die künftige Thronfolgergattin in St. Andrews zudem auch dem Hobby des "Moonings" gefrönt und ihren nackten Hintern regelmäßig aus dem Fenster gehalten haben. Es wird schon seine Gründe haben, dass zuletzt 1687 eine Bürgerliche den künftigen Herrscher heiraten durfte. Kates Eltern, die mit einem Partyartikelversand zu Millionären wurden, haben sich auf das Großereignis ihrer Tochter ebenfalls eingestellt. Auf Artikel zum Thema "Princess Party" gibt's auf ihrer Website aktuell zehn Prozent Rabatt.

Wieviel Kredit Kollege Carl XVI. Gustaf bei seinem Volk in Schweden noch hat, dürfte die Queen angesichts der drohenden Verhältnisse im eigenen Land herzlich wenig interessieren. In Stockholm geht es derweil drunter und drüber. Mit jedem Satz zu seinem außerehelichen Treiben, den der alte Schwede von sich gibt, verschlimmert Carl Gustaf seine Lage noch. "Ich habe so viel geschossen, dass ich anfange taub zu werden", gab er in dieser Woche zu Protokoll. Ob er damit die gejagten Zwei- oder Vierbeiner meinte, ließ der Monarch indes offen. Wie gut, dass es in dieser heiklen Situation einen gänzlich uneitlen und pressescheuen Freund gibt wie Seine Anmaßung, Prinz Frédéric von Anhalt. Statt mal die Luft anzuhalten, gab er RTL ein Interview: "Meiner Meinung war das so, dass zwischen den beiden ein Abkommen war und Carl Gustaf machen konnte, was er wollte", plapperte Prinz Peinlich darauf los, um immer kryptischer zu werden: "Und er hat halt mit den Mädels so ein bisschen Hallo hier, und da wurde gedrückt und so. Und da fiel schon mal die Zunge raus", wird Fredi zitiert. Da scheint schon mal das Hirn rausgefallen zu sein.

Die Männer sind schuld

Doch nicht allein bei Hofe, auch beim gemeinen Volk geht's lustig zu. Ingrid Steeger etwa fiel in der Vergangenheit immer mal wieder die ein oder andere Brust raus. Ihr Spielfilm-Debüt "Die liebestollen Baronessen" wäre in Schweden heute wieder top-aktuell. Als Gabi Klimbim reüssierte sie später im Charakterfach. Doch das ist lange her - heute ist die Steeger pleite, lebt von Hartz IV. Und wer ist schuld? Na klar, die Männer! "Ich falle immer wieder auf die schwierigste Sorte Männer herein", sagte die 63-Jährige in dieser Woche der "Bunten". Dennoch wolle sie weiter an das Gute glauben - schließlich geht es wieder aufwärts. Derzeit nämlich steht Steegers Telefon nicht still: Ständig riefen Männer an, die ihr Geld geben wollten, berichtet sie. 0190, ick hör' dir trapsen! Keine Nummer unter diesem Anschluss? Der entscheidende Anruf scheint für Steeger noch nicht dabei gewesen zu sein.

Dafür hat Kommune-1-Gründer Rainer Langhans zuletzt öfter mit den Leuten von RTL über sein Fernseh-Gnadenbrot gesprochen. Der 70-Jährige muss seine kärgliche Rente (207 Euro) aufbessern - selbst ein Alt-Hippie kann nicht von Luft und Liebe allein lieben. Ins Dschungelcamp will Langhans aber nur, wenn es dort streng vegetarisch zugeht: "Ich suche keine neue Uschi Obermaier", sagt er. "Sex betrachte ich eher als geistige Übung." Selten hat sich die Generation Viagra so schön selbst beschrieben. Den Fernsehknast im Urwald bezeichnet Langhans als Urform der Kommune: "Man hockt sich Tag und Nacht auf der Pelle und geht sich auf die Nerven", glaubt der Alt-68er. Andere heiraten dafür in den Hochadel ein.