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Streaming Premium-Tarif und Normalo-Abo: Amazon plant offenbar neues Prime-Video-Angebot mit Werbung

Frau schaut Amazon Prime Video auf einem Fernseher
Streaming-Dienste entwickeln sich allmählich zu traditionellen Fernsehprogrammen, bei denen man lediglich den Sendeplan selbst auswählt. Werbung ist längst ein fester Bestandteil vieler Angebote.
© Yuri_Arcurs / Getty Images
Um mehr Profit aus Filmen und Serien zu schlagen, soll Amazon mehr Werbung für das Prime-Video-Angebot planen. Das soll es auch ermöglichen, mehr eigene Produktionen zu finanzieren.

Netflix tut es, Disney tut es, Paramount tut es – und bald auch Amazon? Wie das "Wall Street Journal" berichtet, könnte der Konzern künftig ein Prime-Video-Abo mit Werbeunterbrechungen anbieten. Damit wolle das Unternehmen das Anzeigengeschäft ausbauen und mehr mit den Entertainment-Angeboten für Prime-Kunden verdienen, heißt es. Aktuell sind die Streaming-Angebote von Amazon in zwei Kategorien aufgeteilt: Es gibt Videoinhalte als Teil des normalen Prime-Abos und es gibt Freevee einen kostenlosen Medienkatalog mit Werbeunterstützung – dessen Auswahl allerdings vergleichsweise beschränkt ist.

Werber wollen an Amazons Premium-Inhalte

Aber genau um diese Premium-Inhalte gehe es den Werbern, heißt es. Denn wenig überraschend wollen sie die Spots dort platzieren, wo die meisten Menschen einschalten. Das heißt Top-Serien, gefragte Filme und das Live-Sport-Angebot, welches Amazon besonders in den USA immer weiter ausbaut. Letzteres ist bereits teilweise werbefinanziert, aber der Großteil bleibt frei von Reklame.

Amazon sei sich noch nicht sicher, wie man die derzeitige Tarifstruktur umbauen wolle. Eine Möglichkeit wäre die Einführung von Werbung in allen Prime-Video-Angeboten und eine Zusatzgebühr, um sich von Reklame freizukaufen und mehr Funktionen nutzen zu können. Einen ähnlichen Ansatz verfolgt Amazon auch im Musik-Angebot, bei dem es zusätzlich zum Standard-Angebot ein weiteres, zahlungspflichtiges Abo namens Amazon Music Unlimited gibt.

Bezos wollte Wachstum, Jassy achtet mehr aufs Geld

Die aktuellen Pläne rund um Prime Video entstammen der Feder von Andy Jassy, dem Nachfolger von Jeff Bezos, der nach eigenen Angaben viel Zeit damit verbringe, sich die "unprofitablen" Bereiche seines Unternehmens anzuschauen und dort über Verbesserungen nachzudenken. Bezos hatte offenbar einen anderen Ansatz verfolgt und vor allem Wachstum gefordert. Dafür war ihm nichts zu teuer – was die "Herr Der Ringe"-Serie "The Rings of Power" eindrücklich beweist. Die acht Episoden der Serie kosteten das Unternehmen letztlich mehr als 700 Millionen US-Dollar. Bezos erhoffte sich ein zweites "Game of Thrones", bekam aber eher durchschnittliche Fantasy-Kost.

Für Netflix scheint der Werbe-Plan indes allmählich aufzugehen. Wie verschiedene Medien, darunter "The Verge", zuletzt berichteten, hätten sich inzwischen rund fünf Millionen Kunden für das Reklame-Abo entschieden, darunter offenbar besonders junge Leute. Seit Anfang des Jahres habe sich die Zahl der Abonnenten in diesem Bereich "verdoppelt", heißt es. 

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