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Smart-TVs von LG: Der Fernseher, der seinen Besitzer ausschnüffelt

Smart-TVs von LG sammeln heimlich Daten über die Fernsehgewohnheiten ihrer Nutzer und leitet diese an die Firmenzentrale weiter, kritisiert ein Blog. Das ist nicht nur ärgerlich, sondern auch riskant.

Smart-TVs sind praktisch: Neben dem traditionellen Fernsehangebot kann man mit ihnen auch Fotos und Videos anschauen, im Internet surfen oder Videospiele zocken. Doch nicht nur für die Kunden haben die schlauen Fernseher viele Vorteile, sondern auch für die Unternehmen, wie der Blog eines britischen Entwicklers zeigt. Der Mann, der im Netz nur als DoctorBeet bekannt ist, hat den Datenverkehr seines Fernsehers (Modell LG42LN575V) genauer unter die Lupe genommen und festgestellt, dass jeder Programmwechsel minutengenau mitgeschnitten wird. Und nicht nur das: Auch die Namen aller Film- und Musiktitel, die via USB-Anschluss über das Gerät abgespielt wurden, werden gesammelt und an LGs Firmenzentrale in Südkorea weitergeleitet. Dort würden sie ausgewertet werden, um personalisierte Sendevorschläge und passgenaue Werbung auf den Bildschirm zu bringen, schreibt der Brite.

Besonders pikant: Anscheinend sammelt der Fernseher die Daten, auch wenn in den Einstellungen der standardmäßig aktivierte Menüpunkt ("Collection of watching infos") ausgeschaltet wird. Das ist nicht nur ärgerlich, sondern auch riskant: Wie die Nachrichtenseite "The Register" meldet, könnten Angreifer problemlos herausfinden, wann das Gerät eingeschaltet ist und was sich der Besitzer derzeit ansehe, weil sämtliche Daten unverschlüsselt übertragen werden.

Daten werden an tote Server geschickt

LG macht aus der Datensammmelei keinen Hehl. Auf einer Werbeseite für "LG Smart AD" bewirbt das Unternehmen seine Fernseher als "den klügsten Weg, das Publikum zielgerichtet zu erreichen". In der Werbebranche gilt personalisierte Werbung als großer Wachstumsmarkt.

Das Technologieblog "Ars Technica" gibt etwas Entwarnung und schreibt, dass die Daten derzeit an nicht aktive Server geschickt würden. "Das bedeutet aber bloß, dass die persönlichen Daten möglicherweise nicht vom Server mitgeschnitten werden, aber eine Garantie dafür gibt es nicht. Aber selbst wenn die Informationen nicht auf den Servern von LG oder anderen Firmen gesammelt werden, mildert es nicht den Einbruch in die Privatsphäre der User." LG könne die URL zu einem späteren Zeitpunkt einfach auf dem Server eintragen und so die Datensammelei starten.

Laut LG Deutschland kommt auf hierzulande erhältlichen Smart-TVs eine andere Software zum Einsatz als in Großbritannien. Demnächst wolle das Unternehmen weitere Informationen hierzu liefern, sagt Unternehmenssprecher Michael Wilmes.

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Der Autor Christoph Fröhlich auf Google+

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