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XP-Nachfolger angetestet: Was taugt Windows Vista?

Was für eine Schwergeburt: Mehr als fünf Jahre verschlang die Entwicklung von Vista. Der XP-Nachfolger soll dafür aber besser sein als jedes Windows zuvor. stern.de hat das neue Betriebssystem ausprobiert.

Von Udo Lewalter

"Vollkommen überflüssig", "längst überfällig", "notwendig", "nutzlos": Microsofts neues Betriebsystem spaltet die PC-Gemeinde in zwei Lager. Für die einen ist Vista mitsamt der neuen 3D-Optik nur eine Spielerei; andere freuen sich auf zusätzliche Funktionen und auf das erweiterte Sicherheitssystem. Für Microsoft ist das neue Windows-Betriebssystem in jedem Fall eines: eine schwere Geburt. Und längst überfällig. Windows Vista erscheint am 30. Januar nach mehr als fünf Jahren Entwicklungszeit und zahlreichen Verspätungen.

Das Softwarepaket ist eine komplette Neuentwicklung. Und für die gesamte IT-Industrie eines der wichtigsten neuen Produkte seit Jahren - denn der Vorgänger Windows XP läuft weltweit auf über 90 Prozent aller Personal Computer. Microsoft genießt praktisch eine Monopolstellung.

Auch Alternativen wie etwa das freie Betriebssystem Linux hatten bislang an der überwältigenden Markstellung von Windows nichts ändern können. Nur im Server-Markt spielt Linux eine nennenswerte Rolle.

Warten auf Vista

Ursprünglich sollte das neue Betriebssystem bereits Anfang 2005 erscheinen. Doch zwischenzeitlich musste Microsoft große Sicherheitslücken in Windows XP stopfen. Und auch die Arbeit am erweiterten Vista-Schutzpaket sorgte für deutlichen Verzug.

Umstieg sinnvoll?

Vista soll mit mehreren tausend Funktionen und einer komplett überarbeiteten grafischen Oberfläche mit dem Namen "Aero" für eine schnellere und optisch vereinfachte Verwaltung und Nutzung von Daten verschiedenster Art sorgen. Zudem will Microsoft mit einem erweiterten Sicherheitspaket effektiver vor Attacken schützen.

Doch ist der Systemumstieg von einem ausgereiften System auf das neue Vista überhaupt sinnvoll? Schützt der XP-Nachfolger tatsächlich besser vor Attacken als der Vorgänger? Und läuft das neue Betriebssystem mit alter Soft- und Hardware? stern.de kennt die Antworten.

Installation und Boot-Vorgang

Umstieg mit Rückfahrkarte: Vista kann auf Wunsch parallel zu einem bereits bestehenden XP-Betriebssystem installiert werden. Beim Boot-Vorgang wählt der Nutzer dann aus, welche Windows-Version gestartet werden soll. Eine solche duale Lösung ist ratsam, denn zunächst werden nicht alle Anwendung einwandfrei unter Vista laufen. Bei Problemen kann dann XP geladen werden. Erst in einigen Wochen dürften Entwickler entsprechende Treiber nachliefern, die "kritische" Programme unter Vista lauffähig machen.

Wartezeit bleibt

Nach der zirka 30 Minuten dauernden Installation kommt, was kommen muss: die "Bill-Gates-Gedenkminute" beim ersten Hochfahren des Rechners. Der lästige Boot-Vorgang bleibt auch den Nutzern der neusten Windows-Version nicht erspart. Für den Start benötigt Vista auf alten Rechnern etwa genauso lange wie Windows XP; die Wartezeit wurde entgegen Microsofts Ankündigung nicht minimiert.

Wie handhabt sich Vista?

Auf dem Desktop angelangt, vermittelt Vista in vielen Punkten einen vertrauten Eindruck - Startmenü und Taskleiste präsentieren sich ähnlich wie beim Vorgängersystem XP. Und doch hat sich das Arbeiten unter Vista im Vergleich zum Vorgänger im Detail positiv verändert. So hat Microsoft den Aufbau vieler Unterpunkte klarer strukturiert. Das Startmenü beispielsweise wurde im Detail kräftig überarbeitet. Auffällig dabei ist der Unterpunkt "Programme": In XP musste hier noch umständlich in Klappmenüs nach einer Anwendung gesucht werden. Windows Vista bereitet diesen Punkt in einer übersichtlichen Listendarstellung auf.

