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TV-Kritik

"Die Höhle der Löwen": Ein Häufchen vom Hündchen und die Po-Dusche: Zwischen Flausch und Fäkalien

Zum vorletzten Mal laden die Löwen in ihre Höhle. Dort knabbern sie sich durch veganen Käse, lassen sich von Welpen bespaßen und basteln mit kleinen Kindern. Alles sehr flauschig. Zum Glück gibt's genug Fäkalhumor in der Sendung. 

Dagmar Wöhrl und HappyPo aus Berlin

Frank Thelen mit Hund und Dagmar Wöhrl mit HappyPo

Mit Tieren lässt sich alles verkaufen. Wissen wir ja. Katzenvideos sind der beste Beweis. Und so lässt der Erfinder Marcus König gleich ein ganzes Rudel knuffiger Hundewelpen in der Löwenhöhle los. In einem Bollerwagen. Wie süß! Die Jury gerät völlig aus dem Häuschen, die Zuschauer bestimmt auch. Und dann macht einer der kleinen Racker auch noch ein kapitales direkt vor der Löwenriege. Das traut sich nicht jeder vor fünf Investoren.

Leider macht der Gründer nicht in Hundewelpen, sondern lediglich in rutschfeste Näpfe. Die lassen sich billig produzieren und prima im Handel verkloppen. Richtig, Sie ahnen es schon: Ralf Dümmel blättert 150.000 Euro auf den Tisch und sichert sich 20 Prozent am Napf-Business.

Veganer Käse, getarnt als Fugenkit

Mudar Mannah lernen die Zuschauer durch einen kurzen Clip kennen. In dem walkt der Mann im weißen Schutzanzug eine undefinierbare weiße Masse in einer riesigen Rührschüssel. Offensichtlich Fugenkit. Oder Mörtel. Halt, nein, stimmt gar nicht, diese Zeugs wird später mal veganer Käse. Dafür nutzen die beiden Gründer Mudar Mannah (44) und Rocky Wüst (35) die Milch aus Cashewkernen. Die Löwen beginnen also brav ihre Schnittchen mit Happy Cheeze zu schmieren und probieren sich durch die Produktpalette. Nur Ralf Dümmel mosert, er mag halt keinen Käse.

Schmeckt der Ex-Bauschaum denn wie Käse? "Ja", sagt Judith Williams inbrünstig. "Nein", ergänzt Dagmar Wöhrl. Ja was denn nun? Sicher kann das keiner der Löwen beantworten. Was allerdings wirklich totaler Käse ist, ist die Firmenbewertung, findet Frank Thelen. 4,5 Millionen Euro soll die Bude wert sein. Diese Ansicht teilt er nicht. Und Carsten Maschmeyer schon gar nicht. Dennoch: Die beiden Gründer würden 500.000 Euro locker machen für 30 Prozent der Anteile. Die Käse-Kerle hatten lediglich 10 Prozent angeboten. Egal, sie schlagen ein. Käse gut, alles gut.

Keiner will warme Füße

Dann wird es interessant für alle Frostbeulen (passt zu den aktuellen Temperaturen): Ein Pärchen betritt die Löwenhöhle. Kennengelernt haben sich die beiden auf der Hamburger Reeperbahn. Da sag noch mal einer, dass an klebrigen Tresen bei Astra-Knolle keine Geschäftsideen entstehen. Johanna Wiese (24) und Rustam Ismailov (30) haben beheizbare Einlegesohlen und Mützen entworfen, die via App gesteuert werden können. Klar, die Damen im Rudel probieren die Kuschelpolster der Firma Vulpés gleich aus. Und Maschmeyer erzählt von seinem klirrend kalten Winter bei der Bundeswehr und seinen Füßen, die er am liebsten im Feuer geparkt hätte. Doch bei einer Unternehmensbewertung von zwei Millionen Euro bekommt der gestandene Investor "kalte Füße". Dagmar Wöhrl sieht das ähnlich und auch die anderen Löwen winken ab. Kein Deal.

"DHDL"-Sendung: Happy Brush gegen Oral-B: Wie gut ist die Zahnbürste aus "Die Höhle der Löwen"?
Happy Brush Gründer

Die Happybrush-Gründer Stefan Walter (links) und Florian Kiener wollen mit ihrer eigenen Zahnbürste den Markt aufrollen - und am Dienstagabend in "Die Höhle der Löwen" einen Deal an Land ziehen.

Tukluk punktet mit Kinderspielzeug

Besser läuft es für Benedikt Kirsch. Der hat Matten zum Toben und Bauen für Kinder kreiert - und nennt sie Tukluk. Zehn Jahren tüftelt er schon an der Idee, erst seit einem Jahr kann man die Dinger kaufen. Um das Prinzip zu erklären, kommen zwei kleine Mädels in Socken auf die Bühne. Die fangen auch gleich eifrig an und bekommen Unterstützung, ausgerechnet von Mister-Designeranzug-mit-passendem-Einstecktuch Ralf Dümmel. Und offenbar hat die Bastelstunde auf Knien gefruchtet: Der Hamburger steigt mit 25,1 Prozent für 180.000 Euro ein. Bleibt nur die Frage: Kriegen wir die unhandlichen Matten bald in der Drogerie um die Ecke?

Party ohne Alk

Kommen wir zur Kategorie Spaßbremse. Sie gehen gerne mal feiern? Rocken hart auf der Tanzfläche ab und kippen ein paar Drinks? Super, dann zählen Sie ganz sicher überhaupt nicht zur Zielgruppe der Detoxrebels. Martin Bressem (27) und Jonas Höhn (28) haben eine garantiert katerfreie und schnapslose Partyreihe ins Leben gerufen. Spaß soll's trotzdem machen. Die Löwen glauben davon kein Wort, stopfen sich die mitgebrachten Partysnacks und Drinks rein und lassen die Jungs ziehen. Ohne Deal. Darauf einen alkoholfreien Ingwershot.

"Ärschle gut, alles gut"

Und damit kommen wir zum beliebten Teil der Sendung, nennen wir ihn "irre Investments". Gerade in dieser Staffel starten eigentlich in jeder Show Gründer mit Ideen, die einen verwirrt zurücklassen. In dieser Sendung bieten Oliver Elsoud (33) und Frank Schmischke (28) eine portable Dusche für den Hintern. Statt Klopapier. Hihi. "Ärschle gut, alles gut" - was für ein Slogan. Stammt von der Omma eines Gründers. Na, ihr Löwen wie schaut's aus? Carsten Maschmeyer scheint das alles zu schmuddelig zu sein, er ist raus. Judith Williams fühle sich auch ohne Po-Dusche relativ frisch - nein, danke. Dagmar Wöhrl schlägt am Ende zu und sichert sich die Waschanlage für den Allerwertesten. Wir wünschen ein gutes Geschäft mit dem Geschäft. Naja, Sie wissen schon. Hihi. 

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