HOME

Jeden Tag eine Runde Tetris: Game Boy einer 95-Jährigen gibt den Geist auf – Nintendo schenkt ihr einen neuen

Als der Nintendo Game Boy ihrer Mutter kaputt ging, suchte Kuniko Tsusaka vergeblich nach Experten, die den alten Handheld reparieren konnten. Daraufhin wandte sie sich mit einem Brief an Nintendo.

Nintendo Game Boy

Damit eine 95-Jährige weiter Tetris spielen konnte, schenkte Spielekonzern Nintendo ihr einen neuen Game Boy

DPA

Dass der legendäre Nintendo Game Boy das Licht der Welt erblickte, ist mittlerweile über 30 Jahre her. Doch der 8-Bit-Handheld ist noch immer beliebt: Während die einen in Kindheitserinnerungen schwelgend nochmal "Pokémon Rote Edition" anschmeißen, spielte die Mutter der Japanerin Kuniko Tsusaka täglich einen Klassiker.

Wie diese kürzlich gegenüber der Zeitung "Asahi Shimbun" erzählte, liebte es ihre 95-jährige Mutter, auf dem Retro-Gerät Tetris zu spielen. Als allerdings der dritte Game Boy der betagten Zockerin den Geist aufgab, sah es düster für sie aus.

Verschiedene alte Nintendo-Spiele

Ein Brief an Nintendo macht's möglich

Die alten Game Boys werden heuzutage nicht mehr hergestellt – und an einen anderen heranzukommen, stellte sich als schwierig heraus. Um der Frau dennoch wieder das Spielen zu ermöglichen, versuchte Tsusaka, das Gerät reparieren zu lassen. In ihrem Wohnort Chiba suchte sie nach einem Laden, der ihr helfen konnte – leider vergeblich.

Ihr Sohn, der Enkel der 95-jährigen Tetris-Enthusiastin, empfahl ihr schließlich, den Kontakt zum Nintendo-Kundenservice aufzunehmen, der in Japan einen guten Ruf genießt. Dabei kam es zu einem kleinen Missverständnis: Er beschrieb ihr den Kundensupport als göttlich, doch das entsprechende japanische Wort "kami" kann ebenso für Papier stehen – daher schrieb Tsusaka einen guten, altmodischen Brief an den Mega-Spielekonzern.

Schnelle Antwort von Nintendo

In diesem schilderte sie das Problem und schickte dem Unternehmen gleich den defekten Game Boy dazu. Die äußerst kundenfreundliche Reaktion Nintendos dürfte selbst ihren Sohn erstaunt haben: Diese konnten den Handheld zwar ebenfalls nicht reparieren, schickten ihr aber eine knappe Woche später sogar einen neuen Game Boy zu, den man noch in den Untiefen eines Lagers gefunden habe. Dieser sei natürlich nicht fabrikneu, aber unbenutzt. Dazu wünschten sie der damals 95-jährigen Gamerin in einem eigenen Brief noch ein langes Leben.

Vier weitere Jahre konnte die Japanerin so noch weiter Tetris auf dem geschenkten Game Boy spielen, bis sie mit 99 Jahren verstarb. Ihre Mutter sei bis zuletzt im Besitz ihrer geistigen Kräfte geblieben, wie ihre Tochter gegenüber "Asahi Shimbun" berichtete. Im Himmel sei sie sicher noch immer dankbar, so Tsusaka.

Quelle: "Kotaku"

meh