Die Handhabung des Systems wird zudem durch die so genannte "Windows-Sidebar" vereinfacht, eine Leiste die dauerhaft auf dem Desktop eingeblendet werden kann. Hier integriert der Nutzer Kleinapplikationen wie einen Währungsrechner, RSS-Schlagzeilen, einen Kalender oder eine Uhr. Die Leiste kann wahlweise rechts oder links auf dem Desktop verankert werden. Ein praktisches Tool.

Vista hat den Dreh raus

Eine weitere sinnvolle Idee integrierte Microsoft im Explorer. Symbole, die in einem Fenster angezeigt werden, lassen sich durch Drehen des Mausrades bei gleichzeitigem Halten der "Strg-Taste" beliebig in ihrer Größe verändern. Ist beispielsweise eine Bildersammlung geöffnet, kann so in Windeseile ein bestimmtes Motiv vergrößert werden. Ebenso werden auch Symbole auf dem Desktop, sowie die Schriftgröße verändert. Besonders kurzsichtige Nutzer werden diese Funktion schätzen.

Eine deutliche Erleichterung für den Vista-Nutzer ist auch die verbesserte Suchfunktion. Bereits mit der Eingabe des ersten Buchstabens beginnt das System mit der Arbeit und sortiert die Ergebnisse gleich im Ergebnisfenster.

Ist Vista nutzerfreundlich?

Auch hier punktet das neue Betriebssystem. Windows Vista nimmt vor allem Einsteiger an die Hand. An praktisch jeder Stelle finden sich erklärende Hilfen. Zudem hat Microsoft speziell für Neulinge das so genannte Begrüßungscenter neu entwickelt. Ein Fenster, das sich beim ersten Start - und auf Wunsch auch danach - öffnet. Hier kann eine Vista-Einführung gestartet, Dateien übertragen oder das System nach den Vorstellungen des Nutzers verändert werden. Mit nur einem Klick gelangt der User zudem ins Internet oder er kann sich die Details seines Rechners anzeigen lassen. Wie den so genannte Windows-Leistungsindex: Eine Zahl gibt Auskunft über die Leistungsfähigkeit der Hardware- und Softwarekonfiguration des Computers. Je höher der Wert, desto leistungsstärker ist die Hardware.

Aus fünf mach eins

Der Leistungsindex wird aus fünf Hardware-Komponenten ermittelt: Prozessor, Arbeitsspeicher, Grafik, Grafik (Spiele) und primäre Festplatte. Jede dieser Komponenten erhält eine eigene Teilbewertung. Schwache Systemteile erhalten den Wert eins; der derzeit höchst mögliche Index ist 5,9. Der Gesamtindex wird durch die niedrigste Bewertung bestimmt. Wenn beispielsweise der Arbeitsspeicher als leistungsschwächstes Bauteil mit einer 2,6 bewertet wird, beträgt die Indexbewertung ebenfalls 2,6. Die Basisbewertung entspricht also nicht dem Durchschnitt der verschiedenen Teilbewertungen. Mithilfe der Systembewertung sollen auch Nicht-Profis einschätzen können, ob eine Anwendung auf dem eigenen System problemlos läuft. Denn auf der Verpackung der Programme wird künftig dieser Wert als Hinweis auf die benötigte Mindestkonfiguration aufgedruckt sein.

In der Praxis erweist sich der Leistungsindex jedoch als nur bedingt aussagekräftig. So kann ein mit einem Wert von vier eingestuftes Computerspiel, welches besonders hohe Anforderungen an Grafikkarte und Prozessor stellt, auch akzeptabel auf einem PC laufen, der mit drei bewertet ist - sofern nur eine lahmende Festplatte den Gesamtwert unter vier gezogen hat.

Die Ausstattung

Neben der besseren Handhabung spendierte Microsoft Vista einige nützliche Funktionen, die XP fehlen. Mit dem "Movie Maker" können eigene Filmaufnahmen bearbeitet und mit netten Effekten und Übergängen aufgepeppt werden. Profis werden aber Schnitt- und Tonnachbearbeitungsfunktionen vermissen. Auch Bild- und Musikbearbeitung ist mit Vista möglich.

Neun Mal Spaß

Für Kurzweil sorgen insgesamt neun Spiele. Darunter befinden sich alte Bekannte wie "Solitär" oder "Minesweeper". Brettspielumsetzungen von "Mahjong" und "Chess" sind dagegen neu im Spieleordner.

