HOME

FBI zerschlägt Kreditkarten-Hackerbande: So schützen Sie ihr Konto vor Kriminellen

Kreditkarten werden immer öfter zum Ziel internationaler Betrügerbanden, wie ein aktueller Fall zeigt. Wir erklären, wie Sie sich gegen Datenmissbrauch schützen - und im Schadensfall handeln müssen.

Von Christoph Fröhlich

Zwei Jahre plante die US-Bundespolizei FBI die international abgestimmte Aktion, am Dienstag gelang ihr dann der bisher größte Schlag gegen illegale Datenhändler. 24 Verdächtige wurden festgenommen, darunter einer aus Deutschland, die es den Angaben zufolge auf 411.000 Kreditkarten abgesehen hatten. Damit konnten die Einsatzkräfte einen Schaden von mehreren Hundert Millionen Dollar abwenden.

Trotz des Erfolgs ist die jüngste Aktion nur ein Tropfen auf dem heißen Stein. Immer noch kursieren Millionen von gestohlenen Kreditkartendaten im Web, die auf einem virtuellen Schwarzmarkt an Kriminelle verkauft werden. Doch wie kann man sich gegen den Missbrauch der eigenen Kreditkartendaten schützen? Und was sollte man im Schadensfall tun - und was lieber lassen? stern.de gibt die wichtigsten Antworten.

So schützt man sich vor Cyberkriminellen

Um an Kreditkartendaten zu kommen, bedienen sich Internetbetrüger fieser Methoden: Sie nutzen Trojaner, die den eigenen Rechner ausschnüffeln, präparierte Geldautomaten oder infizieren Online-Shops, um dort die Daten der Kunden abzugreifen. Gegen Letzteres können Sie sich nur schwer schützen, doch zumindest die ersten beiden Risiken können Sie mit auf ein Minimum reduzieren:

• Den eigenen Rechner sollten Sie immer auf dem neuesten Stand halten, wichtig sind eine aktuelle Antivirensoftware und Firewall

• Niemals verdächtige Links in fremden E-Mails oder unbekannte Anhänge (besonders nicht im .exe-Format) öffnen

• Bei Geldautomaten sollten Sie immer prüfen, ob das Gerät manipuliert wurde - beispielsweise durch aufgesetzte Tastaturen oder präparierte Kartenschlitze. Zudem sollten Sie darauf achten, dass niemand ihren PIN-Code mitlesen kann.

Vorsicht bei dubiosen Online-Shops

Auf die Sicherheit von Online-Shops oder Reiseanbietern haben Sie dagegen keinen Einfluss. Hier empfiehlt Steffen Steudel vom Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken: "Die Kreditkartenanbieter haben ein zusätzliches Sicherheitsmerkmal für Überweisungen im Internet eingeführt, "Verified by Visa" und "Mastercard Securecode", dabei wird ein Extracode bei jeder Transaktion verlangt. Wenn möglich, sollte der Kunde bei solchen Shops einkaufen." Eine Auswahl an deutschen Shops, die den Sicherheitsmechanismus unterstützen, finden Sie hier.

Vermeiden sollte man dagegen Anbieter mit zu günstigen Preisen oder ohne Impressum. Solche Seiten sind häufig nur Lockvögel und dienen einzig und allein dem Zweck, Daten zu sammeln.

Sollte ein seriöser Shop das Ziel von Hackern sein, sind die Kartendaten dennoch in betrügerischen Händen. Dann hilft nur noch eins: Ruhe bewahren und sofort die Bank kontaktieren.

Im Schadensfall die Bank anrufen

Häufig nutzen Betrüger die Kartendaten erst Monate nach dem Diebstahl und buchen zunächst kleine Beträge ab, um keine Aufmerksamkeit zu erregen. Deshalb ist es wichtig, mindestens einmal im Monat die Abrechnung genauer anzusehen, auch wenn Sie die Karte nur selten nutzen.

Sollten Sie eine unbekannte Abbuchung feststellen, wenden Sie sich unverzüglich an die Bank. Denn: Sobald Sie Kenntnis über einen nicht autorisierten Zahlungsvorgang haben, sind Sie verpflichtet, ihr Kreditinstitut zu informieren. Nur dann haben Sie einen rechtlichen Anspruch auf Erstattung. Die Rückbuchung findet dann innerhalb von vier Wochen statt, meistens geht es aber deutlich schneller.

Auf keinen Fall sollten Sie längere Zeit abwarten und damit weiteren Missbrauch riskieren, denn dann kann die Bank die Erstattung möglicherweise verwehren - und Sie bleiben auf den Kosten sitzen.

Sollten Sie im Ausland unterwegs sein, können Sie über die internationale Notrufnummer 116116 ihre Karte sperren lassen. Sind Sie Opfer eines Kartenmissbrauchs, entstehen für die Sperrung und die Anschaffung einer neuen Karte keine Kosten. Grundsätzlich sollten Sie ihren Kreditkartenanbieter fragen, ob es zusätzliche Sicherheitsvorkehrungen gibt, beispielsweise Überweisungsquittungen per SMS oder zusätzliche Sicherheitsfragen ("SecureCode").

Hier können Sie dem Verfasser auch auf Twitter folgen.

Lesen Sie auch bei unserem Partner pcwelt.de - Sicher im Internet einkaufen, mit Prepaid-Kreditkarten.