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PC-Adventure "Goodbye Deponia": Der schönste Müll der Spielegeschichte

"Goodbye Deponia" ist nicht nur ein würdiger Abschluss der Müllplanet-Trilogie, sondern auch ein echter Kassenschlager. Der Hamburger Spieleentwickler Daedalic rettet damit das tote Adventure-Genre.

Von Dominik Brück

Rufus hat es wieder einmal geschafft: Statt seine Chaos stiftenden Finger einfach mal bei sich zu behalten, verursacht er einen Zusammenstoß von Bozos Kutter mit einem gewaltigen Schienenkreuzer des Organon. Der Versuch seiner Freundin Goal bei der Rettung des Gefährts zu helfen, macht - wie sollte es auch anders sein - alles nur noch schlimmer. Einige Brände, Kanonenschüsse und Zerstörungen später stehen Rufus und seine Freunde schließlich vor einem Hotel. Hier sind die Zimmer schmutzig, das Essen giftig und der Eigentümer mindestens so verwirrt wie jeder Spieler, der sich zum ersten Mal auf dem Müllplaneten "Deponia" wiederfindet.

Ein würdiger Abschluss

Das Adventure-Game "Goodbye Deponia" ist für Neueinsteiger zunächst schwer zu verstehen. Das Spiel ist der Abschluss der dreiteiligen "Deponia"-Reihe der Hamburger Spieleschmiede Daedalic und knüpft nahtlos an die Geschichte der beiden Vorgänger an. Um die hervorragend erzählte Story mit allen Höhen und Tiefen genießen zu können, sollte man alle Teile der Trilogie in chronologischer Reihenfolge spielen. Doch auch ohne Vorkenntnisse lernt man die die Charaktere von "Goodbye Deponia" nach einiger Zeit kennen und lieben. Fans der Serie treffen neben dem wie eh und je selbstverliebten und tollpatschigen Helden Rufus und seiner Freundin Goal auch viele andere alte Bekannte wieder. Das Ziel von Rufus und Goal ist immer noch das gleiche wie im Vorgänger: dem Müllplaneten "Deponia" entkommen und die Himmelsplattform Elysium erreichen, wo ein sorgenfreies Leben in Luxus wartet. Nebenbei muss Rufus dann noch einen Weg finden, die Zerstörung des Planeten zu verhindern.

Noch mehr über die Geschichte zu verraten, würde das Spielerlebnis deutlich schmälern. Kurz gesagt: Das Spiel bietet viele spannende und mitreißende Szenen. Auch der teils sehr schwarze Humor des Spiels passt perfekt zu den Charakteren. Die Geschichte ist lebendig erzählt. Die Rätsel sind oft fordernd, aber mit etwas um die Ecke denken immer lösbar. Einige Minispiele runden das Spielgeschehen ab, können aber auch übersprungen werden. Obwohl das Ende unter Fans kontrovers diskutiert wird, können sich die Spieler nach rund zwölf Stunden Spielzeit wahrscheinlich nur schwer von dem Müllplaneten verabschieden.

Gefeiert wie ein Rockstar

"Deponia"-Erfinder Jan Müller-Michaelis ist es mit dem letzten Teil der Trilogie gelungen, alle Verkaufsrekorde des Unternehmens zu brechen. In der ersten Verkaufswoche ist der Titel mit rund 10.000 verkauften Kopien auf Platz eins der von Media Control ermittelten Charts für PC-Spiele eingestiegen. Das ist bisher noch keinem deutschen Adventure gelungen. Auf Spielemessen wird der Entwickler sogar von kreischenden Fans empfangen, die zuvor stundenlang auf seinen Auftritt gewartet haben. Immer häufiger sieht Müller-Michaelis auch Spieler, die sich wie Charaktere aus den "Deponia"-Spielen verkleiden: "Ich habe auf der letzten Gamescom mehr Goals als Lara Crofts gesehen", sagt er sichtlich stolz. Gerade bei jüngeren Spielern hätten die "Deponia"-Spiele zunehmend Erfolg. Nicht alle seien dabei daran interessiert, die Adventures aktiv zu spielen, sondern würden anderen Spielern auf Youtube zusehen. "Wir reden hier von einem ganz neuen Konsumverhalten", sagt Carsten Fichtelmann, Geschäftsführer von Daedalic. Das Unternehmen will von diesem Trend profitieren und plant derzeit einen "Deponia"-Trickfilm.

Jan Müller-Michaelis dürfte der große Erfolg seiner Schöpfung mehr als nur freuen. Er lebt für seine Spiele. In der Entwicklungsphase ist es für ihn normal, ganze Nächte durchzuarbeiten. Hatte der Entwickler beim ersten Teil der "Deponia"-Reihe noch einen Co-Autoren, wurde in den Nachfolgern jede Zeile von ihm persönlich geschrieben. Insgesamt waren 100 Personen an "Goodbye Deponia" beteiligt. Einen wesentlichen Teil der Arbeit haben dabei die handgezeichneten 2-D-Animationen eingenommen. "Wir haben einen Stil gefunden, der für sich steht. Wir versuchen damit zeitlose Geschichten zu schaffen", sagt Fichtelmann. Spiele bei denen eine aufwendige 3-D-Grafik im Vordergrund steht, seien aufgrund der technischen Entwicklung schnell veraltet. Die Grafik von "Deponia" könne aber noch in 30 Jahren für Spieler interessant sein.

