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Freeware: Software für Sparfüchse

Programme, die Windows besser und sicherer machen sollen, schlagen oft mit hohen Preisen zu Buche. Das muss nicht sein. Zum Weltspartag: Programme, die das Betriebssystem für alle Aufgaben des Alltags rüsten - kostenlos.

Von Felix Disselhoff

Schön und gut. Das neue Windows Vista sieht toll aus. Wer den vollen Funktionsumfang nutzen will, muss allerdings bis zu 450 Euro für die Business-Edition hinblättern. Doch ein Großteil der heimischen PC-Benutzer läuft immer noch mit Windows XP. Das ist mittlerweile schon für unter hundert Euro bei Ebay zu ersteigern. Doch zu einem für den Alltag tauglichen Computer reicht das reine Betriebssystem noch lange nicht. Teure Office-Pakete, umfangreiche Multimedia-Suiten und kostenpflichtige Sicherheitskits müssen her. Will man wirklich auf dem Stand der Technik sein, sind ein paar tausend Euro für professionelle Software schnell ausgegeben. Doch dass der Otto-Normal-User all ihre Funktionen ausschöpft, ist eher unwahrscheinlich.

Zum Glück bietet die Freeware-Szene Abhilfe. Wer der kostenlosen Konkurrenz eine Chance geben will, hat sich schnell ein einsatzfähiges System für unter hundert Euro zusammengestellt.

Virenschutz

Windows XP hat mit dem aktuellen Service Pack 2 auch eine integrierte Firewall. Doch sicher ist, dass nichts sicher ist. Wer Viren und Würmer keine Chance geben will, wichtige Dokumente oder die geliebte Musiksammlung zu verwüsten, dem empfiehlt sich ClamWin. Der schlanke Virenscanner verbraucht kaum Systemressourcen und konzentriert sich auf das Suchen und Zerstören von Viren. Bedient wird die leicht verständliche Software über drei Knöpfe: "Optionen", "Ordner durchsuchen" und "auf Updates prüfen". Das Programm schützt auch ihr E-Mail-Postfach.

McAfee Stinger lohnt sich als Ergänzung und ist auf das Finden und Vernichten von Würmern spezialisiert.

Ein weiterer Klassiker unter den kostenlosen Virenjägern ist Avira AntiVir PersonalEdition.

Gegen Spy- und Adware

Das Surfen im Internet hinterlässt oft unliebsame Spuren auf der Festplatte. Um die so genannte Spy- und Adware kümmert sich Spybot Search & Destroy. Neben der Vernichtung von Cookies und anderer Störenfriede scannt Spybot das System nach Programmen, die Werbung einblenden oder Informationen über das Internet übertragen. Diese können dann deaktiviert werden. Wer nun Angst hat, dass danach einige Programme nicht mehr funktionieren könnten, kann aufatmen: Vor der Reparatur kann ein Wiederherstellungspunkt gesetzt werden. So gehen keine Daten verloren.

Firewall

Um Windows nun noch gegen Angriffe von außen zu schützen, empfiehlt sich die Installation einer Firewall. Auf dem Gebiet der kostenlosen Firewalls ist Zone Alarm eine Legende. Sie ist besonders für Anfänger konzipiert und benötigt nach der Installation keinerlei Einstellungen.

Wer es etwas professioneller mag, greift zu Agnitum Outpost. Diese lässt sich bis ins kleinste Detail konfigurieren und an das bestehende System anpassen.

Office-Programme

Word und Excel kennt jeder. Microsofts Office-Paket hat sich über die Jahre bewährt. Das Open-Source-Projekt OpenOffice gibt es mittlerweile in der Version 2.2. Die meisten Funktionen der Mitbewerber finden sich auch hier wieder. Writer dient als Word-Ersatz und kann das doc-Format lesen und schreiben. Calc dient der Tabellenkalkulation. Mit dem Diagramm-Werkzeug lassen sich 2D- und 3D-Diagramme erstellen. Mit Impress werden Präsentation erstellt, und Draw fungiert als integriertes Zeichenprogramm.

PDF-Dateien erstellen

Wer Dokumente im PDF-Format nicht nur lesen, sondern auch erstellen will, kauft entweder die teure Acrobat-Variante oder installiert den PDFCreator. Genau wie beim kostenpflichtigen Konkurrenten wird das Dokument an einen virtuellen Drucker gesendet, der daraus ein PDF-Dokument generiert.

Bildbetrachter und -bearbeitung

Auch wer Photoshop aus dem Büro kennt, kann zu Hause getrost auf die kostspielige Software verzichten. Amateurfotografen werden mit Google Picasa zufrieden sein. Anfänger erzielen selbst mit der Funktion "Auf gut Glück" gute Ergebnisse. Die Software entfernt auch rote Augen und begradigt verwackelte Schnappschüsse.

Unschlagbar in punkto Geschwindigkeit ist der Bildbetrachter IrfanView. Mit der so genannten Batch-Conversion können gleich mehrere Bilder in Größe, Qualität und Format konvertiert werden.

