Namensstreit Apple und Beatles treffen sich vor Gericht


Apple gegen Apple heißt es in vor einem Londoner Gericht. Zwei Giganten der Musikindustrie treffen aufeinander: die Plattenfirma Apple Corps Ltd. der Beatles und der US-Konzern Apple Computers Inc. Die jahrelange Waffenruhe scheint beendet.

Der seit Jahren anhaltende Streit zwischen den Beatles und der Computerfirma Apple ist in eine neue Runde gegangen. Vor einem Gericht in London wollen Anwälte die beiden Überlebenden der legendären Band, Paul McCartney und Ringo Starr, sowie die Witwe von John Lennon, Yoko Ono, und die Erben von George Harrison erreichen, dass der amerikanische Elektronik-Gigant wenigstens im Musikgeschäft auf das Apfel-Logo verzichtet. Die neue Beatles-Klage, zu der am Mittwoch vor dem Royal Court of Justice die erste Verhandlung ansteht, zielt darauf ab, Apple die Benutzung des Apfel-Logos bei seiner Onlinefirma iTunes zu untersagen.

Kompromiss nicht mehr gültig

Hintergrund des "Obstkrieges" sind die Bemühungen der Beatles, ihr Apfel-Logo und den Namen ihrer 1968 geschaffenen Platten- und Musikvermarktungsfirma Apple Corps Ltd. zu schützen, bei der einige der bekanntesten Beatles-Aufnahmen erschienen. Der fast seit Gründung der US-Computerfirma schwelende Streit war 1991 mit einem Kompromiss beigelegt worden. Nach Darstellung der Beatles-Anwälte übernahm Apple seinerzeit die Verpflichtung, das Apfel-Logo seiner PCs und Laptops nicht für eventuelle Aktivitäten im Musikgeschäft einzusetzen.

Das habe sich jedoch nach dem Siegeszug des MP3-Players iPod geändert, argumentieren die Kläger, seit Apple das Logo eines stilisierten angebissenen Apfels bei seiner Musikdownloadprogramm iTunes einsetzt. Experten sind uneins, inwieweit dadurch den Geschäften der Beatles-Nachfolger unter dem Logo eines natürlich dargestellten frischen grünen Apfels der Sorte Granny Smith Schaden entstehen könnte.

Der Richter besitzt einen iPod

Dennoch machen die Kläger geltend, dass Apple mit der Nutzung des Logos bei seinem Online-Musikangebot gegen das Kompromiss-Abkommen von 1991 verstoße. Nach britischen Medienberichten ist durchaus nicht sicher, dass Richter Martin Mann sich dieser Auffassung anschließt. Er selbst habe eingeräumt, einen iPod zu besitzen, der über das Internet mit iTunes verbunden ist. Allerdings hatte der Richter bei Vorverhandlungen den Antrag von Apple abgelehnt, das Verfahren im heimischen Kalifornien stattfinden zu lassen.

DPA DPA

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