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Nach Datendiebstahl: Sony lenkt Verdacht wieder auf Anonymous

Hat Anonymous doch etwas mit dem Datenklau bei Sony zu tun? Das Unternehmen sieht mindestens eine Teilschuld bei der Hackergruppe. Während Sony jede Menge juristischer Ärger droht, jagen nicht nur das FBI, sondern auch spezialisierte Detektive die Einbrecher.

Die Webguerilla Anonymous hat nach Angaben von Sony etwa zeitgleich mit dem Diebstahl von Kundendaten die Server des japanischen Elektronik-Konzerns angegriffen. Die "Hacktivisten" hätten eine Datei im Namen der Gruppe auf dem Server des Online-Spielenetzwerks Sony Online Entertainment (SOE) hinterlassen. Der Inhalt der Nachricht lautete "Wir sind Legion", berichtete Sony in einer schriftlichen Antwort auf Fragen von US-Abgeordneten. Die lose verbundene Hackergruppe hatte bereits vor zehn Tagen eine Beteiligung an dem Einbruch zurückgewiesen. Sie schloss dabei jedoch nicht aus, dass einzelne Mitglieder der lose aufgebauten Vereinigung auf eigene Faust agiert haben könnten.

Unbekannte Angreifer hatten sich Zugriff auf die Informationen von mehr als 100 Millionen Kunden von Sonys Onlinediensten Playstation Network, Qriocity und SOE verschafft. Möglicherweise sind darunter auch Informationen zu mehr als zwölf Millionen Kreditkarten und einigen tausend Bankkonten.

Anonymous - Helfer aus Absicht oder Zufall?

Sony verwies in dem Brief darauf, dass Anonymous schon vorher versucht habe, dem Konzern das Leben mit sogenannten DDoS-Attacken (Distributed Denial of Service) schwer zu machen. Bei diesen Angriffen werden Server mit einer Masse von Anfragen überflutet, bis sie in die Knie gehen. Die Anonymous-Gruppe war vor einigen Monaten mit DDoS-Attacken gegen große Unternehmen in die Schlagzeilen gekommen. Damals griffen die Onlineaktivisten Finanzfirmen und Internetdienstleister an, die ihre Geschäftsbeziehungen zur Enthüllungsplattform Wikileaks aufgekündigt hatten.

Sony hatte sich den Zorn von Anonymous mit der Klage gegen den Playstation-Hacker George "GeoHot" Hotz zugezogen. Der junge Mann, der schon Apples iPhone gehackt hatte, knackte den Schutzmechanismus der Konsole, sodass auf ihr kopierte und selbstgemachte Spiele laufen konnten. Die Anleitung dazu veröffentlichte er im Internet. Der Konzern und Hotz einigten sich außergerichtlich. Er musste versprechen, die Knack-Software nicht mehr zu vertreiben.

Sony-Manager Kazuo Hirai sagte, dass einer oder mehrere Cyber-Kriminelle fast zur selben Zeit ins Playstation-Netzwerk eingedrungen sind, als die DDoS-Angriffe von Anonymous stattfanden. Ob die Hacker und die Datendiebe unter einer Decke steckten oder ob die Hacker den Datendieben nur unwissentlich Deckung gaben, sei unklar, sagte Hirai. In jedem Fall hätten sie bei einem "gut geplanten, gut ausgeführten, groß angelegten Diebstahl" geholfen, der nicht nur Sony, sondern auch seine vielen Kunden weltweit getroffen habe.

Keine konkreten Verdächtigen

Konkrete Verdächtige in Sachen Datendiebstahl seien bisher nicht ausgemacht worden, räumte Sony in dem Brief an die US-Abgeordneten ein. Das Unternehmen will Diebstahl mithilfe externer Ermittler aufklären. Experten des Computersicherheitsspezialisten Data Forte sollen in dem Fall mit den Agenten der US-Bundespolizei FBI zusammenarbeiten, die bereits ermitteln. Zudem sollen Fachleute von Guidance Software und Protiviti Netzwerke und Computersysteme des Konzerns vor neuen Cyber-Angriffen schützen.

