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Scheibes Kolumne: Ingo-kompatible Software

Jeden Tag werden mehrere Dutzend neue Shareware- und Freeware-Tools veröffentlicht. Welche dieser Programme sind interessant genug für die Allgemeinheit und sollen ihren Weg auf Heft-CDs und in Online-Archive finden? stern.de-Kolumnist Scheibe hat zu diesem Zweck das Ingo-Meter erfunden.

Unser Mitarbeiter Karsten ist ratlos. Er soll die neueste Shareware und Freeware aus dem Internet saugen, damit wir sie auf die diversen Heft-CDs von Computer-Zeitschriften übernehmen können. Das Problem ist nur, dass an jedem Tag zehn Mal mehr Programme neu veröffentlicht oder aktualisiert werden, als wir gebrauchen können. Natürlich wäre es eine echte Zeitverschwendung, alle Neuheiten zu besorgen, wenn neun Zehntel dann doch nur wieder im Windows-Papierkorb landen. Also müssen wir ein Kriterium entwickeln, das uns dabei hilft, den Nutzen einer neuen Shareware auf Anhieb und noch vor dem Download für uns einzuschätzen. Aus diesem Grund haben wir das Ingo-Meter erfunden.

"Denk einfach an Schwager Ingo", rate ich Karsten. Ingo ist nämlich sein Schwager und sehr erfreut darüber, dass wir uns hauptberuflich mit dem Computer beschäftigen. So hat er immer jemanden, den er anrufen kann, wenn er seine Mails von einem Computer auf den anderen übertragen möchte oder wenn er wieder einmal von einem Virus erwischt wurde. Ingo, der zugibt, unsere PC-Fachmagazine immer nur auf dem Klo zu lesen, ist ab sofort unsere Zielgruppe. Ich gebe klare Anweisungen: "Bei jeder neuen Shareware überlegst du, ob das etwas für Schwager Ingo ist. Findet unser virtueller Ingo kein Interesse an einer Software, dann brauchst du sie auch gar nicht herunterladen. Ingo ist die Essenz unserer Zielgruppe: Eher Einsteiger als Profi, Mitte dreißig, interessiert am Computer, aber kein echter Hardware-Frickler."

"Skip it" wird übersprungen

Karsten legt los. Er findet "Skip It", ein Programm, das als TV-Werbeblocker arbeitet - aber nur dann, wenn der eigene PC als Videorekorder eingesetzt wird. Karsten überlegt und stellt sich vor, wie Ingo eine TV-Karte in seinen Rechner einbaut, um dann einzelne Sendungen auf die Festplatte aufzuzeichnen. Würde Ingo wohl kaum machen, denn sein Fernseher steht fast direkt neben dem Computer. Und wenn doch, dann würde Ingo wohl eher spulen, um die Werbeinseln zu überbrücken. Noch lieber borgt sich Ingo aber unsere DVDs aus, da ist nämlich gar keine Werbung drauf. Also bleibt "Skip it", wo es ist - im Internet. Auf dem Ingo-Meter ist das eine Null.

Deutsch mit englischem Akzent

Weiter geht es mit "DeskBot", einem Programm, das die aktuelle Uhrzeit und außerdem auch noch Texte aus der Zwischenablage laut vorlesen kann. Zu diesem Zweck tanzen animierte Charaktere von "Microsoft Agent" über den Schirm. Ich kenne das schon: Die sprechen deutsche Texte mit englischer Aussprache aus. Karsten und ich sehen uns an: Ingo hasst zeitraubende Spielereien, die nix bringen. Da kann er richtig wütend werden. "So was Blödes habe ich ja noch nie gesehen", würde er brummig fluchen und sich mit dem Zeigefinger an die frisch rasierte Glatze tippen. Geduckt unter Ingos nur gedachtem Zorn sehen wir zu, dass wir eine bessere Software finden. Auf dem Ingo-Meter ist das eine minus Zehn.

