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Haushaltsgeräte auf der Ifa Auf der Suche nach dem Sex-Appeal


Während Technik-Fans von 3D-Fernsehern schwärmen und Tablet-PCs kaufen, wirkt Haushaltstechnik auf einer Hightech-Messe eher skurril als sexy. Auf der Ifa soll sich das ändern.

Im Fernsehen versucht eine Kochshow nach der anderen die Sendeplätze zu füllen und die Bevölkerung zum Kochen zu bewegen. Doch der Deutsche isst zwar gerne, und er sieht auch gerne zu, wenn Promis in Töpfen rühren - aber selber an den Herd stellen? Dann lieber eine Packung Fischfilet in die Mikrowelle schieben.

Das Dilemma der Hersteller weißer Ware ist, dass man kaum einen neuen Kunden hinterm Herd hervorlocken kann. Nur wer gerne kocht, ist auch bereit, für vernünftiges Equipment ein paar Euro zu investieren. Damit erwirtschaftet man keine Massenumsätze. Ein Großteil des Gelds, was für Technik ausgegeben wird, entfällt auf Fernseher, gefolgt von Blu-ray-Playern, Spielkonsolen, Lautsprecher und dann erst Haushaltsgeräten. In letzter Kategorie sind neben Staubsaugern und Personenwaagen auch Küchengeräte wie Kühlschränke enthalten.

Technik für die Ewigkeit

Es wirkt auf dem ersten Blick paradox: Traditionsunternehmen bauen Technik für die Ewigkeit, daher gibt es für Konsumenten allerdings auch selten einen Grund, den Herd oder die Waschmaschine auszutauschen. In der Küche findet selten ein Lustkauf statt. Dabei tun Hersteller wie Siemens, Miele, Krups und Philips alles, um ihre Produkte an den (Haus-)Mann zu kriegen.

Spitzenköche werden engagiert, die nur mit den Produkten eines Herstellers kochen. Es werden Geräte gebaut, die deutliche weniger Strom verbrauchen, als noch vor wenigen Jahren. Ökologie und Design bilden teilweise spektakuläre Allianzen. Und doch ist Haushalts-Hightech in der Image-Falle. Man kann vielleicht noch mit einer vollautomatischen Espressomaschine angeben, aber wem will man von einem Kühlschrank der A++-Klasse vorschwärmen? Diese Frage stellt sich nicht bei Smartphones oder 3D-fähigen Flachbilschirmen. Hier zeigt man gerne, was man hat. Aber ein Staubsauger hat so viel Sex-Appeal wie ein Finanzbeamter.

Seit drei Jahren ist die Haushaltstechnik ein fester Bestandteil auf der Ifa. Käufer, die auf der Suche nach einer neuen technischen Spielerei sind, stolpern noch eher zufällig über neue Küchengeräte. Dennoch: Es ist ein erster Schritt, um dem drögen Image von Waschen, Putzen und Kochen zu mehr Glanz zu verhelfen. Der Erfolg gibt dem neuen Ifa-Konzept recht: Die Ausstellungsfläche für die "weiße Ware" musste erneut vergrößert werden. Vielleicht schafft es die Ifa, der Haushaltstechnik mehr Glanz zu verleihen.


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