Zudem können mit dem neuen Betriebssystem auch DVDs gebrannt werden, XP bot lediglich die Speicherung auf CD. Last but nor least lassen sich nun auch Termine und Aufgaben in einem Kalender verwalten. Bislang musste für viele dieser Aufgaben entsprechende Zusatzsoftware gekauft werden.

Die Optik

Hier Trumpft der XP-Nachfolger auf: Bereits der erste Start des Vista-Systems entpuppt sich als Fest für die Sinne. Die neue Oberfläche, Aero genannt, bietet halbtransparente Fensterleisten, durch die der Desktophintergrund durchschimmert. Aufwändige Animationen beim Öffnen, Schließen, Verkleinern und Vergrößern von Fenstern kannte man bislang nur von Mac-Betriebssystemen.

Bewegtbild im Fenster

Dass die optischen Spielereien aber durchaus auch einen funktionalen Mehrwert bieten, belegt unter anderem die neue Taskleisten-Ansicht. Fährt man mit der Maus über die Fenstersymbole geöffneter Programme, die an der unteren Taskleiste angebracht sind, so erscheinen darüber kleine Vorschaubilder. Diese zeigen den kompletten Inhalt des Fensters verkleinert an. Verbirgt sich ein Video darunter, so läuft sogar Bewegtbild ab. Offene Fenster können zudem seitlich hintereinander, schwebend über dem Desktop, angeordnet werden. Die Inhalte werden auch dann noch gut erkennbar angezeigt.

Die Systemanforderungen

Die rechenintensive Optik verschlingt Ressourcen. Microsofts empfohlene Mindestkonfiguration für Vista ist daher vollkommen unzureichend, um die 3D-Pracht zu genießen: Prozessor mit 800 Megahertz Taktfrequenz, 512 Megabyte Arbeitsspeicher und 15 Gigabyte freie Festplattenkapazität. Besitzer solcher leistungsschwachen Systeme müssen unter anderem auf die schicke Aero-Oberfläche verzichten, automatisch schaltet das Betriebssystem hier in den so genannten "Classic"-Modus. Dieser unterscheidet sich optisch kaum vom Design des Vorgängers XP. Um sinnvoll mit Vista zu arbeiten, sollte das System über einen Prozessor mit zwei Gigahertz, einen ein Gigabyte großen Arbeitsspeicher sowie über eine Grafikkarte mit 256 Megabyte Speicher verfügen.

Lahmender "Boost"

Der virtuelle Speicher kann unter Vista durch den Flash-Speicher von USB-Sticks erweitert werden. Steckt ein Stick mit mindestens einem Gigabyte Fassungsvermögen am Rechner, so bietet Vista die Option "ReadyBoost" im Eigenschaften-Menü des Sticks. Durch Aktivierung der Option werden Daten auf dem Stick ausgelagert (Swap-Verfahren). Das soll das System beschleunigen. Ein "Boost" war im Testbetrieb allerdings nicht bemerkbar. Schlummert eine flotte Festplatte im System, bringt das Auslagern auf den USB-Stick im direkten Vergleich keine spürbare Beschleunigung.

Kompatibilität

Software: Im Testbetrieb zeigte sich, dass viele aktuelle Anwendungen unter Vista noch nicht laufen; etwa ein Drittel machte Probleme. So verweigerten Antivirus-Programme wie "Kaspersky Internet Security 6", "McAfee Internet Security 2006" oder "Norton Antivirus 2006" komplett ihren Dienst. Auch aktuelle Software wie das Musikprogramm "Magix Music Maker 2007", die Sicherungs-Software "Norton Partition Magic 8.0" oder das Computerspiel "Need for Speed: Carbon" wollten unter Vista nicht starten. In Kürze werden jedoch die meisten Hersteller Treiber veröffentlichen, die die problematische Software Vista-tauglich machen.

Tadellos lief dagegen Büro-Software wie Office 2000 Premium oder die neuste Variante von Open Office.

Hardware:

Auch hier zeigte sich, dass Vista aktuell noch Probleme bei der Erkennung älterer Systemkomponenten hat. Einige der Geräte liefen nur eingeschränkt, andere ließen sich erst gar nicht verwenden. So wurden bei zwei von drei Testgeräten die Soundkarte oder der USB-Controller nicht erkannt. Bei den Rechnern handelt es sich um vergleichsweise aktuelle Systeme, von denen keines älter als 18 Monate ist. Erstaunlich also, dass es hier Probleme gab.

