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Facebook zwingt zur Timeline: Chronikpflicht für alle

Facebook wird Timeline in Kürze verpflichtend einführen. In der Chronik können Nutzer ihr Profil als interaktiven Lebenslauf präsentieren. Sieht schön aus, birgt jedoch Gefahren für die Privatsphäre.

Von Christoph Fröhlich

Das ganze Leben auf einen Schlag: Wo war ich am 12. April? Was hat mir im Mai 2010 gefallen? Seit wann spiele ich Farmville? Die Facebook-Funktion Timeline, in Deutschland heißt sie Chronik, gibt Antworten auf all diese Fragen. Meine Freunde, Kommentare, Likes, Profilbilder, wann ich wo wann und warum war – mein ganzes digitales Leben ist von nun an gebündelt auf einer Seite zu sehen.

Seit Mitte Dezember kann jeder Facebook-Nutzer diese Funktion freiwillig aktivieren und dann nicht mehr rückgängig machen. Wie erwartet hat Facebook nun angekündigt, dass die Chronik in den kommenden Wochen bei jedem Nutzer automatisch angeschaltet wird. Dann haben haben Nutzer sieben Tage Zeit, das eigene Profil durchzusehen und zu bearbeiten, bevor es online sichtbar ist.

Mein interaktiver Lebenslauf

Jeder kann festlegen wie die Seite für andere User aussehen soll. Eine riesige Grafik am oberen Bildschirmrand ist das Herz der neuen Anwendung, was abgebildet ist, bleibt jedem selbst überlassen. Ob Hobby, Lieblingsband oder das eigene Auto - erlaubt ist alles außer Werbung oder verbotenen Bildern.

Überlagert wird das breitformatige Foto vom eigenen Profilbild, darunter finden sich die wichtigsten Infos wie Beruf, Wohnort, Lebenspartner – sofern man diese Daten im Profil angegeben hat. Dann folgen zwei Spalten mit Posts, die Fotos, Kommentare, Videos oder besuchte Orte anzeigen. Hier kann bis zum Eintritt in das soziale Netzwerk zurückgescrollt werden, wer ein Geburtsdatum angegeben hat, sogar bis zur eigenen Geburt.

Und es geht noch weiter: Auch die Zeit vor Facebook kann jetzt umfangreich ergänzt werden. Wichtige Lebensstationen lassen sich mit wenigen Mausklicks einfügen, sei es die Hochzeit, das neue Haustier oder der Eintritt in die Grundschule. Jedes dieser Ereignisse kann zudem mit einem Foto versehen werden.

Praktisch und beängstigend

Gesteuert wird die virtuelle Zeitreise über eine Leiste am rechten Bildschirmrand. Will ich wissen, wie das kleine italienische Hafenstädtchen aus dem letzten Sommerurlaub hieß, finde ich zwei Klicks weiter die Antwort. Und sehe gleich, wer den Eintrag 'geliked' oder kommentiert hat. Das ist praktisch. Aber auch irgendwie beängstigend. Denn soll jeder in Sekundenbruchteilen wissen, wo ich meinen letzten Urlaub verbracht habe? Wer die Frage verneint, sollte sich ausreichend Zeit nehmen und die eigene Chronik auf Herz und Nieren prüfen. Wer darf was sehen? Alte Einträge von 2006 können witzig sein, doch möglicherweise ist es besser, wenn sie im digitalen Datensumpf bleiben. Es mag mühsam sein, jeden Post durchzugehen – doch nur dann folgen keine bösen Überraschungen.

Aber nicht nur alte Mitteilungen werden plötzlich wieder sichtbar, auch das aktuelle Konsumverhalten gerät zunehmend in den Fokus. Der Grund: Facebook stellt externen Entwicklern eine Schnittstelle namens "Open Graph" zur Verfügung. Nutze ich Social Apps wie den Videodienst Netflix oder den Social Reader des "Wall Street Journals", wird jeder gelesene Artikel, jede angesehene TV-Folge in meine Chronik übertragen. Zudem wird diese Aktivität im Newsfeed sichtbar, sodass meine Freunde und Bekannte sehen können, welchen Text oder welche Serie ich mir gerade anschaue. "Frictionless Sharing" nennt das Unternehmen dieses Vorgehen, was soviel bedeutet wie reibungsloses Teilen.

Ich muss nicht mehr den Share-Button drücken, um etwas zu verbreiten – das erledigt Facebook jetzt automatisch für mich. Doch ich will nicht, dass Kollegen und Freunde wissen, was ich mir in der Mittagspause angeschaut habe. Um das zu vermeiden, muss ich entweder konsequenterweise auf Social Apps verzichten – oder mir die jeweiligen Einstellungen ganz genau ansehen.

Auf der Informationsseite informiert Facebook nach Aktivierung der Chronik über die neuen Funktionen.

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Kann ich mich auf Geschwindigkeitsanzeige FritzBox verlassen?
Hallo zusammen, erstmal herzlichen Dank für die Leute, die sich Zeit nehmen Fragen zu beantworten oder ihre Erfahrungen mit anderen teilen. Das ist oft hlifreich, wenn man sich nicht so auskennt. Ich hoffe, dass mir jemand weiterhelfen kann. Die Telekom hat hier nach langer und ersehnter Zeit schnelle Leitungen verlegt. Mitarbeiter waren auch zu Besuch da und auch nett:-) Sie wollten ja auch, dass ich von 1und1 wieder zurück wechsel. Das ist für mich in Ordnung und gehört zum Wettbewerb. Da jedoch die Mitarbeiter mir sagten, dass die Telekom für paar Jahre das Vorrecht hätte, könnte ich schnelles Internet nur über Telekom beziehen. Sprich entweder Telekom und schnelles Internet oder langsames Internet. Da habe ich im Internet recherchiert und rausgefunden, dass das so nicht mehr stimmt. Das war der Grund, warum ich dann bei 1und1 DSL100 abgeschlossen habe, da man mir am Telefon gesagt, dass es ohne Probleme möglich wäre. Nun ist es jedoch so, dass wir gar nicht so merken, dass unser Internet schneller ist. Gerade in der oberen Etage kann man nicht ohne Router surfen oder Sky über Internet Fernsehen. Nun meine Frage: Bei der Fritzbox wird es jedoch angezeigt. Kann ich mich drauf verlassen? Oder wie macht ihr eure Messungen? Ich weiss, dass es Software gibt, aber der feste Rechner ist bereits alt und hat einen alten Internet Explorer drauf. Wenn ich mit einem Laptop im Wlan mich reinhänge, wird sicher die Geschwindigkeit sowieso niedriger und nicht verwertbar sein, oder? Vielen Dank für die Antworten.