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iPad-Kurs für Senioren: Rentner, die auf Tablets starren

Tablets sind so einfach zu bedienen, dass selbst Oma damit klarkommt. Oder? Unser Autor hat einen iPad-Kurs für Senioren besucht und zusammen mit den Tablet-Neulingen nochmal die Schulbank gedrückt.

Von Dominik Brück

Wenn das mal keinen Muskelkater in den Fingern gibt: Links schieben, halten und bewegen, Finger zusammendrücken, Finger auseinander bewegen. Was klingt, wie die Aufwärmübungen für die Weltmeisterschaft im Fingerhakeln, ist tatsächlich ein Einführungskurs in die Bedienung des iPads an der Hamburger Volkshochschule. Zehn Kursteilnehmer zwischen 50 Jahren und 70 Jahren wischen und schieben auf der Oberfläche des Tablets hin und her was das Zeug hält. Geleitet wird der sechsstündige Kurs von Michael Knorr. Der EDV-Fachmann unterrichtet seit zwei Jahren an der Volkshochschule den richtigen Umgang mit dem iPad. "Vorkenntnisse braucht man hier nicht, wir lernen alles Schritt für Schritt", sagt Knorr. Vom Einschalten des Geräts bis zur Installation zusätzlicher Apps zeigt er der Seniorenriege die wichtigsten Tricks und Kniffe. Bei den meisten ist es Jahrzehnte her, seit sie die Schulbank gedrückt haben. Jetzt sitzen sie wieder aufmerksam an ihren Pulten und schreiben die einzelnen Schritte sorgfältig mit.

"Generation Analog" kennt sich aus

Ganz abgehängt ist die "Generation Analog" jedoch nicht. Längst haben sie das Internet für sich entdeckt. Als der Kursleiter erklären will, wie man Google richtig benutzt, winken die Teilnehmer ab - ein alter Hut. Auch sonst sind die älteren Damen und Herren im Umgang mit dem Internet recht fit: In der Pause wird angeregt über die neuesten Entwicklungen der "Handygate-Affäre" und Möglichkeiten zum besseren Datenschutz diskutiert. Das Tablet ist jedoch eine neue Welt, die es erst noch zu erobern gilt. Einige scheitern bereits beim Einschalten des Geräts. Andere haben mit der Bedienung Probleme. "Ich surfe mit dem Computer regelmäßig im Internet. Aber das iPad ist ganz anders, deshalb bin ich hier", sagt einer der Teilnehmer. Das Gerät sei ein Geschenk seiner Kinder gewesen.

Surfen, Skypen, Mailen

Das iPad soll bei vielen Teilnehmern den schwierig zu bedienenden Computer ersetzen. Ein bisschen Surfen im Netz, eine kurze Mail an die Nachbarin oder schnell die Geburtstagseinladung für den Enkel schreiben - mehr Anforderungen stellen sie nicht. "Viele, denen ein PC zu kompliziert ist, nutzen lieber ein Tablet", erklärt Kursleiter Knorr. Ein Feature des Geräts hat es dem gesamten Kurs besonders angetan - die Videotelefonie. "Wir freuen uns über die Möglichkeit mit dem iPad so zu telefonieren, weil unsere Tochter in einer anderen Stadt wohnt und bald unseren Enkel zur Welt bringt, den wir dann sofort sehen können", erzählt ein älteres Ehepaar. Das Tablet haben sie extra für diesen Zweck angeschafft. Bald klingelt es im gesamten Raum. Eifrig wird in die Kameras der iPads gewunken. Der Videochat mit dem Tischnachbarn entwickelt sich zum Highlight des gesamten Tages.

Probleme mit dem Touchscreen

Überhaupt wird viel gelacht, einige schneiden sogar Grimassen vor der Kamera. Man könnte meinen, eine Schulklasse voller Teenager vor sich zu haben. Michael Knorr geht von Tisch zu Tisch, erklärt und hilft bei Schwierigkeiten. Das ist manchmal auch dringend notwendig: Große Probleme bereitet vielen die Benutzung des Touchscreens. Die verschiedenen Gesten zur Bedienung des iPads gehen den Teilnehmern noch nicht leicht von der Hand. Sie verschieben unbeabsichtigt Symbole, löschen aus Versehen beinahe Apps und treffen Eingabefelder und Tasten auf der Tastatur nicht genau genug. Als Reaktion wird häufig einfach fester auf den Bildschirm gedrückt oder das Gerät schnell an und wieder ausgeschaltet, wenn man nicht mehr weiter weiß. Das ändert sich aber nach ein paar Stunden Übung.

"Ich bin bisher mit dem iPad immer nur ins Internet gegangen, jetzt weiß ich, dass ich auch mehr damit machen kann", sagt eine Teilnehmerin. Die ersten neuen Apps haben sich einige während des Kurses auch schon heruntergeladen. Immer geschickter fliegen die Finger über den Bildschirm. Ein Blick auf einen ausgeteilten Zettel ist jedoch immer wieder nötig. Hier sind die verschiedenen Gesten zur Bedienung des iPads erklärt. Man ist eben doch nicht mehr in der Schule - spicken ist jederzeit erlaubt.

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Kann ich mich auf Geschwindigkeitsanzeige FritzBox verlassen?
Hallo zusammen, erstmal herzlichen Dank für die Leute, die sich Zeit nehmen Fragen zu beantworten oder ihre Erfahrungen mit anderen teilen. Das ist oft hlifreich, wenn man sich nicht so auskennt. Ich hoffe, dass mir jemand weiterhelfen kann. Die Telekom hat hier nach langer und ersehnter Zeit schnelle Leitungen verlegt. Mitarbeiter waren auch zu Besuch da und auch nett:-) Sie wollten ja auch, dass ich von 1und1 wieder zurück wechsel. Das ist für mich in Ordnung und gehört zum Wettbewerb. Da jedoch die Mitarbeiter mir sagten, dass die Telekom für paar Jahre das Vorrecht hätte, könnte ich schnelles Internet nur über Telekom beziehen. Sprich entweder Telekom und schnelles Internet oder langsames Internet. Da habe ich im Internet recherchiert und rausgefunden, dass das so nicht mehr stimmt. Das war der Grund, warum ich dann bei 1und1 DSL100 abgeschlossen habe, da man mir am Telefon gesagt, dass es ohne Probleme möglich wäre. Nun ist es jedoch so, dass wir gar nicht so merken, dass unser Internet schneller ist. Gerade in der oberen Etage kann man nicht ohne Router surfen oder Sky über Internet Fernsehen. Nun meine Frage: Bei der Fritzbox wird es jedoch angezeigt. Kann ich mich drauf verlassen? Oder wie macht ihr eure Messungen? Ich weiss, dass es Software gibt, aber der feste Rechner ist bereits alt und hat einen alten Internet Explorer drauf. Wenn ich mit einem Laptop im Wlan mich reinhänge, wird sicher die Geschwindigkeit sowieso niedriger und nicht verwertbar sein, oder? Vielen Dank für die Antworten.