Ordnung für Hintergrundbilder

"Wie wäre es mit dem Background Organizer?", fragt Karsten, dabei kennt er seinen Schwager doch am besten. Das Programm verwaltet mehrere Desktop-Hintergründe und passt diese automatisch an den Bildschirm an. Ja, das ist etwas für Ingo. Da kann er dann Fotos von seiner Frau, seiner Tochter und der Schildkröte auf den Bildschirm kleben, sodass er sie beim Arbeiten am Rechner immer anschauen kann. Ingo ist nämlich leidenschaftlicher Fotograf und hat sich eine digitale Spiegelreflexkamera zugelegt. Mit dieser Software würde Ingo sich garantiert beschäftigen. Karsten übernimmt sie in die Download-Liste. Auf dem Ingo-Meter spendieren wir eine Sieben.

Ingos Modem hasst Spam noch mehr als wir

Auch der "SuperSpamKiller Pro" ist etwas für Ingo. Der hat nämlich nur ein normales Modem und regt sich immer fürchterlich auf, wenn wir ihm aus der Redaktion Spaß-Mails mit lustigen Videos schicken, die größer sind als 100 Kilobyte. Die sollen wir ihm doch lieber auf Diskette kopieren oder auf CD brennen. Jedenfalls würde Ingo liebend gerne so einen Spamfilter installieren, wenn er nur dazu in der Lage wäre, jede Mail aus unserem Büro zu killen, die größer ist als ein paar tausend Zeichen. Karsten legt auch diese Datei in den Download-Korb. Eine Plus Drei auf dem Ingo-Meter.

Neutron? Flash? Häh?

Karsten zeigt mit dem Finger auf den Bildschirm. "Brauchen wir Neutron?" Das Tool soll Powerpoint-Präsentationen ins Flash-Format konvertieren. Die Frage ist dumm, weil die Antwort klar ist. Ingo weiß überhaupt nicht, was eine Flash-Datei überhaupt ist. Klar ist Ingo der Typ dafür, stundenlang an einer digitalen Präsentation herumzufingern, wenn er damit das Sommerfest für die Kita seiner Tochter besser organisieren könnte. Aber: Was soll er mit einer Flash-Konvertierung? Wir winken ab. Eine minus Drei auf dem Ingo-Meter.

Ganz schön kompliziert, so ein Ingo. Und nach einer Stunde Neuheitensichtung haben wir erst 20 Programme im Sack. Aber ohne die wird unser Ingo gar nicht mehr leben wollen. Wir sind zufrieden.

Alle erwähnten Neuheiten finden Sie bei "Winload".

Eine Glosse von Carsten Scheibe, Typemania

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Kann ich mich auf Geschwindigkeitsanzeige FritzBox verlassen?
Hallo zusammen, erstmal herzlichen Dank für die Leute, die sich Zeit nehmen Fragen zu beantworten oder ihre Erfahrungen mit anderen teilen. Das ist oft hlifreich, wenn man sich nicht so auskennt. Ich hoffe, dass mir jemand weiterhelfen kann. Die Telekom hat hier nach langer und ersehnter Zeit schnelle Leitungen verlegt. Mitarbeiter waren auch zu Besuch da und auch nett:-) Sie wollten ja auch, dass ich von 1und1 wieder zurück wechsel. Das ist für mich in Ordnung und gehört zum Wettbewerb. Da jedoch die Mitarbeiter mir sagten, dass die Telekom für paar Jahre das Vorrecht hätte, könnte ich schnelles Internet nur über Telekom beziehen. Sprich entweder Telekom und schnelles Internet oder langsames Internet. Da habe ich im Internet recherchiert und rausgefunden, dass das so nicht mehr stimmt. Das war der Grund, warum ich dann bei 1und1 DSL100 abgeschlossen habe, da man mir am Telefon gesagt, dass es ohne Probleme möglich wäre. Nun ist es jedoch so, dass wir gar nicht so merken, dass unser Internet schneller ist. Gerade in der oberen Etage kann man nicht ohne Router surfen oder Sky über Internet Fernsehen. Nun meine Frage: Bei der Fritzbox wird es jedoch angezeigt. Kann ich mich drauf verlassen? Oder wie macht ihr eure Messungen? Ich weiss, dass es Software gibt, aber der feste Rechner ist bereits alt und hat einen alten Internet Explorer drauf. Wenn ich mit einem Laptop im Wlan mich reinhänge, wird sicher die Geschwindigkeit sowieso niedriger und nicht verwertbar sein, oder? Vielen Dank für die Antworten.