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Scheibes Kolumne: "Avatar" in 3D: Trampelhorde im Kino

stern.de-Kolumnist Scheibe geht häufig ins Kino. Der digitale Fortschritt auf und vor der Leinwand wird nur noch übertroffen vom Ausmaß der Degeneration der Zuschauer, die sich im Kinosaal benehmen wie angetrunkene Höhlenmenschen.

James Cameron hat Mut. Da denkt sich der Regisseur nach Kassenerfolgen wie "Terminator" und "Titanic" ein völlig neues Science-Fiction-Epos aus, investiert Jahre in den Dreh und lässt sich für seine revolutionären 3D-Ideen sogar eine eigene Kamera entwickeln. Der wohl teuerste Film aller Zeiten - "Avatar" - besteht fast ausschließlich aus Bildern, die am Computer erzeugt oder zumindest nachbearbeitet wurden. "Avatar" ist ein cineastischer Meilenstein. Dem Film gelingt es in der Spielzeit von 2 Stunden und 42 Minuten mit Leichtigkeit und großer Eindruckskraft, eine völlig neue Welt auf dem fernen Mond Pandora zum Leben zu erwecken. Camerons Computerbilder wirken völlig authentisch und das fremde Volk der Na'vi vermittelt Emotionen mit großen künstlichen Katzenaugen so natürlich, dass man frühere Schandtaten in diesem Bereich endlich vergessen möchte.

Und so nimmt man sich gern der Geschichte der Menschen an, die durch die halbe Galaxie gereist sind, um auf dem fernen Mond Pandora wertvolles Erz zu schürfen. Zu dumm, dass auf diesem Erz die friedliebenden Na'vi leben, die im Einklang mit der Natur existieren. Um eine diplomatische Lösung zu finden, schlüpfen einige Forscher mit ihrem Geist in künstlich geschaffene Na'vi-Körper (eben die Avatare), um vor Ort direkt mit den Eingeborenen sprechen und verhandeln zu können. Als das nichts bringt, kommt das Militär zum Einsatz. Halb Pandora wird weggebombt, als sich die Forscher um Sigourney Weaver, eine durchgeknallte Hubschrauber-Pilotin (natürlich Michelle Rodriguez) und ein gelähmter Soldat (Sam Worthington) dazu entschließen, sich auf die Seite der Na'vi zu schlagen, um gegen ihre eigene Rasse zu kämpfen.

Was Cameron da auf die Leinwand zaubert, ist großes Effektkino mit einer erträglichen Geschichte, unglaublich schönen Bildern und sagenhaft vielschichtigen 3D-Effekten, die mit der grauen Brille auf der Nase so lebensecht wirken wie nie zuvor. Kurzum: Das Kino begibt sich mit der Hilfe von Kreativität und modernster Computer-Technik auf die nächste Ebene. Die Evolution des Kinofilms, wie wir ihn kennen, steht direkt bevor: 2010 wird es so viele 3D-Filme geben wie noch nie zuvor.

Kein Respekt vor dem Kino

Leider treibt die Evolution des Kinofilms die schon oft gemeldete Devolution des Zuschauers weiter voran. Während bereits die Werbung zum Film läuft, ist das Kino noch halbleer. Das liegt nicht etwa daran, dass die Karten nicht ausverkauft sind. Das Gros der Zuschauer kommt schlicht zu spät. Der Film sollte um 19:30 Uhr starten, um 19:45 Uhr sind die meisten immer noch nicht da. Das ist okay, wenn die inzwischen völlig tumbe Kinowerbung läuft (Wie lange ist das eigentlich her, dass Kinowerbespots dramatisch besser waren als die im TV?). Das ist aber echt ärgerlich, wenn die Zuschauer erst dann kommen, wenn bereits die Trailer für die kommenden Filme der nächsten Wochen laufen. Bei der dreidimensionalen "Avatar"-Version sind nämlich jede Menge wirklich interessante 3D-Vorschauen zu sehen, die zeigen, wie gut Hollywood die neue Dimension bereits im Griff hat. Der 3D-Effekt geht aber völlig verloren, wenn auf einmal eine Horde Neandertaler durch die mitten im Raum schwebende Grinsekatze aus der kommenden Verfilmung von "Alice im Wunderland" tapert. Vor uns stolpert einer im Halbdunkel: Seine Schale mit Nachos fliegt über fünf Reihen hinweg, die gelbe Sauce saust hinterher. Erstmals ist das Kino bereits eingesaut, bevor der Film anfängt. Und nicht erst hinterher.

Warum gehen die anderen eigentlich ins Kino?

