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Rassistische Gruppierung #ProudBoys: Schwule Männer kapern rechten Hashtag

Zwei schwule Männer küssen sich auf der Straße und schwenken eine Regenbogenfahne
Homosexuelle Männer küssen sich bei einer Pride Parade in Tel Aviv
© Ilia Yefimovich / DPA
Donald Trump hat im TV-Duell mit Joe Biden der rechten Gruppe Proud Boys Aufschwung verschafft. Auf Twitter reagieren Homosexuelle: Sie ärgern die homophobe Gruppe mit Bildern von gleichgeschlechtlichen Paaren.

Seit der vergangenen Woche sind die Proud Boys in aller Munde. Beim TV-Duell zwischen Donald Trump und Joe Biden hatte Moderator Chris Wallace den US-Präsidenten gefragt, ob er bereit sei, sich von der rechten Gruppe zu distanzieren. Trump konnte sich nicht zu einem klaren Statement durchringen, im Gegenteil: "Proud Boys, stand still and stand by" – "Haltet euch zurück und haltet euch bereit", sagte der Präsident.

Viele Beobachter verstanden das eher als Fingerzeig an die Rassisten, sich für kommende Unruhen zu rüsten. Die Proud Boys selbst feierten den Präsidenten im Anschluss an die Debatte in den sozialen Netzwerken. Mittlerweile aber finden sich auf Twitter unter dem Hashtag #ProudBoys ganz andere Inhalte. Schwule Männer haben den Hashtag gekapert und posten Bilder von sich. Das dürfte der homophoben Vereinigung nicht gefallen.

Proud Boys "so richtig fertigmachen": Homosexuelle ärgern Rechte

An der Aktion beteiligten sich auch prominente Stimmen. "Star Trek"-Schauspieler George Takei twitterte ein Foto von sich und seinem Ehemann: "Brad und ich sind #ProudBoys, seit zwölf Jahren verheiratet." Takei forderte andere Männer auf, ebenfalls den Hashtag zu nutzen: "Was, wenn homosexuelle Männer Fotos mit #ProudBoys versehen, die sie beim Küssen oder anderen richtig schwulen Dingen zeigen?" Das würde die rechten Proud Boys "doch richtig fertigmachen". 

Dem Aufruf folgten Accounts aus der ganzen Welt, auch heterosexuelle Menschen nutzen den Hashtag, um die Bilder zu verbreiten, ihre Solidarität auszudrücken und online ein Zeichen gegen Homophobie und Rassismus zu setzen. In Deutschland unterstützten Prominente wie ZDF-Moderatorin Dunja Hayali oder Wetterexperte Jörg Kachelmann die Aktion. Zu den weltweit am häufigsten geteilten Tweets gehörte einer der kanadischen Streitkräfte in den USA, der zwei küssenden Soldaten zeigt.  

Die Worte "proud" und "Pride", also "Stolz", hat für die LGBTQ-Community eine besondere Bedeutung: Seit vielen Jahren demonstrieren sie mit sogenannten "Pride Parades" in vielen Städten der Welt für ihre Rechte und gegen Diskriminierung. In Deutschland ist die Veranstaltung als "Christopher Street Day" bekannt. Die rechten Proud Boys reagierten wütend auf die Aktion, berichtet unter anderem "Forbes" mit Bezug auf interne Chats der Gruppe: Die Linke versuche damit, "die Stimmen unserer Unterstützer zu ersticken".

Quellen: Twitter / "Forbes"

epp

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