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"Youngstars Fussball Manager": Voll im Abseits

Der "Youngstars Fußball Manager" von den Essener Aruba Studios möchte junge Fußball-Fans ansprechen, wirkt aber wie ein mittelprächtiges Relikt aus den 90-ern.

Was mag den Ex-Club-Spieler Stefan Kießling dazu bewogen haben, den "Youngstars Fussball Manager" mit seinem Namen zu empfehlen? Jugendlicher Übermut? Wir wissen es nicht. Denn dass dieser Titel für den fränkischen Nachwuchskicker nicht unbedingt gute Werbung ist, zeigt sich schon auf den ersten Menü-Bildschirmen.

Ganz traditionell startet man seine Karriere als Manager einer Amateurmannschaft im eigenen Büro. Über einen Klick auf den Tresor verschafft man sich Einblick in die Finanzlage des Vereins, Spielertransfers wickelt man am per Computer ab, und die Aktenordner auf dem Regal enthalten die umfangreichen Möglichkeiten zum Ausbau des Stadions vom tristen Ascheplatz zur repräsentativen Arena. Regelmäßige Abstecher in die Stadt führen einen ins Fitness-Studio, in dem man seinen Kickern einen ordentlichen Trainingsplan verpasst, oder in die Werbeagentur, um ein wenig am Image seiner Elf zu feilen. Kredite gibt's in der Bank, Sponsoren wie die Bäckerei Oecker lassen sich auch gewinnen. Mau sieht's allerdings aus, wenn PC-Manager nach Möglichkeiten suchen, Aufstellung und Taktik zu beeinflussen - böses Foul! Wie will man so jemals den Sprung in die erste Liga schaffen?

Allein schon wegen der Wahl der Schrift in den Menüs möchte man den "Youngstars Fussball Manager" mit voller Wucht gegen die Latte donnern - enorm unattraktiv, verdammt schlecht zu lesen. Wer trotzdem nicht sofort das Handtuch wirft, der darf in regelmäßigen Abständen in Begegnungen mit anderen Vereinen um den Aufstieg kämpfen. Dabei hat man die Wahl zwischen einer Sofortauswertung und der Möglichkeit, das Match eher unbeholfen per Tastatur selber zu steuern.

Optisch ist das Ganze in etwa so reizvoll, wie die realen WM-Spiele auf einem Taschenfernseher zu genießen: Die Grafik will wohl gar nicht realistisch sein, sondern strebt eine Art Comic-Stil an - aber da haben die Entwickler anscheinend versucht, aus der Not mangelnder professioneller Ressourcen eine Tugend zu machen.

Youngstars Fussball Manager

Hersteller/Vertrieb

Aruba Studios/dtp young entertainment

Genre

Management

Plattform

PC

Preis

ca. 25 Euro

Altersfreigabe

o.A.

Fazit: "Youngstars" bietet entscheidende Optionen nicht, die der reale Manager bräuchte, um seinen Verein hochzupäppeln. Grafik und Steuerung wirken veraltet und zusammengeschustert. Selbst während der WM reicht es für dieses Programm im Vergleich mit den Mitbewerbern nur für einen Platz am Tabellenende.

Herbert Aichinger/Teleschau / TELESCHAU
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