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Softwarepiraterie: Raubkopierer-Razzia in Fürth

Weil sie nicht rechtzeitig liefern konnte, ist eine Gruppe von Raubkopierern in Fürth aufgeflogen. Sie verkaufte vor allem Computerspiele. Nicht alle Festgenommenen sind volljährig.

Ein Schlag gegen die Softwarepiraterie ist der Polizei in Fürth gelungen. Gegen zehn Tatverdächtige werde ermittelt, berichtete die Behörde. Sie sollen Raubkopien von Computerspielen gewerbsmäßig über das Internet verkauft haben. Bei den mutmaßlichen Haupttätern handle es sich um drei Männer im Alter von 17, 19 und 22 Jahren.

Nach Anzeigen von Privatpersonen und Firmen wurden drei Wohnungen in Fürth durchsucht. Dabei stellten die Beamten umfangreiches Beweismaterial wie gefälschte Waren, Konto- und Kundenkarteien sowie EDV-Material und Computeranlagen sicher. Zur Zeit werde gegen zwei Tätergruppen ermittelt, die unabhängig voneinander operierten, hieß es. Die Ware besorgten sie sich in Tschechien, insbesondere in der grenznahen Stadt Cheb. Neben den Raubkopien handelten sie auch mit nachgemachten Rucksäcken und Taschen.

Entdeckung nach Lieferproblemen

Der illegale Handel flog auf, als die Männer bestellte und bereits bezahlte Waren nicht fristgerecht liefern konnten. Zudem funktionierte die raubkopierte Software teilweise nicht. Darüber hinaus waren gefälschte Produkte Testkäufern der betroffenen Firmen in die Hände gefallen, die ebenfalls die Polizei informierten.

Der 17-Jährige räumte den Angaben zufolge ein, bis Ende 2004 mindestens 700 Computerspiele an den Mann gebracht zu haben, für die er das Drei- bis Vierfache des Einkaufspreises erlöst habe. Der 19-Jährige, der bereits wegen Markenrechtsverstößen und Betrug in Erscheinung getreten sei, und der 22-Jährige hätten sich die Bankkonten von Bekannten zur Verfügung stellen lassen, um ihre eigene Identität zu verschleiern.

Die Markenrechtsinhaber prüfen der Polizei zufolge Schadensersatzforderungen. "Allein der 17-Jährige dürfte nach bisherigen Erkenntnissen einen Schaden von 30.000 Euro verursacht haben", hieß es.

DPA / DPA
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