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Videospielmesse E3: Ungleiches Duell in Hollywood

Der eine war noch nie auf der E3, ohne den anderen wäre die größte Videospielmesse der Welt nicht mehr denkbar. Heute traten sie kurz hintereinander auf - und gegeneinander an: Microsoft-Chef Bill Gates und Mario-Erfinder Shigeru Miyamoto.

Von Sven Stillich, Los Angeles

Shigeru Miyamoto betritt gegen 9:30 Uhr als Erster die Bühne der Nintendo-Pressekonferenz mit dem Controller der neuen Nintendo-Konsole "Wii" in der Hand, im schwarzen Anzug, hinter ihm auf der Leinwand wartet ein Orchester auf ihn, er schwingt den Taktstock, dirigiert, das Orchester legt los. Jeder weiß, das ist Nintendos Idee: Ein Controller, der die Handbewegungen des Spielers erfasst und ins Spiel überträgt. Jeder, der schon einmal mit Miyamoto geredet hat, weiß auch, dass ihm solche Auftritte zuwider sind - er aber alles mitmacht, wenn es Nintendo hilft. Einmal im Jahr will das Publikum Show, und einmal im Jahr auf der E3 bekommt es von ihm Show. Hier, im Kodak Theatre in Hollywood, werden jährlich die Oscars verliehen, und so wird Miyamoto nicht nur ein Orchester dirigieren, er wird am Ende des Spektakels auch mit dem "Wii"-Controller Tennis spielen gegen seinen Chef Satoru Iwata und gegen Reggie Fils-Aime, den amerikanischen Marketing-Chef von Nintendo, der vor zwei Jahren mit dem schwer ins Deutsche zu übersetzenden Satz "My name is Reggie. I'm about kicking ass, I'm about taking names, and we're about making games" die Nintendo-Show eröffnet hatte.

Gewohnt wortstark

Auch heute hat Fils-Aime große Worte dabei, spricht davon, dass es nicht darum gehe, Spiele nur zu sehen, sondern sie zu fühlen - ein Seitenhieb auf die grafische Fixiertheit der Konkurrenzprodukte. Und dass es darum gehe, Risiken einzugehen, Neues auszuprobieren, neue Zielgruppen zu gewinnen. Dazwischen sausen Videos über die Leinwand, die zeigen, welche Spiele Nintendo sehen bzw. fühlen will: jemand schwingt einen Golfschläger, ein Kind steuert ein Flugzeug mit dem "Wii"-Controller, Schwerter klirren, Pistolen knallen - doch Nintendo zeigt weniger die Spiele als die Menschen, die damit spielen. So viele neue Wege auf einmal zu gehen, den Controller in den Mittelpunkt zu rücken und nicht die Power der Konsole - das ist ein riskantes Unternehmen, aber, so Reggie Fils-Aime: "Die Friedhöfe sind voll von Firmen, die immer nur dasselbe gemacht haben." Ob der Plan aufgeht, weiß heute keiner, eines jedoch kann man Nintendo nicht nehmen: "Wii" ist außergewöhnlich, vom Konzept bis zum Namen. Über den gab es viele Diskussionen, die am Tag, als der Name veröffentlicht wurde, von "?" bis zu "Oh mein Gott!" reichten, "!" oder "Cool!" waren kaum dabei. Reaktionen, die Nintendo inzwischen anscheinend verdaut hat. "Wir möchten uns gerne bedanken bei allen, die am ersten Tag positiv über den Namen geschrieben haben", sagt Fils-Aime. Pause. "Bei beiden von Euch."

Da war noch was...