Auch bei einigen externen Festplatten, drahtlosen Netzwerken oder TV-Karten zeigte sich Vista bockig. Die jeweiligen Hersteller versicherten uns aber, dass momentan fieberhaft an entsprechenden Treibern gearbeitet wird. Im so genannten Support-Bereich der Homepages sollten die Updates demnach in Kürze erhältlich sein.

Sicherheit

Vista kommt mit einer zweijährigen Verspätung auf den Markt. Begründet wird die Verzögerung mit der aufwendigen Entwicklungsarbeit an effektiveren Sicherheitssystemen. Und in der Tat bietet der XP-Nachfolger deutlich mehr Schutz vor unerwünschten Eindringlingen. Im so genannten Sicherheitscenter finden Nutzer den Großteil der Sicherheitsfunktionen des neuen Betriebssystems. Ein Bestandteil der Oberfläche ist der "Windows Defender", der das System vor Spionage-Programmen wie Trojanern schützen soll.

Auch die Firewall des Systems wurde von Grund auf neu entwickelt. So können Nutzer nun nicht mehr nur den Datenstrom vom PC ins Netz kontrollieren, sondern auch überwachen, welche Daten vom Internet auf den eigenen Rechner übertragen werden. Allerdings zeigt das System ausgerechnet hier Schwächen in punkto Bedienung. So ist die Konfiguration der Firewall so kompliziert und versteckt angelegt, dass den meisten Anwendern wohl leider die Vorteile des neuen Schutzwalls verwehrt bleiben. Nur Profis werden aufgrund der Komplexität hier Regeln für den Datenverkehr erstellen können. Bleibt zu hoffen, dass Microsoft in diesem Punkt mit einem Update nachbessert.

Schutz vor Datendieben - aber nicht für alle

Ein weiterer wichtiger Punkt ist der Datenschutz. Um zu verhindern, dass beispielsweise nach einem Diebstahl eines Laptops Unbefugte an persönliche Daten gelangen, bietet Vista die Möglichkeit, sämtliche Datenbereiche der Festplatte zu verschlüsseln. Leider bleibt diese Option nur Besitzern der "Ultimate"- und "Enterprise"-Version vorbehalten.

Auch die Sicherheit beim Surfen wurde mit dem Internet Explorer 7 verbessert. Der neue Browser ist zwar auch für XP erhältlich, jedoch bietet die Variante des neuen Betriebssystems zusätzliche Sicherheitsfunktionen: So lässt sich der Browser in der Vista-Fassung beispielsweise in einem geschützten Modus starten. In diesem Zustand sind alle Rechte eingeschränkt, so dass der Browser ohne Nachfrage beim Nutzer keine Software installiert, die von einer Internet-Seite stammt.

Trotz der vielen neuen Schutzmaßnahmen bleibt Microsoft eine Funktion schuldig: Eine Antivirus-Software wurde leider keiner der sechs Vista-Varianten spendiert.

Welche Vista-Version ist sinnvoll?

Auf einer DVD von "Windows Vista" schlummern alle Versionen des Betriebssystems. Der Lizenzschlüssel entscheidet darüber, welche Version auf der Festplatte installiert wird. Zu einem späteren Zeitpunkt kann Vista zudem durch das Feature "Windows Anytime Upgrade" auf eine höhere Variante umgerüstet werden. Wie teuer "Anytime Upgrade" sein wird, ist noch nicht bekannt.

Folgende Windows Vista-Varianten sind erhältlich:

Windows Vista Home Basic:

Besitzer der kleinsten Vista-Fassung müssen auf einige nützliche Funktionen verzichten. So fehlt der Sparversion die schicke Aero-Oberfläche sowie viele Audio- und Video-Funktionen. Trotzdem kostet ein Windows-Upgrade stolze 139 Euro; für die Vollversion werden 259 Euro fällig.

Windows Vista Home Premium:

Diese Variante enthält die "Aero"-Benutzeroberfläche, das Brennprogramm "DVD Maker" und das "Media Center". In punkto Umfang ist diese Version vergleichbar mit "Windows XP Home". Das Update kostet 229 Euro, für die Vollversion verlangt Microsoft 100 Euro mehr. "Home Basic" und "Home Premium" werden übrigens auch in einer so genannten N-Ausführung ausgeliefert. Aus kartellrechtlichen Gründen fehlen hier einige Multimediaprogramme wie der "Media Player 11". Der Preis ist jedoch identisch.

