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Scheibes Kolumne: Shareware für Indien

stern.de-Kolumnist Scheibe hält gern Kontakt mit den Shareware-Entwicklern, die er bereits seit vielen Jahren kennt. Einer von ihnen ist kurz vor Weihnachten ausgerechnet in Indien wieder aufgetaucht. Hier hilft er vor Ort dabei, eine Schule zu modernisieren, der es am Nötigsten fehlt. Shareware meets Charity - und jeder darf mitmachen!

Seit über 20 Jahren bespreche ich Shareware-Programme. Dabei lernt man viele Entwickler besser kennen. Man begleitet sich ein Stück des Wegs, verliert sich aus den Augen und trifft sich oft Jahre später wieder. Dr. Michael Schlesier ist so ein Fall. Der Shareware-Entwickler arbeitet bereits seit vielen Jahren an der Software LeseFix Pro (www.lesefix.de), die dabei hilft, Texte aller Art laut am Rechner vorzulesen. Vor einigen Wochen ist die neue Version 8.0 erschienen, die nun auch unter Windows 7 und Vista läuft. Ich funkte den Entwickler an und - bekam Antwort aus Indien.

Dr. Schlesier schrieb: "Seit einem Jahr bin ich überwiegend in Indien, um hier Kindern und armen Leuten zu helfen. Um das mit meiner Frau zusammen bestmöglich tun zu können, sind wir als komplette Familie hierher gezogen. Meine drei Kinder gehen inzwischen auf eine indische Schule und pauken Hindi, Englisch und Französisch."

Der Entwickler schrieb weiterhin in seiner Mail, dass er konkret eine bestimmte Schule vor dem Untergang gerettet hat. Der Zustand der Schule soll so schlecht gewesen sein, dass ihm das "Herz weh tat". Dr. Schlesier: "Gerade erst haben wir für eine Spende von 400 Euro 12 Holzschulbänke mit Sitzteil kaufen können, da das gesamte Mobiliar schon bald 30 Jahre alt ist. Das können Sie sich nicht vorstellen! Wir möchten noch so vieles machen, aber uns fehlen die Mittel. Letztes Jahr haben wir alles verkauft, was wir in Deutschland hatten, um hierher kommen zu können und uns einen Start zu ermöglichen."

Nun habe ich persönlich immer Probleme mit den vielen Spendenaufrufen vor Weihnachten. Alle Firmen versenden keine Geschenke mehr an die Geschäftspartner, sondern spenden. Auch der Briefkasten ist voll mit gut gemeinten Appellen an meine Brieftasche, doch bitte schön mit einer Überweisung Gutes zu tun. Ich mache da nur ungern mit, weil das alles für mich zu abstrakt und fern ist. In diesem konkreten Fall packte mich aber schnell das Interesse. Da war jemand, den ich seit Jahren kannte und der nun die Koffer packte, um vor Ort in der Ferne mit anzupacken. Mit den Mails, die zwischen uns hin und her gingen, kamen auch viele Fotos, die alle die Schule zeigten, um die es ging. Ich wollte mehr wissen.

Dr. Schlesier erzählte in seinen Mails: "Die Busy Bee English High School befindet sich in Vasco-da-Gama (Goa) im Ortteil Baina. In die Schule gehen zurzeit 300 Kinder und zwar vom Kindergarten und die Vorschule über die Grundschule (1.-4. Klasse) bis hin zur Highschool (5.-10. Klasse). Die Schule existiert bereits seit 1971 und hat seit 38 Jahren keine neuen Schulmöbel mehr bekommen. Der aktuelle Schulleiter heißt Reuben Doddamani. 2008 habe ich mit einer Spende von 3.000 Euro eine teilweise Renovierung durchgeführt. Erste Schulbänke wurden dann mit meiner neuen Spende im November 2009 angeschafft. Auf dem Gelände befinden sich seit diesem Jahr auch einige Spielplatzgeräte (Rutsche, Schaukel, Wippe usw.), die ich durch das Sammeln von Spenden besorgen konnte. Letzte Woche habe ich für zwei Feuerlöscher gespendet, da keine vorhanden waren."

