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Neuer Dienst Google Fotos Googles Kampfansage an Apple und Dropbox


Unendlich viel Speicherplatz, und das kostenlos für alle: Mit dem neuen Fotodienst Google Fotos legt der Suchmaschinenriese die Latte hoch. Denn der Dienst ist nicht nur gratis, sondern auch clever.
Von Christoph Fröhlich

Google hat auf seiner Entwicklerkonferenz I/O viele Neuigkeiten vorgestellt: Die Bandbreite reichte vom Betriebssystem Android M über neue Funktionen für Android-Smartwatches bis hin zur weiterentwickelten Virtual-Reality-Lösung Cardboard. Für viele Nutzer dürfte das wahre Highlight aber der neue Bilderdienst Google Fotos sein.

Die Software ist eine Kriegserklärung an Apple und Dropbox. Denn der neue Fotodienst lockt nicht nur mit einer unkomplizierten Bildbearbeitung, sondern auch mit unbegrenztem Speicherplatz für Fotos und Videos - und das auch noch kostenlos! Sämtliche Fotos (Auflösung maximal 16 Megapixel) und Videos (maximale Auflösung 1080p) können gratis auf die Google-Server hochgeladen werden. Die meisten anderen Dienste schränken die Nutzer ein - und lassen sich zusätzlichen Speicher teuer bezahlen.

Google Fotos steht als Web-Anwendung unter photos.google.com zur Verfügung. Die zugehörige App für Android und iOS soll ebenfalls demnächst bereitstehen.

Gesichtserkennung in Sekunden

Google Fotos will die zentrale Anlaufstelle für alle Bilder sein, egal auf welchem Gerät diese aufgenommen werden, erklärte Google-Manager Anil Sabharwal im Rahmen der Keynote. Für eine bessere Übersicht nutzt das Programm intelligente Algorithmen, die alle Fotos nach den darauf befindlichen Personen, Ereignissen und Orten sortiert - und das vollautomatisch. Das nervige Bestätigen von Gesichtern, das man von älterer Foto-Software wie iPhoto kennt, entfällt.

Bemerkenswert ist die Technik im Hintergrund: Die eigene Foto-Sammlung kann nach Schlagworten wie "Schneesturm in Toronto" durchsucht werden, ohne dass die Bilder zuvor getaggt wurden. Der Algorithmus durchkämmt innerhalb von Sekundenbruchteilen die Bilddatenbank und zeigt die sogenannten "Erinnerungen". In der Keynote klappte das auf Anhieb.

Kurz darauf demonstrierte Sabharwal die Gesichtserkennung von Google Fotos anhand einiger Fotos seiner Nichte, die über einen Zeitraum von einigen Jahren entstanden. Obwohl sich das Gesicht des Kindes deutlich veränderte, erkannte die Software die Person problemlos.

Das ist auf der einen Seite sehr beeindruckend, auf der anderen Seite gruselig. Google dürfte die Skepsis einiger Nutzer erkannt haben, denn Sabharwal betonte mehrfach, dass die Foto-Ansichten privat sind und wirklich nur der Benutzer sie zu sehen bekommt.

Schickes Design

Auch das Design von Google Fotos wirkt sehr durchdacht: Beispielsweise kann man in der neuen Anwendung Tag für Tag durch die eigenen Bilder scrollen - oder auf Wunsch mit einer Fingergeste auf eine Monats- oder Jahres-Ansicht wechseln. Eine ähnliche Funktion bietet Apple bereits für seine Foto-App.

Google Fotos ist nicht nur eine Bilder-Übersicht, sondern lädt auch zum Bearbeiten ein. So kann man mit dem Dienst auch Collagen und kurze Filme erstellen. Ein Assistent gibt Vorschläge, wie die eigenen Fotos verbessert werden.


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