Internet-Tauschbörsen Tausche Malerarbeit gegen Pullover


Internettauschbörsen sind ein Renner im Netz. Monatlich tauchen neue Angebote auf. Egal ob Musik, Filme oder Spiele - hier wird getauscht, was das Zeug hält. Und das vollkommen legal. Ein Überblick.

Ich gebe dir etwas, du gibst mir dafür etwas zurück: Das uralte Tauschprinzip kommt dank des Internets zu neuer Blüte. Auf speziellen Online-Marktplätzen wechseln Bücher, Film-DVDs oder Kindersachen munter den Besitzer. Häufig dienen virtuelle Ersatzwährungen als Tauschmittel. Daneben fallen Versand-, teilweise auch Transaktions- oder Mitgliedsgebühren an. Weil sich auch Angebot und Tauschprozess unterscheiden, lohnt ein Vergleich der Portale.

Das Grundprinzip der Tauschbörsen ist einfach: Nutzer stellen Artikel ein, erhalten bei einem Tausch Guthaben und können dies bei passender Gelegenheit wieder in andere Artikel investieren. "Wer viel liest, hört, schaut oder spielt, kommt hier einfach an Nachschub", urteilt Tobias Weidemann, Redakteur bei der in München erscheinenden Zeitschrift "PC Welt". Das Risiko an Musik- oder Filmraubkopien zu geraten, schätzt er niedrig ein.

System legt Preise fest

Das Portal "Hitflip" nimmt seinen Mitgliedern Aufwand ab, kostet aber auch etwas mehr. Nutzer geben lediglich den ISBN- oder EAN-Code des Artikels ein, wodurch automatisch eine Beschreibung aus der Produkt-Datenbank hinzugefügt wird. Anhand aktueller Preise legt das System fest, wie viele Verrechnungseinheiten "Flips" der Besitzer für den Artikel erhält. Ein Tausch kostet den Empfänger daneben 99 Cent Transaktionsgebühr, der Versender zahlt Porto und Verpackung. Platzt ein Tausch, bietet die Plattform eine Rückerstattungs-Garantie. Reicht das Guthaben nicht aus, lassen sich Flips auch kaufen. Einer kostet 5,99 Euro.

Keine Gebühren fallen bei "Tauschticket" an. Nutzer legen hier selbst fest, wie viele "Tickets" sie pro Produkt verlangen und wickeln den Tausch eigenständig ab. Eine Datenbank erleichtert auch hier das Einstellen der Angebote. Für viele Tauschvorgänge und positive Bewertungen werden Bonustickets vergeben.

Um Tauschpreis kann gefeilscht werden

Bei der Medien-Tauschbörse "Balu" ist das Angebot kleiner, dafür verspricht die Seite sofortige Verfügbarkeit. Lässt es der Anbieter zu, kann um die Höhe des Tauschpreises gefeilscht werden. Zusätzlich zu den bis zu fünf "Chips" kostet jeder Tausch zwischen 10 und 50 Cent Systemgebühr. Platzt ein Tausch, wird alles zurückerstattet. Bonuschips belohnen "fleißige" Mitglieder.

Unter www.tauschmonster.de stehen Artikel rund ums Kind im Mittelpunkt: Spielzeug, Freizeitartikel, Kleidung. Die Börse verlangt pro Jahr zwölf Euro Mitgliedsgebühr und pro Tausch zwei "Tauschtaler" jeweils von Anbieter und Empfänger. Letzterer zahlt den Versand. Ein Tauschtaler entspricht zehn Cent. Geben und nehmen ohne Geld machen lokal organisierte Tauschringe seit langem vor.

Dienstleistungen tauschen

Diese Form der Nachbarschaftshilfe bietet das Projekt "Bambali" auf einem Marktplatz nicht nur für Waren, sondern auch für Dienstleistungen wie Kinderbetreuung, Gartenarbeit oder handwerkliche Hilfe. Ob direkt oder mittels der Tauschwährung "Bam" getauscht wird, steht den Mitgliedern frei. Die Einträge werden dem Webseitenbetreiber zufolge zwar begutachtet, wie seriös die Angebote aber wirklich sind, muss selbst überprüft werden.

Bei den klassischen Tauschringen stoßen Online-Marktplätze auf Skepsis. Die Vertrauensbildung sei bei einer Kontaktaufnahme im Internet schwerer, sagt Dagmar Capell, Herausgeberin des "Tauschmagazins" in Hamburg. Wichtig sei auch ein genauer Blick in die Teilnahmebedingungen. Wer deshalb von Angesicht zu Angesicht tauschen will, kann sich an einen der rund 300 Tauschringe wenden.

DPA DPA

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