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Clevere Marketing-Idee Apfelwein statt Apple Watch

Warum eine Apple Watch kaufen, wenn man auch eine Äppler Watch haben kann? Der Frankfurter Apfelwein-Hersteller Possmann stichelt gegen den Weltkonzern - und wirbt direkt vor seiner Ladentür.
Von Malte Mansholt

Wenn es einen Konzern gibt, bei dem jedes neue Produkt für Aufsehen sorgt, dann ist es Apple. Selbst wenn noch völlig offen ist, ob auch die seit Freitag erhältliche Apple Watch ein Verkaufsschlager wie das iPhone wird, ist zumindest eines sicher: Die Uhr mit dem Apfel genießt eine große Aufmerksamkeit. Von der will nun auch ein anderes Unternehmen mit Apfel-Bezug profitieren: Der Apfelweinhersteller Possmann präsentierte pünktlich zum Verkaufsstart seine eigene Uhr namens Äppler Watch. Sie ist nach eigenen Angaben erhältlich solange der Vorrat reicht - oder Apple klagt.

Der Apfelwein, im Dialekt auch Äppelwoi oder eben Äppler genannt, ist das traditionelle Nationalgetränk der Südhessen und Possmann einer der bekanntesten Hersteller. Bereits im Vorfeld des Apple-Watch-Starts hatte das Facebook-Team des Unternehmens fleißig gegen die Apple Watch gestänkert, am Tag vor dem Verkaufsstart enthüllte es dann endlich die Äppler Watch. Ausgerechnet vor dem Frankfurter Apple Store.

Günstiger als die Apple Watch - aber nicht so smart

Mit dem Slogan "Relax, it's Äppler Time" posierte Geschäftsführer und Firmenerbe Peter Possmann breit grinsend vor dem Laden der "Konkurrenz", am Handgelenk die weiße Äppler Watch. Die ist eigentlich eine ganz normale Armbanduhr, lediglich zwei Merkmale lassen sie etwas herausstechen: Zum einen erinnert die Textur des Armbandes an das "Gerippte" genannte Glas, aus dem der Äppler getrunken wird. Zum anderen ziert das schwarz-blaue Ziffernblatt ein frappierend an das Apple-Logo erinnernder weißer Apfel. Der ist allerdings anders als im Original nicht angebissen. Das Werbeprodukt gibt es in einer Auflage von 1000 Stück auf der Possmann-Webseite zu bestellen. Mit einem Preis von 39,99 Euro kostet sie fast genau ein Zehntel der günstigsten Apple Watch. Der hat sie bis auf den Preis und die vermutlich deutlich längere Laufzeit technisch aber wenig entgegenzusetzen.

Natürlich will Possmann die Uhr nicht dauerhaft anbieten, sondern nur solange die Auflage reicht - oder sich eben Apples Anwalt meldet. Und das ist nicht unwahrscheinlich, denn der Konzern ging in der Vergangenheit bereits häufiger gegen Produkte vor, die nach seiner Meinung zu große Nähe zu eigenen Marken hatte. Der "EiPott" genannte Eierbecher der ebenfalls aus Hessen stammenden Firma Koziol darf beispielsweise seit einigen Jahren nicht mehr verkauft werden. Ob Apple schneller klagen kann, als Possmann die 1000 Uhren absetzt, muss sich zeigen. Noch scheinen Exemplare bestellbar zu sein. Und Aufmerksamkeit gab es reichlich.


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