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Mail Goggles: Zu besoffen zum Mailen? Kein Problem!

Google bietet in seinem E-Mail-Service Gmail eine neue Funktion, die Nutzer vor sich selbst schützen soll. Mail Goggles verhindert, dass man Post verschickt, die besser nicht den Rechner verlassen hätte - zum Beispiel weil man müde oder betrunken war. Wie das funktioniert? Mit Mathe.

Der Internetanbieter Google bewahrt seine Nutzer künftig vor dem Versenden peinlicher E-Mails: Eine neue Einstellung in Gmail namens Mail Goggles, was grob übersetzt "Mail-Brille" bedeutet, wird abends und an Wochenenden aktiv, wenn bei vielen Nutzern die Stunde für unkontrolliertes Mailverschicken geschlagen hat - meist im Zusammenspiel mit Alkohol. Ist die Funktion aktiv, muss der Nutzer innerhalb einer Minute fünf einfache Mathematik-Aufgaben lösen, bevor seine E-Mail gesendet wird. Wer das nicht schafft, ist nach Perlows Ansicht nicht in der richtigen "Geistesverfassung" für den Mailversand.

Die neue Funktion hätte auch dem Entwickler selbst schon ein böses Erwachen ersparen können. "Manchmal verschicke ich Nachrichten, die ich nicht verschicken sollte - wie damals, als ich einem Mädchen per Textmitteilung meine Liebe gestanden habe", schrieb Software-Entwickler Jon Perlow im Google-Blog. Ein anderes Mal habe er seine Ex-Freundin in einer nächtlichen E-Mail um einen Neuanfang gebeten und dies später bereut.

Gmail-Nutzer können selbst einstellen, zu welchen Tageszeiten die Selbstschutzfunktion aktiv sein soll. Goggles werde sie dann vor dem Schlimmsten bewahren, erklärte Perlow: "Es wird herausfinden, ob du diese Mail am späten Freitagabend wirklich verschicken willst." Dafür gebe es keinen besseren Weg als zu klären, ob Nutzer noch in der Lage seien, einfache Mathe-Aufgaben zu lösen.

AFP / AFP
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