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"Windchaser": Frischer Wind

Als Studienprojekt an der Mediadesign Hochschule München begonnen, hat sich der Genremix "Windchaser" der jungen Entwicklertruppe Chimera zu einem packenden Spiel entwickelt, das den Vergleich mit hochbudgetierten Titeln nicht zu scheuen braucht.

Als Kommandant des Luftschiffs "Windchaser" startet der junge Held Ioan zusammen mit der schönen Shara und dem erfahrenen Soldaten Caine zu einer abenteuerlichen Reise im Fantasy-Land Ensai, das sich aus der Asche eines verheerenden Weltenbrands erhoben hat. Doch der neue Frieden wird von einem religiösen Konflikt zwischen den Orthodoxen und den Reformanten bedroht.

Die insgesamt 15 Missionen umfassenden Kampagnen von "Windchaser" werden von einer ausladenden Fantasy-Story voller überraschender Wendungen getragen, in der Ioan mit seinen Gefährten eine Vielzahl von Aufgaben zu meistern und Schlachten zu schlagen hat. Die Grundlage für die Auseinandersetzungen bildet eine Variante des aus Strategiespielen bestens bekannten Stein-Schere-Papier-Prinzips: Jede Figur verfügt über einen der drei Kampfstile "Konzentration", "Disziplin" oder "Chaos", die alle ihre besonderen Vor- und Nachteile haben. In den Scharmützeln ist es folglich ratsam, den Kampfstil seines Gegners mit einem anderen, überlegenen Kampfstil zu kontern. Diese Taktik bestimmt wiederum, wie die eigenen Gruppen zusammengesetzt sein müssen, um sich in der Welt von Ensai behaupten zu können. Das alles ist zunächst noch überschaubar, artet im späteren Verlauf aber zu entscheidender Kleinarbeit aus. Ohne die richtige Zusammenstellung sieht man kaum noch Land ...

Während ihres Trips gewinnen die Helden wie in einem Rollenspiel an Erfahrungen und Fähigkeiten hinzu und dürfen mächtige Artefakte zu ihrem Vorteil nutzen. Sterben können Ioan und Co. übrigens nicht. Werden sie in einem Kampf stark angeschlagen, ziehen sie sich einfach auf die "Windchaser" zurück und regenerieren dort ihre Kräfte. Zudem lassen sich in der fliegenden Basis zahlreiche Gegenstände lagern, Forschungen betreiben, Rekruten trainieren und Items verbessern. Der Aktionsradius des Gildenschiffs, das nach und nach zur mächtigen Feste ausgebaut wird, ist allerdings begrenzt und muss durch die Eroberung von Windmühlen und anderen Aussichtspunkten erweitert werden.

Grafisch kann sich "Windchaser" durchaus sehen lassen, wenngleich der niedrige Detailgrad, die schwammigen Texturen und die etwas mauen Zaubereffekte den positiven Gesamteindruck trüben. Die Kamera lässt sich bequem mit der Maus drehen, zoomen und kippen, um zu jeder Zeit die beste Übersicht zu gewährleisten. Die umständliche Steuerung der Charaktere per Maus und Hotkeys erfordert allerdings etwas Eingewöhnung.

Windchaser

Hersteller/Vertrieb

Chimera/dtp

Genre

Strategie

Plattform

PC

Preis

ca. 30 Euro

Altersfreigabe

ab 12 Jahren

"Windchaser" zeichnet sich durch seinen mitreißenden Spannungsbogen besonders aus, der den Spieler vom ersten Moment an in den Bann der Story zieht. Atmosphärisch dicht inszeniert, mit filmreifem Orchestersound untermalt und lebendigen, hervorragend synchronisierten Dialogen versehen, wirkt "Windchaser" alles andere als steril.

Herbert Aichinger/Teleschau / TELESCHAU
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