Es wird noch viel benötigt

Ich erfahre weiterhin, dass das Schulgeld an der indischen Schule extra niedrig gehalten wird, damit auch Kinder aus sozial schwachen Familien eine gute Schulbildung erhalten können. Das verhindert aber, dass die Schule Rücklagen für Renovierungen und neue Anschaffungen bilden kann. Wir sprechen dabei von einem Land, in dem ein normaler Arbeiter 30 Euro im Monat verdient und ein Schulleiter vielleicht gerade einmal 80 Euro.

Dr. Schlesier: "Bevor wir nach Indien kamen und der sehr gute neue Schulleiter Reuben eingesetzt wurde, war die Schule in einem hoffnungslosen Zustand. Aber das hat uns natürlich motiviert, alles Machbare für die Schule zu tun. Alle freuen sich, dass es Hoffnung gibt und die Schülerzahl steigt wieder. Übrigens hat die Schule einen sehr guten Ruf. Viele Eltern sind selbst auf diese Schule gegangen oder haben Verwandte, die diese Schule besucht haben."

Vieles wird in dieser einen speziellen Schule noch benötigt. Konkret geht es zurzeit um neue Tische und Sitzbänke für die Kinder. Ein Dutzend Einheiten wurden ja bereits angeschafft, 25 Sets aus je einer Schulbank und einer Sitzbank werden nun noch dringend für die Kinder der ersten Klasse benötigt. Das sind 40 Euro pro Set, also tausend Euro.

Hier ist es spannend zu sehen, wie die Software-Entwickler sich spontan gegenseitig helfen. Dr. Schlesier spendet selbst einen gewissen Prozentsatz von jedem Verkauf seiner Software LeseFix Pro für das Schulprojekt. Emsi Software aus Österreich hat nur zu Weihnachten die Sicherheits-Software Mamutu verschenkt (www.emsisoft.de) und für jeden erfolgten Download aus eigener Tasche 10 Cent gespendet - für die Schule in Indien. SoftMaker (www.loadandhelp.de), selbst gerade groß mit Spendensammeln für wichtige Hilfsprojekte beschäftigt, gab dem Kollegen in Indien dann den Tipp, das ganze Projekt doch bei betterplace.com (www.betterplace.com) einzustellen. Gesagt, getan: Jetzt gibt es wenigstens eine offizielle Anlaufstelle im Web, wo Spenden für die Kinder in Indien gesammelt werden können.

Und wer weiß: Wenn sich nur genügend Leser dieser Kolumne beteiligen, dann können die zukünftigen Kinder der ersten Klasse vielleicht schon bald an neuen Tischen sitzen.

Eine Glosse von Carsten Scheibe, Typemania

Kann ich mich auf Geschwindigkeitsanzeige FritzBox verlassen?
Hallo zusammen, erstmal herzlichen Dank für die Leute, die sich Zeit nehmen Fragen zu beantworten oder ihre Erfahrungen mit anderen teilen. Das ist oft hlifreich, wenn man sich nicht so auskennt. Ich hoffe, dass mir jemand weiterhelfen kann. Die Telekom hat hier nach langer und ersehnter Zeit schnelle Leitungen verlegt. Mitarbeiter waren auch zu Besuch da und auch nett:-) Sie wollten ja auch, dass ich von 1und1 wieder zurück wechsel. Das ist für mich in Ordnung und gehört zum Wettbewerb. Da jedoch die Mitarbeiter mir sagten, dass die Telekom für paar Jahre das Vorrecht hätte, könnte ich schnelles Internet nur über Telekom beziehen. Sprich entweder Telekom und schnelles Internet oder langsames Internet. Da habe ich im Internet recherchiert und rausgefunden, dass das so nicht mehr stimmt. Das war der Grund, warum ich dann bei 1und1 DSL100 abgeschlossen habe, da man mir am Telefon gesagt, dass es ohne Probleme möglich wäre. Nun ist es jedoch so, dass wir gar nicht so merken, dass unser Internet schneller ist. Gerade in der oberen Etage kann man nicht ohne Router surfen oder Sky über Internet Fernsehen. Nun meine Frage: Bei der Fritzbox wird es jedoch angezeigt. Kann ich mich drauf verlassen? Oder wie macht ihr eure Messungen? Ich weiss, dass es Software gibt, aber der feste Rechner ist bereits alt und hat einen alten Internet Explorer drauf. Wenn ich mit einem Laptop im Wlan mich reinhänge, wird sicher die Geschwindigkeit sowieso niedriger und nicht verwertbar sein, oder? Vielen Dank für die Antworten.