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Soziale Netzwerke: Facebook gesteht: Das Netzwerk verdirbt uns die Laune - und hat einen irren Rat

Zum ersten Mal gibt Facebook zu, dass sich manche Nutzer durch das soziale Netzwerk schlechter fühlen. Doch die Lösung dafür soll ganz einfach sein - und entspricht zufällig genau den Wünschen Facebooks.

Facebook-Chef Mark Zuckerberg schaut bei seiner F8-Rede betreten

Facebook-Chef Mark Zuckerberg will, dass die Nutzer auf der Plattform "bedeutsame Interaktionen" finden - und muss nun zugeben, dass die Nutzung oft einen negativen Effekt auf die Laune hat

Man kennt das Phänomen: Wenn man mit schlechter Laune in Facebook, Instagram und Co. schaut, fühlt man sich danach oft noch mieser. Die Urlaubs- und Party-Fotos der anderen, eine verkündete Beförderung und politische Artikel wirken nicht gerade als Stimmungsaufheller. Jetzt hat auch Facebook zugegeben, dass die Nutzung des Netzwerkes die Laune verderben kann - und hat gleich einen Lösungsvorschlag parat.

In einem Blogpost haben sich zwei für Facebook arbeitende Forscher des Phänomens angenommen. Sie geben unumwunden zu, was bereits verschiedene Studien belegt haben: Nach der Facebook-Nutzung können sich die Mitglieder des Netzwerkes schlechter fühlen. 

Passive Nutzung deprimiert

Das passiere vor allem dann, wenn die Nutzer viel passiv konsumieren, Likes verteilen und höchstens mal einen Statusbeitrag absetzen, erklären die Facebook-Forscher unter Berufung auf eine Studie - und präsentieren gleich die passende Gegenstudie. Menschen, die mit anderen über Facebook aktiver interagierten, Kommentare verfassen und mit Freunden chatten, gehe es demnach meist besser als vorher, erklärte diese gemeinsam mit Facebook erstellte Studie. Wie praktisch, dass es sich dabei genau um die Verhaltensweisen handelt, die Facebook bei seinen Nutzern am liebsten sieht. 

Was will Facebook erreichen?

Nun muss man Facebook nicht zynisch berechnendes Verhalten vorwerfen. Schließlich ist es durchaus beachtenswert, dass die Betreiber des größten sozialen Netzwerkes der Welt die potenziell negativen Auswirkungen ihres Angebotes offen anerkennen. Der Druck war in den letzten Monaten nach der Fakenews-Debatte und den Vorwürfen eines Ex-Managers deutlich gewachsen.

Allerdings passen die aktuellen Interpretation der Ergebnisse recht gut zu den Zielvorgaben von Facebook-Chef Mark Zuckerberg: "Wir wollen, dass die Zeit, die Leute bei Facebook verbringen, bedeutsame soziale Interaktionen ermutigt", hatte er vor kurzem erklärt. Mit gutem Willen kann man unterstellen, dass es Facebook tatsächlich um das Wohlergehen seiner Nutzer geht - und nicht um die zahlreichen zusätzlichen Informationen, die man aus Interaktionen mit anderen Nutzern gewinnen kann.

Die Menge macht's

In einem Punkt dürfte Facebook bei der Auswahl der Studien allerdings etwas wählerisch gewesen sein: Eine Studie der Elite-Uni Harvard zeigte etwa, dass vor allem die Dauer der Nutzung einen klaren Einfluss auf das Wohlergehen hatte. Je mehr Zeit man bei Facebook verbrachte, desto deprimierter wurden die Nutzer. Zuviel Facebook macht also traurig. Das wollte man seinen Nutzern dann lieber doch nicht unter die Nase reiben.Unnützes Wissen Facebook

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