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iPad-Verkaufsstart: Der große iNerv

Der Verkaufsstart des iPad wird medial zelebriert wie die Auferstehung Christi - mehr aus Eigen- denn aus Leserinteresse. Groß sind die Hoffnungen, klein ist die Erfindung.

Ein Kommentar von Dirk Benninghoff

Ist es einfach nur Dank und Demut? Dank und Demut dafür, dass ein einziges Unternehmen eine ganze Branche retten wird, mit der es bis vor kurzem noch gar nichts zu tun hatte? Oder ist es 2010 journalistischer Zeitgeist, Neues aus dem Hause Apple zu feiern wie es selbst die grandioseste Werbekampagne kaum ausgelassener könnte? Welche Beweggründe auch verantwortlich sein mögen: Der Freitag, als das iPad kam, hat dem Zinnober um die kultisch vereehrte Lifestyle-Marke noch einmal einen draufgesetzt.

Das Gerät wird in Deutschland mit einer medialen Aufmerksamkeit empfangen, als wären Barack Obama und Jesus Christus gemeinsam auf Staatsbesuch. Nachrichtenagenturen senden bereits um 9 Uhr Überblicke über den Andrang vor den Apple-Läden. In der morgendlichen Redaktionskonferenz ist die wichtigste Frage, ob man denn der Seite schon ansehe, dass heute iPad-Tag ist. Und die gedruckten Zeitungen freuen sich auf ihre Beerdigung und jubilieren über die digitale "Verführung zum Lesen".

Man hat den Eindruck, die Menschheit mache durch das Ding einen gewaltigen Sprung. Dampfmaschine, Glühbirne, Automobil, iPad. Dabei ist der Verführer je nach Betrachtungsweise nur ein dezimierter Computer oder ein gewachsenes iPhone. Nichts wirklich Neues also, sondern nur eine Modifikation. Aber schon mit seinem Telefon hat es Apple geschafft, den Eindruck zu erwecken, es sei etwas wirklich Wichtiges geschaffen worden. Nämlich das Internet fürs Handy. Dass man keine "Apps" braucht, um in der U-Bahn online zu sein, sondern nur den guten alten, in der Wahrnehmung schon fast der Industrialisierung angehörenden Browser, wissen heute nur noch Freaks.

Ölpest, Afghanistan, Spanien - alles ist wichtiger

Technikfreunden sei ihre Begeisterung gegönnt. Apple hat sich in Sachen Hightech-Lifestyle durch Geräte einen uneinholbaren Vorsprung erarbeitet, die schön, einfach und hochwertig sind. Jede Milliarde Dollar Börsenwert, die er vor Bill Gates liegt, hat sich Steve Jobs verdient. Sein sensationelles Comeback als Manager und Unternehmer findet in der Wirtschaftshistorie nur wenig vergleichbare Beispiele.

Das rechtfertigt jedoch keine Massenhysterie wie beim Beatles-Konzert. Ja, auch stern.de hat in den vergangenen Tagen ausführlich über das iPad berichtet, diese Meinung weicht also vom Redaktions-Mainstream ab. Und auch das Mutterhaus von stern.de erhofft sich Einiges vom i- und anderen Pads. Es wird zwar nicht gejubelt wie im Hause Springer, aber man erwartet sich mehr Leser, neue Leser und natürlich möglichst viel Einnahmen durch die Tablet-"Revolution". Haptische Erlebnisse waren bei der bisherigen Online-Mediennutzung eher selten. Das iPad dagegen ermöglicht digitalen Genuss und ist handlich genug zum Mitnehmen.

Ein Fanal gegen die Krise?

So soll es Zeitungs- und Zeitschriftenverlagen Leser zurückgewinnen und dafür sorgen, dass man für digitale Inhalte Geld verlangen kann. Nur so ist die Aufregung vom Freitag zu erklären. Nicht das Interesse der Leser wird mit der Berichterstattung über lange Schlangen vor Apple-Shops befriedigt, sondern der eigenen Hoffnung Ausdruck verliehen, ein Fanal zu setzen für das ersehnte Ende der Medienkrise.

Doch die wird das Gerät wohl kaum beheben. Die Gründe, weshalb die Menschen heute so wenig Zeitungen und Zeitschriften kaufen, liegen tiefer als in der Art und Weise der Nutzung. Sie interessieren sich ganz einfach kaum noch für die Inhalte, die ihnen angeboten werden. Das Interesse an journalistischen Kernthemen wie Politik und Wirtschaft ist in den vergangenen Jahren zusehends geschwunden - und wird durch einen Mini-Computer nicht wiederbelebt. Wo Menschen immer seltener zu Wahlen gehen, Nachrichtensendungen immer geringere Einschaltquoten haben und sprachliche Standards in der Bevölkerung den Bach runter gehen, kann sich kein prosperierender Markt für Medienprodukte entwickeln. Es sei denn, sie vertrauten zum größten Teil auf Videos und Bilder. Zudem ist die Konkurrenz am "App"-Kiosk unendlich viel größer als am "Büdchen".

Die iPad-Gläubigen sind teilweise sogar diejenigen, die für den vermeintlichen Evergreen gedruckte Zeitung schwärmen und für das Knistern und sogar den Geruch dieses haptisch vollkommen unattraktiven, zum schnellen Wegwerfen gedachten Produktes. Sie werden wahrscheinlich auch die vielen Fingerabdrücke auf dem Touch Screen wundervoll finden. Und sie werden eine Enttäuschung erleben: Denn der 28. Mai 2010 wird nicht als Ostern der Medien in die Geschichte eingehen, auch wenn der Tag begangen wird, als sei der Heiland erschienen. Leider.

Kann ich mich auf Geschwindigkeitsanzeige FritzBox verlassen?
Hallo zusammen, erstmal herzlichen Dank für die Leute, die sich Zeit nehmen Fragen zu beantworten oder ihre Erfahrungen mit anderen teilen. Das ist oft hlifreich, wenn man sich nicht so auskennt. Ich hoffe, dass mir jemand weiterhelfen kann. Die Telekom hat hier nach langer und ersehnter Zeit schnelle Leitungen verlegt. Mitarbeiter waren auch zu Besuch da und auch nett:-) Sie wollten ja auch, dass ich von 1und1 wieder zurück wechsel. Das ist für mich in Ordnung und gehört zum Wettbewerb. Da jedoch die Mitarbeiter mir sagten, dass die Telekom für paar Jahre das Vorrecht hätte, könnte ich schnelles Internet nur über Telekom beziehen. Sprich entweder Telekom und schnelles Internet oder langsames Internet. Da habe ich im Internet recherchiert und rausgefunden, dass das so nicht mehr stimmt. Das war der Grund, warum ich dann bei 1und1 DSL100 abgeschlossen habe, da man mir am Telefon gesagt, dass es ohne Probleme möglich wäre. Nun ist es jedoch so, dass wir gar nicht so merken, dass unser Internet schneller ist. Gerade in der oberen Etage kann man nicht ohne Router surfen oder Sky über Internet Fernsehen. Nun meine Frage: Bei der Fritzbox wird es jedoch angezeigt. Kann ich mich drauf verlassen? Oder wie macht ihr eure Messungen? Ich weiss, dass es Software gibt, aber der feste Rechner ist bereits alt und hat einen alten Internet Explorer drauf. Wenn ich mit einem Laptop im Wlan mich reinhänge, wird sicher die Geschwindigkeit sowieso niedriger und nicht verwertbar sein, oder? Vielen Dank für die Antworten.