HOME

"T-Home": Telekom startet Internet-Fernsehen

Die Deutsche Telekom startet die Vermarktung ihrer Internet-TV-Plattform "T-Home". Wie die FTD aus Konzernkreisen erfuhr, soll das wegen technischer Probleme verspätete Produkt nun ab dem 17. Oktober verkauft werden.

Mit dem Vorgang vertraute Personen berichteten weiter, der Telefonkonzern habe inzwischen Verträge mit praktisch allen wesentlichen Inhaltelieferanten geschlossen. Einzige Ausnahme unter den Hollywoodstudios ist demnach der US-Konzern Disney, mit dem noch keine Einigung erzielt wurde. Ein Telekom-Sprecher lehnte eine Stellungnahme ab.

T-Home soll rückläufigen Trend stoppen

T-Home gilt als Hoffnungsprodukt der Telekom. Derzeit verliert der Ex-Monopolist etwa eine halbe Million Telefonanschlüsse pro Quartal - durch das neue Angebot soll die Entwicklung gestoppt werden: Fortan können Kunden mit Internetanschluss über ihre Datenleitung Dutzende Fernsehsender empfangen und zusätzlich Filme gegen Extragebühr herunterladen. Als Zugpferd für T-Home hatte die Telekom für 50 Mio. Euro im Jahr die Internet-Liverechte an der Fußball-Bundesliga erworben und Kickerikone Franz Beckenbauer als Chefkommentator verpflichtet. Ein ähnliches Produkt bietet der Konkurrent Hansenet bereits in Hamburg an. Auch die großen Kabelnetzbetreiber bringen Pakete in den Markt, die TV-Kanäle mit Internetanschluss und Telefondiensten kombinieren.

Probleme scheinen ausgeräumt

Monatelang kämpfte die Telekom mit erheblichen Problemen bei der technischen Umsetzung des Projektes. Festnetz-Vorstand Walter Raizner musste die Werbekampagne auf Eis legen, ebenso wie den für Mitte Juli geplanten Verkaufsstart. Ärger bereitete der Telekom jedoch die für T-Home verwendete Software-Plattform des US-Konzerns Microsoft. Inzwischen sind die Probleme anscheinend weitgehend ausgeräumt.

Unklar ist offenbar noch, wie viel Geld die Telekom in die Bewerbung von T-Home stecken wird. Insider berichten, im Konzern werde über diesen Punkt noch diskutiert. Hintergrund sei die angespannte finanzielle Lage. Konzernchef Kai-Uwe Ricke hatte im August ein Sparprogramm angekündigt, das nach FTD-Informationen ein Volumen von über 5 Mrd. Euro haben soll.

Schnelle Leitung ein Muss

Ein weiteres Problem ist, dass T-Home zunächst nur regional begrenzt verfügbar ist. Der Konzern verkauft das TV-Produkt nur dort, wo der Ausbau seines neuen, superschnellen Glasfasernetzes (VDSL) abgeschlossen ist - etwa in Hamburg, Berlin und München.

Das Paket besteht aus Telefonanschluss, Internetleitung (25 Megabit pro Sekunde) sowie einem TV-Paket. Nutzer können die Programme über ihren Fernseher abrufen. Hinzu kommen eine Online-Videothek und ein Videorekorder mit Festplatte. "T-Home Complete Basic" mit über 50 TV-Kanälen kostet etwa 110 Euro im Monat. Der Preis schließt Anschlüsse, Gespräche und Downloads ein. Etwa 140 Euro kostet T-Home, wenn der Kunde zusätzliche Kanäle und Bundesliga-Übertragungen abonniert.

Von Lutz Meier (Cannes) Thomas Hillenbrand und Isabell Hüls / FTD