Sony steht wegen seiner Informationspolitik massiv in der Kritik. Der japanische Konzern räumte ein, dass er erst zwei Tage nach dem Datendiebstahl die US-Behörden informiert habe. Weitere fünf Tage seien bis zu einem Treffen mit Vertretern des FBI vergangen, erklärte Sony dem US-Kongress.

Auf das Unternehmen könnte eine teure Klagewelle zurollen: In Kanada brachte eine Anwaltskanzlei eine Sammelklage über eine Milliarde Dollar auf den Weg. Außerdem haben das US-Justizministerium, der New Yorker Staatsanwalt und die Datenschutzbehörden in vielen Ländern Ermittlungen wegen Verletzungen des Datenschutzes aufgenommen. Die Europäische Kommission will IT-Unternehmen künftig stärker auf Datenschutz verpflichten. In Hackerforen war laut Medienberichten behauptet worden, die Schutzmechanismen in Sonys Onlinediensten seien veraltet und schwach gewesen.

Deutsche Onlinenutzer gelassen nach Sonys Daten-GAU

Der gigantische Datendiebstahl bei Sony schreckt deutsche Online-Nutzer kaum vom Einkauf im Internet ab. In einer Umfrage sagten nur 4 Prozent, dass sie als Konsequenz aus dem Vorfall gänzlich auf Einkäufe im Netz verzichten werden. 84 Prozent antworteten mit einem klaren Nein. Zugleich sagte in der repräsentativen Befragung des Kölner Meinungsforschungsinstituts YouGov nahezu jeder Vierte (23 Prozent), dass er sich jetzt unsicherer bei der Nutzung von Onlinediensten fühle. Gut jeder Fünfte (21 Prozent) kündigte in einer weiteren Frage allerdings auch an, nach dem Datenklau die Einkäufe im Internet einzuschränken. 61 Prozent wollen dies nicht tun.

san/DPA/AFP/Reuters / DPA / Reuters
Kann ich mich auf Geschwindigkeitsanzeige FritzBox verlassen?
Hallo zusammen, erstmal herzlichen Dank für die Leute, die sich Zeit nehmen Fragen zu beantworten oder ihre Erfahrungen mit anderen teilen. Das ist oft hlifreich, wenn man sich nicht so auskennt. Ich hoffe, dass mir jemand weiterhelfen kann. Die Telekom hat hier nach langer und ersehnter Zeit schnelle Leitungen verlegt. Mitarbeiter waren auch zu Besuch da und auch nett:-) Sie wollten ja auch, dass ich von 1und1 wieder zurück wechsel. Das ist für mich in Ordnung und gehört zum Wettbewerb. Da jedoch die Mitarbeiter mir sagten, dass die Telekom für paar Jahre das Vorrecht hätte, könnte ich schnelles Internet nur über Telekom beziehen. Sprich entweder Telekom und schnelles Internet oder langsames Internet. Da habe ich im Internet recherchiert und rausgefunden, dass das so nicht mehr stimmt. Das war der Grund, warum ich dann bei 1und1 DSL100 abgeschlossen habe, da man mir am Telefon gesagt, dass es ohne Probleme möglich wäre. Nun ist es jedoch so, dass wir gar nicht so merken, dass unser Internet schneller ist. Gerade in der oberen Etage kann man nicht ohne Router surfen oder Sky über Internet Fernsehen. Nun meine Frage: Bei der Fritzbox wird es jedoch angezeigt. Kann ich mich drauf verlassen? Oder wie macht ihr eure Messungen? Ich weiss, dass es Software gibt, aber der feste Rechner ist bereits alt und hat einen alten Internet Explorer drauf. Wenn ich mit einem Laptop im Wlan mich reinhänge, wird sicher die Geschwindigkeit sowieso niedriger und nicht verwertbar sein, oder? Vielen Dank für die Antworten.