Adventures sind nicht tot

Dass in 30 Jahren überhaupt noch Adventures gespielt werden, bezweifelt jedoch der Großteil der Gamesbranche. Händler bestellen oft nur wenige Kopien eines Adventure-Spiels. Das Genre sei tot und für Gamer nicht länger interessant. In den Verkaufscharts der großen Elektronikmärkte kämpfen vor allem actiongeladene Titel und Sportspiele um die oberen Plätze. Für Carsten Fichtelmann ist das kein Beweis für die geringe Beliebtheit von Adventures: "Die Käufer für unsere Spiele sind definitiv da. Das belegen die Verkaufszahlen." Besonders digitale Verkaufswege seien dabei ein wichtiger Faktor. "Viele Händler bestellen aus Unwissen nur wenige Spiele aus diesem Genre und verkaufen dann natürlich auch weniger davon", begründet Fichtelmann den vergleichsweise geringen Absatz im Einzelhandel. In Zukunft rechnet der Unternehmer mit einem neuen Aufwind für Adventures, den Spiele wie die "Deponia"-Reihe mit ausgelöst haben. "Wir sind viele Jahre gegen den Strom geschwommen, jetzt dreht sich der Strom langsam in unsere Richtung", sagt Fichtelmann.

Der Marke treu bleiben

Mit dem Erfolg von "Goodbye Deponia" im Rücken will Daedalic auch zukünftig Adventures entwickeln. "Wir werden unserem Markenkern treu bleiben" sagt Fichtelmann. Im Zentrum der Spiele soll weiterhin das Erzählen von guten Geschichten stehen. Das Adventure-Genre bietet dafür aus Sicht von Jan Müller-Michaelis die besten Möglichkeiten. "Ich verarbeite Konflikte, die ich sehe, in meinen Spielen und will diese über die Geschichte für den Spieler erlebbar machen", sagt der "Deponia"-Erfinder. In der Hamburger Zentrale von Daedalic wird bereits fleißig an neuen Titeln gearbeitet. Die "Deponia"-Reihe wird jedoch Entwicklern und Fans immer als etwas Besonderes in Erinnerung bleiben. "Vielleicht wird 'Deponia' irgendwann für die jüngere Generation das sein, was der Adventure-Klassiker 'Monkey Island' für ältere Gamer ist", hofft Fichtelmann.

Hersteller/VertriebDaedalic Entertainment
GenreAdventure
PlattformPC
Preisrund 28 Euro
Altersfreigabeab 6 Jahren
Themen in diesem Artikel
Kann ich mich auf Geschwindigkeitsanzeige FritzBox verlassen?
Hallo zusammen, erstmal herzlichen Dank für die Leute, die sich Zeit nehmen Fragen zu beantworten oder ihre Erfahrungen mit anderen teilen. Das ist oft hlifreich, wenn man sich nicht so auskennt. Ich hoffe, dass mir jemand weiterhelfen kann. Die Telekom hat hier nach langer und ersehnter Zeit schnelle Leitungen verlegt. Mitarbeiter waren auch zu Besuch da und auch nett:-) Sie wollten ja auch, dass ich von 1und1 wieder zurück wechsel. Das ist für mich in Ordnung und gehört zum Wettbewerb. Da jedoch die Mitarbeiter mir sagten, dass die Telekom für paar Jahre das Vorrecht hätte, könnte ich schnelles Internet nur über Telekom beziehen. Sprich entweder Telekom und schnelles Internet oder langsames Internet. Da habe ich im Internet recherchiert und rausgefunden, dass das so nicht mehr stimmt. Das war der Grund, warum ich dann bei 1und1 DSL100 abgeschlossen habe, da man mir am Telefon gesagt, dass es ohne Probleme möglich wäre. Nun ist es jedoch so, dass wir gar nicht so merken, dass unser Internet schneller ist. Gerade in der oberen Etage kann man nicht ohne Router surfen oder Sky über Internet Fernsehen. Nun meine Frage: Bei der Fritzbox wird es jedoch angezeigt. Kann ich mich drauf verlassen? Oder wie macht ihr eure Messungen? Ich weiss, dass es Software gibt, aber der feste Rechner ist bereits alt und hat einen alten Internet Explorer drauf. Wenn ich mit einem Laptop im Wlan mich reinhänge, wird sicher die Geschwindigkeit sowieso niedriger und nicht verwertbar sein, oder? Vielen Dank für die Antworten.