Dann gibt es auch Spiele zu sehen: ein neues Metroid Prime, neue Fire Emblems, Sonics, Final Fantasys, Zeldas und ein Super Mario natürlich auch. Leider ist davon kaum jemand im Publikum beeindruckt. Wer bislang nicht einsehen wollte, dass Nintendo wirklich nicht auf Grafik setzt, der muss es nun akzeptieren - denn was heute zu sehen ist, kann mit den Konsolen der Konkurrenz nicht im Ansatz mithalten. Dafür macht es Spaß, den Spielern beim Spielen zuzusehen, es macht Spaß, sich vorzustellen, selbst zu spielen - auch mit dem heute enthüllten Lautsprecher im Controller, der das Spielgeschehen noch näher an den Spieler heranrückt. Aber die versammelten Spieler und Journalisten applaudierten nur zögerlich. Jeder hier spürt: Nicht nur aufgrund der fehlenden Informationen zu Preis und Erscheinungsdatum ist das Publikum verunsichert. Es will, das es toll ist, mit der "Wii" zu spielen, aber es hat Angst, enttäuscht zu werden. Es hat Angst vor dem Besuch am Nintendo-Stand morgen. Und so war die Pressekonferenz der Japaner in diesem Jahr weniger der übliche Gottesdienst als eher eine Propagandaveranstaltung für Zweifler: "Haltet durch!", so die Botschaft, alles wird gut. Wartet ab, bis ihr den Controller in der Hand hattet! "Seeing is just an impression", sagt Präsident Iwata zum Schluss - "playing is believing". Glaubt (an) uns, es wird schon alles gutgehen.

Lesen Sie auf der nächsten Seite alles über die Pressekonferenz von Microsoft

Microsoft präsentiert sich gewohnt selbstbewußt

Ein paar Stunden später, einige Meter weiter, im Chinese Theatre auf dem Hollywood Boulevard, ist bereits alles gutgegangen, als Bill Gates unter Applaus die Bühne betritt. Eine Stunde lang hat der Entertainment-Chef von Microsoft, Peter Moore, erklärt, dass die Xbox 360 die kraftvollste Maschine ist, die man zur Zeit kaufen kann, dass sich nie eine Spielkonsole schneller und besser verkauft und dass Microsofts Online-Dienst "Xbox Live" Videospielen für immer verändert hat, dass man in Japan auch noch auf die Beine kommen werde, und dass im kommenden Jahr um diese Zeit sechs Millionen Menschen "live" spielen werden sollen. Microsoft ist selbstbewußt: Die Xbox 360 ist auf dem Markt, und sie läuft gut. Microsoft ist aber auch in einer neuen Position: Das Unternehmen muss nicht angreifen, dass müssen jetzt die anderen. Der Ort dazu ist passend gewählt: In diesem Raum wurden früher die Oscars verliehen, ein Ort für Alteingesessene, Etablierte. Das im Hinterkopf hat Microsoft die Pressekonferenz geschickt komponiert: Auf Highlights folgen Phasen von Leerlauf, die Leckerlis sind umgeben von Info-Sättigungsbeilagen - manch einer kratzt sich am Kopf, als Peter Moore im Jahre 2006 stolz verkündet, dass man bald auf dem Minigame-Spielplatz der Xbox, "Live Arcade", auch Frogger, Pac-Man, Galaga und Defender spielen kann.

Die Neuheiten

Die Highlights für die Xbox 360 sind (in Reihenfolge ihres Auftretens): der Shooter "Gears of War" (blutig und eindrucksvoll bzw. eindrucksvoll blutig), der Thriller "Alan Wake", das Abenteuerspiel "Fable 2" vom gerade eingekauften Star-Entwickler Peter Molyneux (der auf Moores "Willkommen an Bord, Peter" mit einer Übersprungshandlung reagiert und sich beim Grinsen die Zunge in die Backe bohrt), ein drahtloses Lenkrad für Rennspiele, eine Kamera und ein neues Headset, ein HD-DVD-Laufwerk zum Anstöpseln - und, bis dahin die einzige wirkliche Überraschung der Veranstaltung: "Grand Theft Auto IV" für die Xbox 360. Peter Moore hat sich das Logo des Spiels sogar auf seinen linken Arm tätowieren lassen. Oder vielleicht ist es doch nur aufgemalt. Sei's drum: Ein Höllenapplaus ertönt. Und das zu Recht. "Grand Theft Auto" ist ein überaus populäres Spiel - und noch hat die Xbox 360 zu wenig davon.