Windows Vista Business:

Dem Nachfolger von "Windows XP Professional" fehlen gegenüber der "Home"-Variante einige Multimedia-Anwendungen wie der "Movie Maker". Dafür spendiert Microsoft der "Business"-Lösung unter anderem zusätzliche Sicherheitsfunktionen und einen Zugang für Firmennetzwerke. Das Upgrade kostet 279 Euro, für die Vollversion werden 419 Euro fällig.

Windows Vista Ultimate:

"Vista Ultimate" ist eine Kombination aus "Business" und "Home" - die kompletteste aller Vista-Versionen also. Dementsprechend auch die Preise: das Upgrade kostet 349 Euro, die Vollversion 549 Euro.

Windows Vista Enterprise:

Diese Fassung ist im Handel nicht erhältlich, sondern kann nur im Rahmen von Volumenlizenzprogrammen bezogen werden. Die für Großkunden ausgelegte Version bietet im Vergleich zur "Business"-Fassung einige Zusatzfunktionen wie ein besonders ausgeklügeltes System zur Verschlüsselung der Festplatte.

64-Bit-Version:

Diese Vista-Variante bringt einen Geschwindigkeitsvorteil - allerdings nur auf Profisystemen. Zudem fehlen der 64-Bit-Fassung zahlreiche Gerätetreiber, so dass im schlimmsten Fall Soundkarten, Drucker oder Scanner zunächst nicht funktionieren.

Empfehlung:

Wer jetzt schon auf Vista umsteigen möchte, der sollte zur "Home Premium"-Version greifen, da diese Variante eindeutig das beste Preis-Leistungs-Verhältnis bietet.

Fazit

Bunter, einfacher in der Handhabung, mehr Funktionen und sicherer: Windows Vista ist eine konsequente Weiterentwicklung von XP und somit das beste Windows, das es je gab. Allerdings darf man einen tief greifenden Umbruch, wie seinerzeit durch die Umstellung auf grafische Benutzeroberflächen oder durch die Unterstützung von Multitasking nicht erwarten. Selbst der sich anbahnende Wechsel von 32- auf 64-Bit-Systeme erscheint eher als ein laues Lüftchen, denn als bahnbrechende Revolution.

Eines ist aber sicher: Die nächste Windows-Entwicklungsstufe macht Spaß. Das liegt vor allem an der modernen Optik von Vista. Schwebende Fenster, durch deren halbtransparente Fensterleisten der Desktophintergrund schimmert. Dazu aufwändige Animationen beim Öffnen, Schließen, Verkleinern und Vergrößern von Fenstern, wie man sie bislang nur vom Mac-OS kannte. Toll!

Höherer Nutzwert

Doch Schönheit ist nicht alles, was Vista zu bieten hat. Denn im Vergleich zu Windows XP wurde auch der Funktionsumfang erweitert. Mit dem Windows Kalender lassen sich jetzt endlich Aufgaben verwalten. Dank der neuen "Windows-Sidebar" hat der Nutzer schnellen Zugriff auf ausgewählte Anwendungen. Zudem können Fotos, Videos und Musik mithilfe entsprechender Programme bearbeitet werden. Die Möglichkeiten, die die Software bietet, sind zwar eingeschränkt, für den Otto-Normal-Nutzer aber vollkommen ausreichend. Spezialisten greifen ohnehin zu Profilösungen.

Microsoft hat außerdem die Sicherheit des Systems mit dem neuen "Windows Defender"-Paket verbessert. So ist der neueste Internet-Explorer residenter gegen Angriffe. Dem "Outlook Express"-Nachfolger "Windows Mail" spendierte Microsoft zudem einen effektiven Phishing-Filter. Auch die Firewall wurde deutlich verbessert. Schade nur, dass die Einstellung des Schutzsystems so kompliziert ist. So dürften nur wenige Anwender von den neuen Funktionen profitieren, die der digitale Schutzwall bietet. Zudem ist es unverständlich, warum dem "Windows Defender" nicht auch gleich eine Anti-Virus-Software spendiert wurde.

Tipp: Warten statt starten

Obwohl Vista im Vergleich zum Vorgänger klar das bessere Windows ist, kann letztlich nicht zu einem kurzfristigen Umstieg geraten werden. Da Hard- und Software noch nicht reif für das neue Betriebssystem sind, empfehlen wir noch mindestens ein halbes Jahr mit dem Systemwechsel zu warten. Bis dahin sollten Software- und Gerätehersteller die nötigen Treiber-Updates fertiggestellt haben und die größten Schwachstellen des Systems behoben sein. Wer nicht warten will, der greift zur "Home Premium"-Variante. Hier stimmt das Preis-Leistungs-Verhältnis.