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"Die Sims: Mittelalter": Ein Königreich für einen Sim

Zurück in die Zeit der Könige, Ritter und Barden führt "Die Sims: Mittelalter" und bietet ein paar Neuerungen im altbekannten Spielprinzip.

Die Sims kreuzen jetzt Schwerter und ernähren sich von Grütze: Im eigenständigen Spiel "Die Sims: Mittelalter" müssen sich die digitalen Menschlein in einer völlig neuen Welt zurechtfinden, haben weniger Bedürfnisse, dafür aber unterhaltsame Aufgaben mit einem Hauch Rollenspiel-Flair.

Missionen statt Mikromanagement heißt die Devise in "Die Sims: Mittelalter". Der Titel setzt die Akzente gänzlich anders als "Die Sims 3" mit all seinen Erweiterungen. Während es bislang vor allem galt, sein virtuelles Menschlein samt Familie bei Laune und den Haushalt am Laufen zu halten, Gebäude aus dem Boden zu stampfen und liebevoll einzurichten oder die berufliche Karriere des digitalen Alter Egos voranzutreiben, erleben die Sims im Mittelalter kleine, humorvolle Geschichten in Form von sogenannten Quests, die dem ganzen Geschehen fast so etwas wie einen roten Handlungsfaden verpassen.

Für die Aufgaben stehen zehn verschiedene Helden zur Auswahl, die der Spieler wie gewohnt im Editor mit individuellen Konturen versehen kann. Je nachdem, wer von den Recken sich einer Aufgabe annimmt, kann der Lösungsweg völlig unterschiedlich ausfallen: Das liegt aber nicht nur daran, dass etwa Barde, Ritter, Zauberer, Arzt oder Schmied naturgemäß anders vorgehen, sondern auch über negative Charaktereigenschaften verfügen, die sie manchmal weniger konzentriert agieren lassen. Wer also Aufgaben erfolgreich meistern will, sollte nicht nur das Ess- und Schlafbedürfnis seines Helden zufriedenstellen, sondern auch seine speziellen Launen - sei es nun ein starkes Verlangen nach weiblicher Zuwendung oder der Wunsch, seinen Mitbürgern öfter mal eins auf die Mütze zu geben.

Monty Python lassen grüßen

Die Herausforderungen, die die mittelalterlichen Sims zu bestehen haben, greifen altbekannte Fantasy-Stoffe wie die Artus-Sage auf und verfremden sie auf humorvolle Weise - Monty Python lassen grüßen. Das Ganze ist nett in Szene gesetzt, mit beschaulichen Örtlichkeiten, spaßigen Animationen und prachtvollen Gewändern. Dafür wurde an anderer Stelle abgespeckt: So ist es nicht mehr direkt möglich, Häuser selbst zu bauen, sondern nur noch einzurichten. Und jeder Sim verfügt jetzt lediglich über zwei Bedürfnisse. Für den Spieler gehen diese Vereinfachungen mit einem deutlichen Mehr an Routine-Klickerei einher.

Was "Die Sims: Mittelalter" besonders auszeichnet, ist ihr liebenswürdiger Humor, der an allen Ecken und Enden hervorblitzt. Für eine Weile bietet das Programm gute, harmlose Unterhaltung, ohne den Spieler allzu sehr zu fordern. Leider verfliegt der Reiz des Szenarios und der Quest-Struktur doch relativ schnell - in Sachen Langzeitmotivation kann die Mittelalter-Variante trotz ihres besonderen Charmes den "klassischen" Sims nicht das Wasser reichen.

Die Sims: Mittelalter

Hersteller/Vertrieb

Electronic Arts

Genre

Simulation

Plattform

PC, Mac OS X

Preis

38 Euro

Altersfreigabe

Ab 6 Jahren

Herbert Aichinger, Teleschau / TELESCHAU