Ein Jahr Windows Vista Das geht noch besser


Vor einem Jahr kam Windows Vista heraus - auf rund 100 Millionen Rechnern dürfte Microsofts aktuellstes Betriebssystem inzwischen laufen. Experten finden weiterhin Kritikpunkte, sagen aber auch Positives über die Software. Wichtigster Rat für Umsteigewillige: noch ein wenig Geduld.

Ein Jahr Praxis zeigt, dass Vista das beste Windows ist, wenn es um die Sicherheit geht: "Gegen klassische Attacken ist Windows Vista gut gewappnet", sagt Thomas Caspers vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) in Bonn. "Perfekt ist es jedoch nicht." So gab es im ersten Jahr rund 20 bedeutende Schwachstellen, die ohne Updates von Microsoft zu ernsthaften Problemen hätten führen können.

Eine neue Funktion ist User Access Control (UAC). Sie soll etwa Zugriffe von Angreifern auf systemkritische Bereiche verhindern. Bei Programminstallationen zum Beispiel bittet Vista um eine Bestätigung vom angemeldeten Nutzer. Das sei zwar "ein Schritt in die richtige Richtung", werde von vielen Anwendern jedoch als lästig empfunden, so Axel Vahldiek von der Zeitschrift "c't".

Vereinfachung ist nötig

Nach Vahldieks Ansicht müsste UAC dahingehend verbessert werden, dass die Zahl der nötigen Mausklicks deutlich verringert wird. Zudem sei es nötig, die Informationen, die das System gibt, genauer zu formulieren. "Da werden mitunter nur kryptische String-IDs genannt. Damit können viele Nutzer nichts anfangen."

Beim Start von Vista wurde vor allem kritisiert, dass für viele Programme und Hardware noch keine Treiber vorhanden waren. "Die Situation hat sich deutlich gebessert", sagt Axel Vahldiek - von einigen älteren Geräten abgesehen.

Microsoft beurteilt Vista sehr positiv, räumt aber ein, die Einführung sei nicht komplett reibungslos abgelaufen: "Vor allem mit älteren Programmen und älterer Hardware könnte es manchmal Probleme geben", sagt Produktmanager Andreas Schönberger. Allerdings gebe es immer weniger entsprechende Anfragen beim Support.

Unzufrieden sind die Experten mit Vistas Performance: Nimmt man die gleiche Hardware als Basis, ist das Betriebssystem laut Caspers langsamer als XP und die Linux-Version Ubuntu.

Unbedingt das Service Pack abwarten

Im ersten Quartal 2008 soll das erste Service Pack für Vista erscheinen - eine Sammlung von Updates, die das System stabiler machen soll. Auch am Tempo wird gefeilt, was Nutzern alter PCs aber wenig bringen dürfte.

Nennenswerte neue Funktionen werde das Service Pack 1 nicht bringen, sagt Schönberger. Dafür verschwindet der sogenannte Reduced Functionality Mode (RFM) mit dem Update aus dem System: RFM sorgt bisher dafür, dass sich das System quasi nicht mehr nutzen lässt, wenn der Anwender es nicht binnen einer bestimmten Frist mit dem Lizenzschlüssel registrieren lässt oder wenn er nach Ansicht des Herstellers eine ungültige Lizenz hat.

Mit einem Umstieg auf Vista sollte laut Caspers auf jeden Fall bis zum Erscheinen des Service Pack 1 gewartet werden. Derzeit muss kein XP-Nutzer befürchten, dass Microsoft sein Betriebssystem nicht mehr unterstützt. XPs "Haupt-Support-Phase" läuft erst im April 2009 aus. Bis dahin enthalten Updates neben Sicherheits-Patches teils auch neue Funktionen oder Leistungssteigerungen. Das dritte und wohl letzte Service Pack soll es laut Schönberger in der ersten Hälfte 2008 geben. Die erweiterte Support-Phase dauert bis April 2014 - so lange wird Microsoft sicherheitsrelevante Updates für Windows XP liefern.

Sven Appel/DPA DPA

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