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Gutes Geschäft mit Quarantäne: Gewinne mit Corona: Amazon stellt 100.000 neue Mitarbeiter ein - und verkauft das als Hilfsmaßnahme

Für viele Unternehmen werden die Einschränkungen durch das Coronavirus zur Existenzbedrohung. Amazon macht indes hervorragende Geschäfte - und kündigt immense Neuanstellungen an. Die Werbung für die Maßnahme hinterlässt aber durchaus einen Beigeschmack.

Amazon Lager in Texas, USA

Die meisten neuen Jobs bietet Amazon in seinen Lagerhäusern und dem Lieferbetrieb an 

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Die nächste Zeit könnte für viele Firmen hart werden. Nachdem die Bundesregierung ankündigte wegen des Coronavirus viele Freizeitangebote wie Bars, Theater oder auch Messen zeitweise zu schließen, müssen viele von ihnen um ihre Existenz fürchten. Auch im Handel sind die Folgen zu spüren. Die Angst treibt die Kunden zwar in Supermärkte zu Hamsterkäufen, viele andere Läden meiden sie aber lieber. Beim Versandriesen Amazon laufen die Geschäfte dagegen deutlich besser als erwartet.

Gute Geschäfte dank des Coronavirus

Das erklärte der Konzern in seinem Firmenblog. "Wir sehen einen bedeutsamen Anstieg der Nachfrage. Das bedeutet, dass wir deutlich mehr Arbeitskräfte brauchen, als zu dieser Jahreszeit üblich", so der Konzern. Die nachvollziehbare Maßnahme: Amazon schreibt in den USA neue Stellen aus. Der Umfang ist allerdings überraschend hoch: Ganze 100.000 neue Angestellte in Teil- und auch Vollzeit sucht der Konzern für seine Lagerhäuser und als Lieferanten, um die zusätzlichen Bestellungen zu bearbeiten.

Auch viele aktuelle Angestellte profitieren von dem Umsatzplus. Amazon kündigte an, den bisher gezahlten Mindestlohn von 15 Dollar die Stunde zeitweise um zwei Dollar zu erhöhen. Auch in England gibt es zwei Pfund mehr, in "vielen europäischen Staaten" sollen es "ungefähr" zwei Euro mehr sein. Allerdings ist das Ende des Bonusgehalts bereits in Sicht: Es soll nur bis Ende April ausgezahlt werden.

Umsatzplus als Hilfsmaßnahme

Etwas befremdlich wirkt es, dass Amazon die Maßnahmen in seinem Blog nicht als wirtschaftliches Kalkül, sondern als Hilfsmaßnahme verkauft. Man helfe "Gemeinschaften auf der ganzen Welt auf eine Art, wie es sehr wenige können - indem wir kritisch notwendige Vorräte an die Haustüren derjenigen liefern, die sie brauchen", erklärt der Blogpost. 

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Auch die neu geschaffenen Jobs werden als eine Art Rettungsschirm beworben. Amazon richtet sich explizit an Personen, die durch die einbrechenden Geschäfte in Hotels, Restaurants und Reiseunternehmen aktuell keine Arbeit haben. Auf zu lange Anstellung sollten sich die neuen Mitarbeiter aber wohl nicht einstellen. Sollte sich die Lage später beruhigen, könnten ihre alten Arbeitgeber sie wieder einstellen, tröstet das Unternehmen. Im Klartext heißt das aber auch: Es gibt nur solange Arbeit, wie Amazons Plus durch die Coronakrise anhält.

Quelle: Amazon

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