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"x-friend": Auf der Festplatte googlen

Es ist selbstverständlich, mit Google und anderen Suchmaschinen schnell Informationen im Internet zu finden. Doch wie sieht es mit Daten auf der eigenen Festplatte aus? Hier hilft die Freeware "x-friend".

Microsoft hat es bereits angekündigt, aber es steht zu erwarten, dass sich auch noch andere Firmen an dem Projekt beteiligen werden. Gesucht wird eine einfach zu bedienende Software, die es erlaubt, auch auf der eigenen Festplatte nach Texten, Bildern und Nachrichten zu suchen - und zwar so, als wäre man im Internet und würde mit Google oder MSN nach Web-Informationen fahnden. Es wird erwartet, dass spätestens der XP-Nachfolger „Longhorn“ mit einer entsprechenden lokalen Suchmaschine ausgestattet ist.

Doch warum soll man auf das Einhalten von Versprechungen warten, wenn die angekündigte Software längst vorliegt? Das kostenlose Programm "x-friend" setzt die Vorstellungen von Microsoft schon heute 1:1 um - und ist damit wohl das erste Programm, das sich in diesem zukunftsträchtigen Bereich die Lorbeeren verdient.

Komplett in Java

Das Programm "x-friend" ist komplett in Java programmiert, damit es sich auf allen Plattformen verwenden lässt. Damit sich die Software aufrufen lässt, muss demnach unter Windows die ebenfalls kostenlose Routine "Java 2 Runtime Environment" installiert sein.

"x-friend" startet zusammen mit Windows und platziert ein kleines X-Icon im Systemtray der Taskleiste. Ein Doppelklick öffnet die Adresse http://localhost:8888 direkt im eigenen Web-Browser.

Das Gratis-Tool zeigt prompt eine schlicht gestaltete Eingabemaske an, die von der Gestaltung her sehr an das Layout von Google.de erinnert. Hier ist es möglich, einen Suchbegriff (oder mehrere) einzugeben, nach dem dann gefahndet wird, sobald der Anwender die Eingabetaste drückt.

Los geht's mit C:\

Von Hause aus indexiert das Programm beim Start die Ordner und Dateien im C:\-Verzeichnis "Dokumente und Einstellungen". Sinnvoll ist es, auch noch andere Ordner wie die MP3-Sammlung oder das Bilder-Verzeichnis mit in den Index aufzunehmen. Der Index wird manuell per Mausklick oder aber automatisch in vorgegebenen Zeitintervallen aktualisiert. Bei der Indexierung berücksichtigt der "x-friend" neben Office-Dateien, Bildern und Musiken auch Dateien in den Formaten PDF, RTF, HTML, XML, TXT und CSV. Weitere Formate lassen sich manuell aufnehmen. Bei Bedarf können auch die gespeicherten E-Mails mit in den Index integriert werden.

x-friend beta 0.1

System

ab Windows 98

Autor

x-dot GmbH

Sprache

Deutsch

Preis

Freeware

Größe

7,1 MB

Wie Google, so zeigt auch "x-Friend" seine Ergebnisse in Listen à 10, 30 oder 100 Einträgen pro Seite an. Für jeden Treffer zeigt das Programm den Dateinamen, den Speicherort und einige wenige Zeilen Kontext an. Ein Mausklick reicht in der Folge aus, um etwa ein "Word"-Dokument oder eine "Excel"-Tabelle aus der Liste heraus in das zugehörende Programm zu laden. Endlich ist es so kein Problem mehr, binnen Sekundenbruchteilen alle Festplatten-Texte zu finden, in denen das Wort "Rotationsverdampfer" vorkommt.

Vielfältige Suchmöglichkeiten

Mit dem "x-friend" suchen Sie nicht nur nach Dateinamen und in den Buchstabenkolonnen von Textdateien. Da das Programm auch die ID3-Tags von MP3-Musik und die EXIF-Informationen von Bildern berücksichtigt, ist es auch kein Problem mehr, gezielt nach Neil-Young-Stücken vom Album "Decade" oder nach Bildern vom August 2004 zu suchen. In der Bilder-Ebene zeigt das Programm auch eine Thumbnail-Vorschau von allen Treffern an.

Gelungen ist, dass sich auch News-Feeds aus dem Internet mit in den Index aufnehmen lassen. So ist es möglich, die automatisch bezogenen IT-Nachrichten der letzten Tage nach einem bestimmten Stichwort zu durchstöbern.

Download beim Hersteller: www.x-friend.de

Carsten Scheibe
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