"Avatar" wird wegender langen Spielzeit mit einer eh schon störenden Pause in der Mitte abgekurbelt. Das hindert die meisten Zuschauer aber nicht daran, trotzdem mitten im Film aufzustehen, um aufs Klo zu gehen oder um sich neue Nachos zu holen, die beim Futtern so laut knirschen, dass man nicht weiß, ob da jemand Hunger hat oder ob sich da gerade ein neues Untier im Film anschleicht - eins, das noch nicht zu sehen ist, aber anscheinend schon mal mit den Zähnen mahlt. Während vor uns gerade ein neuer Pipi-Gänger mit schwacher Blase die wichtigste Szene des Films mit seinem Schatten verstellt, beginnt hinter uns eine Gruppe zu diskutieren. Der eine unterhält das ganze Kino mit der Feststellung, dass "Avatar" doch im Grunde genommen nix anderes ist als "Winnetou meets Star Wars meets Herr der Ringe". Als sich die Na'vi bei einem Ritual an den Händen fassen und sich summend im Kreis wiegen, kreischen die Leute hinter uns: "Voll die Hare-Krishna-Jünger, diese Alien-Volldeppen."

Überhaupt scheinen viele der jüngeren Zuschauer Probleme damit zu haben, sich in der zweiten Hälfte des Films auf die Seite der Na'vi zu schlagen. Als die Kampfhubschrauber der Menschen den riesigen Lebensbaum der Außerirdischen zu Kleinholz zerlegen, tönt es hinter unter uns schon wieder: "Ja, macht sie fertig, diese Krishna-Bläulinge. Macht aus Pandora einen Parkplatz aus Beton."

Links neben uns sitzen drei Mädchen, die sichtbar wenig Interesse an dem Film haben. Zwar kichern sie immer nur leise, schalten dafür aber alle paar Sekunden ihre Handys an, um nachzuschauen, ob ihre hühnerbrüstigen und pickelgesichtigen Möchtegern-Rapperfreunde ihnen nicht vielleicht schon wieder eine neue SMS geschickt haben. In diesem Fall wird das Telefon erst einmal herumgereicht. Jeder kennt das: Schaltet jemand neben einem im Dunkeln eine Taschenlampe ein, so wird man geblendet und sieht erst einmal nix mehr, wenn das Licht wieder ausgeht. So ist das auch mit dem leuchtenden Handy.

Nach dem Film ist vor dem Film: Ich hab ihn jetzt zwei Mal gesehen. Zum einen, weil ich ihn so gut finde. Zum anderen, damit ich endlich einmal alle Szenen mitbekomme. Inzwischen habe ich mir das Avatar-Spiel für das iPhone heruntergeladen - da quatscht mir wenigstens niemand von der Seite rein. Und Nachos-Krümel bekomme ich auch keine ab.

Eine Glosse von Carsten Scheibe, Typemania

Kann ich mich auf Geschwindigkeitsanzeige FritzBox verlassen?
Hallo zusammen, erstmal herzlichen Dank für die Leute, die sich Zeit nehmen Fragen zu beantworten oder ihre Erfahrungen mit anderen teilen. Das ist oft hlifreich, wenn man sich nicht so auskennt. Ich hoffe, dass mir jemand weiterhelfen kann. Die Telekom hat hier nach langer und ersehnter Zeit schnelle Leitungen verlegt. Mitarbeiter waren auch zu Besuch da und auch nett:-) Sie wollten ja auch, dass ich von 1und1 wieder zurück wechsel. Das ist für mich in Ordnung und gehört zum Wettbewerb. Da jedoch die Mitarbeiter mir sagten, dass die Telekom für paar Jahre das Vorrecht hätte, könnte ich schnelles Internet nur über Telekom beziehen. Sprich entweder Telekom und schnelles Internet oder langsames Internet. Da habe ich im Internet recherchiert und rausgefunden, dass das so nicht mehr stimmt. Das war der Grund, warum ich dann bei 1und1 DSL100 abgeschlossen habe, da man mir am Telefon gesagt, dass es ohne Probleme möglich wäre. Nun ist es jedoch so, dass wir gar nicht so merken, dass unser Internet schneller ist. Gerade in der oberen Etage kann man nicht ohne Router surfen oder Sky über Internet Fernsehen. Nun meine Frage: Bei der Fritzbox wird es jedoch angezeigt. Kann ich mich drauf verlassen? Oder wie macht ihr eure Messungen? Ich weiss, dass es Software gibt, aber der feste Rechner ist bereits alt und hat einen alten Internet Explorer drauf. Wenn ich mit einem Laptop im Wlan mich reinhänge, wird sicher die Geschwindigkeit sowieso niedriger und nicht verwertbar sein, oder? Vielen Dank für die Antworten.