Dateitauschbörsen Staatsanwälte stöhnen unter Flut von Anzeigen


Die Zahl der Anzeigen gegen Nutzer von Internet-Tauschbörsen wegen Verstößen gegen das Urheberrecht ist so stark gestiegen, dass einige Staatsanwaltschaften Hilfskräfte zur Bearbeitung benötigen.

Illegale Internet-Tauschbörsen haben zu einer bundesweit einzigartigen Anzeigenflut bei der Karlsruher Staatsanwaltschaft geführt. Innerhalb eines halben Jahres seien rund 40.000 Anzeigen wegen illegaler Kopien von Musik, Software und Computerspielen erstattet worden, sagte Generalstaatsanwältin Christine Hügel. Dabei gehe es ausschließlich um das so genannte "file sharing", bei dem Dateien direkt von Computer zu Computer heruntergeladen würden. Hinter den Anzeigen steht eine Anwaltskanzlei, die die Rechte betroffener Unternehmen wahrnimmt.

Großer Aufwand erfordert zusätzliche Arbeitskräfte

Nach den Worten von Hügel sind auch andere Staatsanwaltschaften - etwa in Hamburg und Frankfurt - mit ähnlichen Fällen befasst, allerdings in deutlich geringerem Maß als in Karlsruhe. Allein das Registrieren der Fälle verursache einen derart großen Aufwand, dass zusätzlich Polizeibeamte dafür eingesetzt würden. 9000 Fälle seien bereits abgearbeitet worden und hätten mit der Einstellung des Verfahrens geendet.

Die Generalstaatsanwältin machte aber deutlich, dass die Täter im Wiederholungsfall oder bei Kopien in größerem Umfang mit Geldstrafen wegen Verletzung des Urheberrechts rechnen müssten. Die Anzeigen dienten dazu, die zivilrechtlichen Ansprüche der geschädigten Musik- oder Softwarefirmen durchzusetzen.

DPA DPA

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