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Activity-Games: Schwitzen statt daddeln

Die Playstation 2 macht mobil: Neue Games lassen Mikrofone, Eyetoy-Kameras und Buzzer-Eingabegeräte glühen. Sechs virtuelle Bewegungsmacher im stern.de-Test.

Sony macht eine klare Ansage: Mag die PlayStation3 auch bereits in den Startlöchern stehen, der Vorgänger befindet sich noch lange nicht auf dem Abstellgleis. Genauso wenig müssen "EyeToy"-Cam, Buzzer und die "SingStar"-Mikros ungenutzt im Regal stehen. Diverse Games für die beliebten PS2-Extras sind gerade erschienen. "Buzz: Das Sport-Quiz", "Buzz Junior: Jungle Party", "Eyetoy: Kinetic Combat", "Eyetoy: Play Sports", "Lemmings" und "SingStar Legends" treten an, die Gimmicks vor dem Schicksal als Staubfänger zu bewahren.

Gregor Jossé/Teleschau

"EyeToy: Kinetic"

Mit dem virtuellen Fitnessstudio "EyeToy: Kinetic" punktete Sony vergangenes Jahr bei zahlreichen Muttis. Damit die kalte Jahreszeit 2006 nicht in Dauer-Fingerakrobatik ausartet, findet sich nun der Nachfolger in den Läden. Allerdings ist hier Vorsicht geboten: Die Inneneinrichtung lebt bei "Kinetic Combat" gefährlich. Denn Seilspringen war mal, jetzt wird gekloppt. Während eines 16-wöchigen Trainings (die Memory Card führt genau Buch) gilt es, vier Kung-Fu-Stile zu erlernen. Über die Feinheiten von Drache, Tiger, Gottesanbeterin und Phönix informiert ein virtueller Trainer. Ein ordentlicher Zweispieler-Modus, mehrere Trainingssequenzen, einige Spiele und ein Endgegner pro Stufe erhalten die Motivation aufrecht. Für Asien-Feeling sorgt die Qi-Gong-Zone, in der das richtige Atmen geübt und sich aufgewärmt werden kann. Dank der noch weiter verbesserten Bewegungserkennung der "EyeToy"-Kamera funktioniert das PS2-Dojo hervorragend. Gesamtnote: sehr gut.

"Buzz: Das Sport-Quiz"

Die wahren Hochleistungssportler sitzen auf der Couch - und kennen alle Antworten. "Das Sport-Quiz" fordert passionierte "Sportschau"-Gucker heraus, ihr Wissen in diversen Disziplinen unter Beweis zu stellen. Leider plagt sich das Buzzer-Game mit karger Grafik sowie wenig Sequenzen, und der Moderator nervt noch immer mit lahmen Kommentaren. Dafür haben es die Fragen in sich: Wie bei den Turmspring-Ergebnissen von 1903 ist oft völlig unnützes Detailwissen gefragt. Manchmal kommt es auch nur darauf an, am schnellsten auf den roten Drücker hauen. Gesamtnote: ausreichend.

"Buzz Junior: Jungle Party"

40 kurzweilige Minispiele sorgen für Unterhaltung ohne großen Anspruch. Dank der intuitiven Steuerung via Buzzer dürften sich Einstiegsschwierigkeiten erübrigen. Außerdem gefällt die Knuddeloptik auf Anhieb, auch in puncto Übersichtlichkeit macht "Jungle Party" alles richtig. Allerdings hat das Ganze ein großes Manko: Alleine ist die Fete im Urwald ziemlich affig, zumal es im Einzelspieler-Modus lediglich zehn Aufgaben zu bewältigen gilt. Zur Hochform läuft das Spiel auf, wenn alle Buzzer belegt sind. Erst im Quartett machen irrwitzige Games wie Affen-High-Noon, Elektro-Schocker oder Buschtrommel richtig Spaß. Jedoch ist "Buzz Junior: Jungle Party", das rund 40 Euro kostet (ohne Buzzer!), kein günstiges Vergnügen. Gesamtnote: gut.

