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PROGRAMMHINWEIS: Schäden, die Freude machen

Programm: Lustige Schadensmeldungen 1.0a

System: Windows 95/98/ME/NT

Autor: Gunnar Dietze

Preis/Sprache: Freeware/Deutsch

Dateigröße: 1100 kb

Deutsche Sprache, schwere Sprache. Wie kurios manche Menschen mit dem Wort hantieren, zeigt sich vor allem in den Schreiben an ihre Versicherungen. Gunnar Dietze hat die besten Sinnverfehlungen gesammelt und zu einer kleinen Präsentation zusammengestellt. Hier regiert beim Lesen der pure Frohsinn. Vor allem der deutsche Autofahrer, eh schnell erbost und dann mit rüdem Ton bei der Sache, sieht auch im Schriftverkehr nicht so recht ein, dass auch er einmal Schuld haben könnte: »Der Fußgänger hatte anscheinend keine Ahnung, in welche Richtung er gehen sollte, und so überfuhr ich ihn.« Überhaupt scheinen vor allem die Herren der Schöpfung kein Problem damit zu haben, ihr Rasen auf der Autobahn mit einem Freiflug in den Straßengraben abzuschließen. Hauptsache, Erfahrung sammeln und ehrbar bleiben: »Ich habe noch nie Fahrerflucht begangen, im Gegenteil, ich musste immer weggetragen werden.« Da der Mann an sich eh nicht zum Jammern neigt, übersieht er nach einem ersten Crash leicht auch größere Blessuren: »Zunächst sagte ich der Polizei, ich sei nicht verletzt, aber als ich den Hut abnahm, bemerkte ich den Schädelbruch.« Doch nicht nur aus dem Straßenverkehr heraus wird geschrieben, gewettert und beschwert. So manche Witwe fühlt sich unverstanden: »Ich habe nun so viele Formulare ausfüllen müssen, dass es mir bald lieber wäre, mein geliebter Mann wäre überhaupt nicht gestorben.« Und zur Hausfrau will sich auch kein Karriereweib machen lassen: »Ihr Computer hat mir ein Kind zugelegt. Aber ich habe kein Kind. Schon gar nicht von Ihrem Computer.« Klappt?s mit der Erziehung der angehexten Kinder nicht so recht, kann ja die Notbremse gezogen werden: »Hiermit möchte ich mir gestatten, meinen Sohn als Unfall zu melden.« Beschwerden und Schreiben, die im Ton daneben greifen, kommen besonders bei den Empfängern in den Versicherungen gut an. Nicht, weil sich die Angestellten so gerne beschimpfen lassen. Sondern weil es gerade bei diesen Schreiben so oft zu Stilblüten kommt: »Die Selbstbeteiligung für mein neues Gebiss finde ich zu hoch, aber ich muss wohl zähneknirschend zahlen.« Letztendlich währt Ehrlichkeit aber doch am längsten: »Auf Ihre Lebensversicherung kann ich verzichten. Ich will meinen Familienmitgliedern das hinterlassen, was sie verdient haben – nämlich nichts.«

Carsten Scheibe

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