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"kino.to"-Festnahmen Filmbranche fürchtet neue Streaming-Angebote


Nach der Razzia gegen die Betreiber der Streamingplattform "kino.to" sitzen zwölf der dreizehn Festgenommenen weiterhin in Untersuchungshaft. Die Filmindustrie beruhigt das nur mäßig. Sie rechnet mit Nachahmern.

Das illegale Geschäft mit raubkopierten Filmen scheint lukrativ: Das Filmstreaming-Portal "kino.to" hatte zuletzt etwa vier Millionen Besucher täglich. Die Gewinne der Plattformbetreiber sollen siebenstellig sein. Dass die Seite nun abgeschaltet wurde und zwölf Beschuldigte in Untersuchungshaft sitzen, beruhigt die Fiilmbranche daher nur mäßig.

"Es ist zu vermuten, dass Nachfolger in Erscheinung treten werden", sagte die Sprecherin der Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen (GVU), Christiane Ehlers. Zwar sei "kino.to" das "mit Abstand bekannteste illegale Angebot gewsen", in Zukunft rechne sie aber damit, dass ähnliche Portale erneut auftauchten. Zu denjenigen, die durch die Seite geschädigt würden, gehörten vor allem auch kleine Produktionsfirmen, die mit Hilfe von Krediten ihre Filmidee verwirklicht und dann endlich ins Kino gebracht hätten.

Zum ersten Mal ging die GVU im Mai 2008 gegen die Streaming-Seite vor. Am 28. April hatte die Einrichtung von Unternehmen und Verbänden der Unterhaltungssoftware-Branche einen Strafantrag gestellt, der jetzt zu einer bundesweiten Razzia führte.

Momentan sitzen zwölf der dreizehn festgenommenen Personen in Untersuchungshaft. Eine Person sei freigelassen worden, nach einem weiteren Beschuldigten werde noch gesucht, sagte der Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft Dresden, Wolfgang Klein. Gegen 21 Personen werde ermittelt. Unter ihnen sind Klein zufolge sowohl Betreiber der Website "kino.to" als auch - zum Teil mit diesen identisch - Personen, die beschuldigt werden, als sogenannte Streaming-Hoster illegale Kopien von Filmen für Internet-Nutzer bereitgestellt zu haben. Die Frage, ob sich möglicherweise auch Nutzer von "kino.to" strafbar gemacht haben könnten, sei zurückgestellt worden, sagte Klein.

liri/DPA DPA

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