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Kartenspiel für Windows: Solitaire ist das berühmteste Computerspiel der Welt - der Erfinder bekam nur acht Cent

Solitaire dürfte für Millionen vertrödelte Stunden im Büro verantwortlich sein. Doch wussten Sie, dass das Spiel gar nicht von einem Microsoft-Angestellten programmiert wurde, sondern von einem Praktikanten? Der erhielt dafür bis heute nur wenige Cent.

Solitaire-Erfinder Wes Cherry erzählte "Great Big Story" seine Geschichte

Solitaire-Erfinder Wes Cherry erzählte "Great Big Story" seine Geschichte

Es ist eines der populärsten Computerspiele überhaupt und dürfte für Millionen vertrödelte Stunden im Büro verantwortlich sein: Die Rede ist vom Kartenspiel Solitaire. Erstmals wurde das Spiel mit dem Betriebssystem Windows 3.0 im Mai 1990 ausgeliefert. Für Microsoft war das Spiel ein Glücksgriff. Die Regeln waren simpel, zusätzlich verdeutliche es beispielhaft das Drag&Drop-Prinzip mit der Maus, an das sich viele Nutzer erst gewöhnen mussten.

Was viele Nutzer nicht wissen: Entwickelt wurde das Spiel nicht von Microsoft selbst, sondern von einem damaligen Praktikanten. Der bekam von dem Konzern nicht einen einzigen Cent für seine Arbeit. Das bestätigte Wes Cherry, der damalige Praktikant, in einem Reddit-Eintrag, vergangenes Jahr erzählte er bei "Great Big Story" ebenfalls die Entstehungsgeschichte des wohl berühmtesten Windows-Spiels neben Minesweeper.

Solitaire statt Prüfungsstress

Alles begann im Sommer 1988: "Ich habe es für Windows 2.1 in meiner Freizeit geschrieben, als ich Praktikant bei Microsoft war", schreibt Cherry auf Reddit. "Anstatt für die College-Prüfungen zu lernen, habe ich ein ähnliches Solitaire-Spiel auf dem Mac gespielt. Und so eine Version wollte ich auch für Windows haben."

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Die Programmierung selbst sei nicht besonders schwierig gewesen, erklärt Cherry. Erwähnenswert sei höchstens, dass es ihm gelang, eine flüssige Bewegung beim Ziehen der Karten zu animieren - keine Selbstverständlichkeit in einer Zeit, in der objektorientierte Programmierung noch eine Seltenheit war.

8 Cent für Solitaire

"Ein Programm-Manager des Windows-Teams sah es [das Spiel, Anm. d. Red.] und beschloss, es in Windows 3.0 zu integrieren. Dann wurde klargestellt, dass ich dafür nicht bezahlt werden würde", so Cherry. Als Gegenleistung erhielt er stattdessen einen IBM Personal Computer XT, mit dem er während des Schuljahrs arbeiten konnte. "Ich war damals damit einverstanden und bin es auch heute noch." Der damalige Microsoft-Chef Bill Gates war übrigens der Meinung, dass Solitaire zu schwierig zu gewinnen sei.

Immerhin haben ein paar Menschen, die von seiner Geschichte erfuhren, ihm deshalb zum Spaß einen symbolischen Penny per Post geschickt oder persönlich übergeben. "Ich glaube, ich bin jetzt bei 8 Cent", sagte Cherry vor knapp zwei Jahren.


cf
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