"EyeToy: Play Sports"

Mit dem vierten Teil wird "Play" großfamilientauglich. Im jüngsten Spross der Reihe dürfen bis zu acht Spieler gleichzeitig vor der Glotze herumturnen. Damit dabei niemand dem all-seeing-"EyeToy" entgeht, ist reichlich Platz erforderlich. Ist das Wohnzimmer jedoch erstmal umgeräumt, wird die Inneneinrichtung nicht mehr so schnell ihren Platz wechseln: "Play Sports" wartet mit sage und schreibe 101 Minigames auf. Wenn beispielsweise beim Kegeln ein Spieler durch wilde Zuckungen die Kugel antreibt, während ihm die anderen hüpfend ausweichen, ist das ein garantierter Lacher. Bei anderen Highlights wie Springreiten oder Gummi-Enten-Wasserball kommt man außerdem ganz schön ins Schwitzen. Opulente Grafik darf nicht erwartet werden: Das "EyeToy"-Game präsentiert sich in schlichtem Comic-Look. Gelungen sind dafür die Aufnahmen der Indoor-Sportler, die stets ins Spiel montiert werden. Lediglich die nervigen Ladezeiten können zur Spaßbremse werden. Gesamtnote: gut.

"Lemmings"

Die "Lemmings" sind der beste Beweis dafür, dass Doofheit den Erfolg nicht schmälert. Trotz latenter Massensuizid-Gefahr begeistern die grünhaarigen Tierchen seit 15 Jahren mit demselben Spielprinzip. Allerdings stagnierten Anfang der 90-er auch die Grafik und das Leveldesign, was beim PS2-Debüt arg lieblos anmutet. Kaum animierte Lemminge wollen sicher durch unspektakuläre Comic-Welten voller Gefahren geleitet werden. Nichtsdestotrotz zieht die Idee der unterschiedlich talentierten Nager, die ihre Horde vor dem Verderben retten, auch den heftigsten Kritiker in ihren Bann. Zumal die PlayStation2-"Lemmings" mit satten 136 Level für die angestaube Optik entschädigen. Der "EyeToy"-Modus hingegen ist nicht besonders gelungen: Hier wird der Akteur vor dem Fernseher aktiv ins Geschehen eingebunden. Hält er seinen Arm über einen Abgrund, ersetzt er eine Brücke, mit der Faust können Felsstücke abgesprengt werden. Leider funktioniert die Interaktion zwischen Kamera und Spiel nur mäßig. Auch der stolze Preis von rund 60 Euro (ohne "EyeToy"-Kamera!) trübt das Bild. Gesamtnote: befriedigend.

"SingStar: Legends"

Ob als Party-Highlight oder als Chancen-Index für kommende "DSDS"-Kandidaten, das Karaoke-Game "SingStar" rockt seit geraumer Zeit die Wohnzimmer. Für den x-ten Teil der Reihe, "Legends", gräbt Sony 30 Klassiker aus. Unter anderem gilt es, Dauerbrenner wie "Respect" (Aretha Franklin), "Ring Of Fire" (Johnny Cash), "Want You Back" (Jackson 5) oder "Smells Like Teen Spirit" (Nirvana) mit der eigenen Stimme zu interpretieren. Auch Take That ("Back For Good"), die Rollings Stones ("Sympathy For The Devil") und Marvin Gaye ("I Heard It Through The Grapevine") geben sich die Ehre. Schade nur, dass sich die Entwickler nicht die Mühe gemacht haben, auch nur ein einziges neues Feature zu integrieren. So bleibt die Soloversion auch in "SingStar: Legends" lediglich eine Verlegenheitsvariante für Sänger ohne Publikum. Ansonsten überzeugt der Titel jedoch mit mächtig Multiplayer-Spaß, Ohrwurm-Garanten und netter "EyeToy"-Unterstützung. Gesamtnote: gut.

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