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Sprachassistent: Kaum einer nutzt Alexas wichtigstes Feature - so will Amazon das ändern

Als Amazon seinen Sprachassistenten Alexa auf den Markt brachte, hatte man einen ganz bestimmten Einsatzzweck im Kopf. Das Problem: Kaum einer nutzt ihn. Nun scheint Amazon das mit viel Aufwand ändern zu wollen.

Der neue Amazon Echo steht auf einem Tisch neben einer Couch. dein Hund betrachtet ihn von dort

Amazon Echos können auch zum Shopping benutzt werden

Musik spielen, die Eieruhr stellen, nach dem Wetter fragen: Sprachassistenten wie Google Home oder Amazon Echo werden in vielen Haushalten für kleinere Alltagsaufgaben genutzt. Als Amazon seine Assistentin Alexa entwickelte, hatte der Konzern aber ein ganz anderes Feature im Auge: Die Kunden sollten darüber shoppen - natürlich bei Amazon. Doch genau das blieb aus. Mit einer neuen Strategie soll sich das nun endlich ändern.

Amazons Vorstellung: Hersteller sollen in ihren Werbekampagnen gleich den passenden Kaufbefehl einbauen. Ein denkbares Beispiel wäre etwa: "Alexa, kaufe Ariel-Waschpulver". Dazu hat das Unternehmen mit zahlreichen Firmen Kontakt aufgenommen, schreibt das Tech-Portal "Recode", dem die entsprechenden E-Mails vorliegen. Die Kampagne richtet sich demnach vor allem an Unternehmen, die verpackte Verbrauchsgüter wie Waschmittel, Seife oder Windeln verkaufen.

Kostenlose Werbung für Alexa

Das Angebot in den E-Mails klingt allerdings erstmal wie eine Wunschvorstellung Amazons. Der Konzern will für die Nennung in der Werbung nichts bezahlen, sondern bietet im Gegenzug nur Unterstützung bei der Erstellung eines Alexa-Skills, Werbung bei Amazon und Informationen zur Platzierung in der jeweiligen Produktkategorie des Handelsportals. Gingen Unternehmen darauf ein, würden sie Amazon Millionen an kostenloser Werbung schenken.

Vermutlich handelt es sich aber schlicht um eine Verhandlungsstrategie. "Man startet eine Verhandlung nicht mit dem vernünftigsten Angebot, sondern mit dem, dass einem selbst am vorteilhaftesten erscheint", zitiert "Recode" einen Handelsexperten. Die angeschriebenen Unternehmen könnten also durchaus mehr herausholen. Amazon wollte sich gegenüber Recode nicht zu den E-Mails äußern. Ob auch deutsche Unternehmen angefragt wurden, ist aktuell nicht bekannt.

Alexa soll endlich shoppen

Das Ziel Amazons ist indes klar: Die Konsumenten werden durch die Werbung nicht nur darauf hingewiesen, dass man die Produkte auch per Alexa kaufen kann. Sie erweckt gleichzeitig den Eindruck, ein Kauf per Sprachbefehl wäre ein völlig normaler Vorgang - und senkt so die Hürde, es selbst mal zu versuchen. 

Auch der Fokus auf Hersteller von Verbrauchsgütern ist kein Zufall. Das größte Hindernis des Einkaufs per Sprache dürfte sein, dass beim klassischen Shopping etwa von Nahrung, Kleidung oder Technik immer auch eine gewisser Reiz ausgelöst werden muss, etwa durch eine schicke Optik. Bei den Verbrauchsgüter ist die Hürde niedriger - man kauft sie in der Regel einfach, weil man sie braucht. 

Sprachkauf ist immer noch Zukunftsmusik

Erst im Sommer wurde durch einer Webseite zugespielte Informationen bekannt, dass kaum ein Echo-Besitzer die Kauf-Funktion des Gerätes nutzt. Nach Angaben des Insiders kauften die Kunden, die das Feature nutzten, tatsächlich vor allem Verbrauchsprodukte über Alexa ein. Der Markt soll allerdings groß sein: Bis zu 11 Milliarden Dollar Umsatz erwarteten die Marktbeobachter von RBC Capital Markets für 2020 - und zwar nur in den USA und Großbritannien. 

Dass es Amazon nicht in erster Linie um Geräteverkäufe geht, verraten auch die immer wieder gewährten, zum Teil krassen Rabatte der Echo-Geräte. Zuletzt gab es etwa den Echo Dot für nur 30 Euro, beim Kauf vieler Smart-Home-Geräte gibt es immer wieder kostenlose Echos dazu. Konkurrent Google verfolgt mit seinen Home-Lautsprechern eine ähnliche Verbreitungs-Strategie. Dort werden aber vor allem Nutzerdaten gesammelt, um dann gezielte Werbung verkaufen zu können. Allerdings hat sich auch Amazon in den letzten Jahren immer weiter als Werbe-Anbieter etabliert, es handelt sich um die am schnellsten wachsende Sparte des Internetriesens. Im ersten Quartal diesen Jahres hatte der Konzern erstmals mehr als 2 Milliarden Dollar  mit Werbung eingenommen.

Quelle: Recode, Techcrunch, Adage 

Amazon Echo Hands On ausprobiert
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Kann ich mich auf Geschwindigkeitsanzeige FritzBox verlassen?
Hallo zusammen, erstmal herzlichen Dank für die Leute, die sich Zeit nehmen Fragen zu beantworten oder ihre Erfahrungen mit anderen teilen. Das ist oft hlifreich, wenn man sich nicht so auskennt. Ich hoffe, dass mir jemand weiterhelfen kann. Die Telekom hat hier nach langer und ersehnter Zeit schnelle Leitungen verlegt. Mitarbeiter waren auch zu Besuch da und auch nett:-) Sie wollten ja auch, dass ich von 1und1 wieder zurück wechsel. Das ist für mich in Ordnung und gehört zum Wettbewerb. Da jedoch die Mitarbeiter mir sagten, dass die Telekom für paar Jahre das Vorrecht hätte, könnte ich schnelles Internet nur über Telekom beziehen. Sprich entweder Telekom und schnelles Internet oder langsames Internet. Da habe ich im Internet recherchiert und rausgefunden, dass das so nicht mehr stimmt. Das war der Grund, warum ich dann bei 1und1 DSL100 abgeschlossen habe, da man mir am Telefon gesagt, dass es ohne Probleme möglich wäre. Nun ist es jedoch so, dass wir gar nicht so merken, dass unser Internet schneller ist. Gerade in der oberen Etage kann man nicht ohne Router surfen oder Sky über Internet Fernsehen. Nun meine Frage: Bei der Fritzbox wird es jedoch angezeigt. Kann ich mich drauf verlassen? Oder wie macht ihr eure Messungen? Ich weiss, dass es Software gibt, aber der feste Rechner ist bereits alt und hat einen alten Internet Explorer drauf. Wenn ich mit einem Laptop im Wlan mich reinhänge, wird sicher die Geschwindigkeit sowieso niedriger und nicht verwertbar sein, oder? Vielen Dank für die Antworten.