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Datenschutz-Problem Google-Techniker spionierte Minderjährige aus

Ein Google-Mitarbeiter hat in Kundenkonten geschnüffelt
Ein Google-Mitarbeiter hat in Kundenkonten geschnüffelt
© Colourbox
Neuer Zündstoff für Debatten um den Datenschutz bei Google. Ein inzwischen entlassener Google-Mitarbeiter soll wiederholt in Google-Accounts mehrerer Teenager herumgeschnüffelt haben.

Google hat einen Mitarbeiter wegen der Verletzung von Datenschutz-Vorschriften entlassen. Das teilte das Unternehmen mit. Laut dem renommierten Medienblog Gawker.com soll der 27-Jährige mehrmals seine Stellung missbraucht haben und persönliche Google-Konten ohne Zustimmung der Nutzer aufgerufen haben. Vier Mal habe es sich dabei um die Google-Konten von Minderjährigen gehandelt. In einem Fall habe der Mitarbeiter unter anderem Protokolldateien des Telefondienstes Google Voice ausgewertet, um Name und Adresse der neuen Freundin eines 15-jährigen Jungen herauszufinden. Danach habe er den Teenager verhöhnt und gedroht, das Mädchen anzurufen. Gawker.com zitierte eine nicht näher genannte Quelle, wonach es keinen sexuellen Hintergrund für das Ausspionieren gegeben habe. Das Vorgehen des Mitarbeiters lasse aber auf ein "außerordentlich fragwürdiges Urteilsvermögen" schließen.

Google-Vizepräsident Bill Coughran teilte mit, der Konzern nehme den Vorfall "ernst". Das Unternehmen kontrolliere die Mitarbeiter genau, die Zugang zu den Konten der Nutzer haben. So werde inzwischen mehr Zeit als früher aufgewendet, um die Zugangskontrollen genau zu überwachen. Allerdings werde es immer nötig sein, dass eine "bestimmte Anzahl von Leuten" den Zugang zu den persönlichen Nutzerkonten habe, damit die Google-Angebote fehlerfrei arbeiten könnten.

san/AFP AFP

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