Auch Zeichenprogramme gibt es mittlerweile umsonst. Die Grafik-Software Gimp, ursprünglich für Linux-Systeme konzipiert, hat sich auch unter Windows-Usern einen Namen gemacht. Das Programm arbeitet mit Überblendeffekten, Ebenenmasken, Kopierfunktionen. Es bietet Tools wie Retusche-Funktion und Kontrast-Korrektur.

Internet-Browser

Obwohl der Microsoft Internet Explorer bereits vorinstalliert ist, steigen viele Nutzer auf Mozillas Firefox-Browser um, der in Sachen Sicherheit, Geschwindigkeit und Funktionsumfang den Platzhirsch IE längst überrundet hat. Mit dem so genannten Tab-Browsing können mehrere Seiteninhalte in einem Fenster geöffnet werden. Das sorgt für Übersicht in der Taskleiste. Mit der Erweiterung "AdBlockPlus" werden lästige Pop-Ups gestoppt. Mit dem Add-On "LinkWad" können gleich mehrere Tabs gesichert werden. Diese Funktion ist sehr nützlich, wenn man bei einer Recherche nicht gleich dutzende Lesezeichen erstellen will.

Telefonieren

Selbst Telefonieren ist mit dem PC kostenlos. Mit Skype können Sie nicht nur Nachrichten und Dateien an andere User schicken, sondern auch telefonieren. Die Sprachqualität übertrifft dabei die Qualität eines Festnetztelefons oder eines Mobiltelefons. Mit der aktuellsten Version können sie mit Freunden sogar beliebte Brettspiele über das Internet spielen.

Webseiten erstellen

Selbst das Erstellen und Hosten einer eigenen Homepage lässt sich ohne finanziellen Aufwand realisieren. Der Anbieter Weebly.com macht es dem User sehr einfach. Nach dem Registrieren stehen jede Menge Designs zur Verfügung, die direkt ausprobiert werden können. Texte, Bilder und andere Inhalte werden einfach per Drag-and-Drop hinzugefügt. Nach dem Klick auf den "Publish"-Button ist der eigene Online-Auftritt perfekt.

Multimediaplayer

Alles klar. Das System ist nun vor Angreifern geschützt und arbeiten lässt sich nun auch damit. Doch wo bleibt der Spaß? Damit der Computer zum Multimediawunder wird, braucht es eigentlich Player für die Filmsammlung oder den digitalisierten Musikkoffer. Und diese unterstützen häufig nicht einmal alle Formate. In der Liga der Videoplayer ist der Mplayer unschlagbar. Mit nur einer einzigen Datei spielt er alle Audio- und Videoformate ab. Selbst fehlerhafte Videos sind kein Problem. Filme spielt er sofort nach dem Anklicken ab. Die Konkurrenz braucht hier meist noch einige Sekunden, bis Sie das multimediale Vergnügen genießen können.

Videos umwandeln

Wer seine DVD-Sammlung in das Platz sparende Divx-Format umwandeln will, hat mit dem Tool AutoGK alles zur Hand. Es ist sehr intuitiv zu bedienen: Einfach die DVD auswählen, die gewünschte Dateigröße angeben und schon kann es losgehen.

Musik abspielen und organisieren

Im Audio-Bereich hat WinAmp offenbar uneinnehmbar den ersten Platz eingenommen. Zur Verwaltung der gesammelten Musikstücke empfiehlt sich das Gratis-Tool musikCube. Stücke lassen sich hier nach Titel, Interpreten, Alben und Genres archivieren. Ein weiteres Programm aus der Linux-Welt dürfte Apples ITunes allerdings bald Konkurrenz machen. Mit Amarok lassen sich Songs nicht nur archivieren. Beim Abspielen können sie sofort Infos zum Interpreten aus Wikipedia abrufen oder sich den Songtext anzeigen lassen. Eine stabile Version für Windows soll bald erscheinen.

CD/DVD-Brennprogramme

Zum Verewigen der Daten auf CD und DVD muss es nicht immer Nero Burning Rom sein. Es könnte zum Beispiel auch die Freeware DeepBurner. Daten-DVDs und CDs sowie Audio-CDs werden unterstützt. Techniken wie Burn-Proof, Overburning, ISO-Images und Multisession-CDs meistert das Programm ohne Probleme. Mit einem integrierten Label-Drucker können sie beispielsweise dem Film vom letzten Familientreffen den gewissen Touch geben. Ihre Verwandtschaft wird sich freuen.

Windows verschönern

Wer nun noch die etwas triste Windows-Oberfläche aufpeppen will, lädt sich am besten das Tool Flyakite OSX herunter. Dieses lässt, wie der Name schon vermuten lässt, ihren Windows-Desktop im schicken Mac-Look glänzen. Dem einsatzfähigen Betriebsystem mit jeder Menge nützlicher Software steht nun nichts mehr im Wege.