"Live Anywhere"

Dann kommt Bill Gates auf die Bühne und beginnt zu reden. Wer nur auf die Bühne schaut, kann nicht begreiften, warum dieser Mann so reich geworden ist - er muss sich umblicken, auf seinen Teleprompter hinauf sehen, und anerkennen: Ein Mensch, der zehn Minuten zum Stichwort "Xbox is selling like crazy" frei reden kann, der ist unbezahlbar. Und dann hat auch Bill Gates noch eine Neuigkeit dabei, die Microsoft-Fans jubeln und Kritiker kräftig mit der Stirn runzeln lässt: "Live Anywhere": die Möglichkeit, auf jedem Gerät, auf dem Windows läuft, das selbe Spiel mit- oder gegeneinander zu spielen - mit der Xbox 360 gegen jemanden auf dem Windows-Vista-PC, mit dem Handy irgendwann einmal gegen jemanden auf der Xbox 360. Jemand fährt ein Rennspiel auf der Konsole und rüstet seinen Wagen dann auf dem Handy auf - das nur als Beispiel. "Wir sind erst am Anfang dessen, was mit Handys möglich ist", sagt Bill Gates, und: "Wenn eine Firma so etwas hinbekommt, dann Microsoft". Jeder ist über Windows mit jedem verbunden, das ist sein Traum: Wer mit der Xbox spielt, sieht, dass sein Freund auf dem PC gerade arbeitet - und kann ihn davon abhalten. Bill Gates grinst, freut sich über die Idee und geht. Dann ist die Pressekonferenz zu Ende, die Botschaften sind abgeliefert, alles ist klar: Reggie Fils-Aime hat fast genau so oft "control" gesagt wie Peter Moore "high definition". Die Show ist vorbei, morgen öffnet die E3 ihre Türen, und dann haben endlich die unabhängigen Spielehersteller das Wort. Und um deren Werke geht es ja eigentlich, da sind sich ausnahmsweise alle einmal einig, von Microsoft über Nintendo bis zu Sony.

Kann ich mich auf Geschwindigkeitsanzeige FritzBox verlassen?
Hallo zusammen, erstmal herzlichen Dank für die Leute, die sich Zeit nehmen Fragen zu beantworten oder ihre Erfahrungen mit anderen teilen. Das ist oft hlifreich, wenn man sich nicht so auskennt. Ich hoffe, dass mir jemand weiterhelfen kann. Die Telekom hat hier nach langer und ersehnter Zeit schnelle Leitungen verlegt. Mitarbeiter waren auch zu Besuch da und auch nett:-) Sie wollten ja auch, dass ich von 1und1 wieder zurück wechsel. Das ist für mich in Ordnung und gehört zum Wettbewerb. Da jedoch die Mitarbeiter mir sagten, dass die Telekom für paar Jahre das Vorrecht hätte, könnte ich schnelles Internet nur über Telekom beziehen. Sprich entweder Telekom und schnelles Internet oder langsames Internet. Da habe ich im Internet recherchiert und rausgefunden, dass das so nicht mehr stimmt. Das war der Grund, warum ich dann bei 1und1 DSL100 abgeschlossen habe, da man mir am Telefon gesagt, dass es ohne Probleme möglich wäre. Nun ist es jedoch so, dass wir gar nicht so merken, dass unser Internet schneller ist. Gerade in der oberen Etage kann man nicht ohne Router surfen oder Sky über Internet Fernsehen. Nun meine Frage: Bei der Fritzbox wird es jedoch angezeigt. Kann ich mich drauf verlassen? Oder wie macht ihr eure Messungen? Ich weiss, dass es Software gibt, aber der feste Rechner ist bereits alt und hat einen alten Internet Explorer drauf. Wenn ich mit einem Laptop im Wlan mich reinhänge, wird sicher die Geschwindigkeit sowieso niedriger und nicht verwertbar sein, oder? Vielen Dank für die Antworten.