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Reaktionen auf Sepp Blatters Wiederwahl: "Selbst für Fifa-Standards ein bizarrer Tag"

Besoffen vom eigenen Glanz feiert Sepp Blatter seine fünfte Amtszeit als Fifa-Präsident. Beim Rest der Welt scheint Katerstimmung zu herrschen. Das Echo auf seine Wahl ist teilweise verheerend.

Zum fünften Mal ist Joseph Blatter zum Präsidenten der Fifa gewählt worden

Zum fünften Mal ist Joseph Blatter zum Präsidenten der Fifa gewählt worden

Sepp Blatter ist erneut zum Präsidenten der Fifa gewählt worden. Trotz der Festnahmen ranghoher Funktionäre wegen Korruption vor wenigen Tagen. Trotz des Protests der Uefa. Trotz Unterschriftenkampagnen, in denen Hunderttausende Fußballfans seinen Rücktritt forderten. In einem Spektrum zwischen Enttäuschung und Abscheu ruft seine Wiederwahl vielfältige Reaktionen hervor. Nur einer freute sich über alle Maßen.

Joseph Blatter, wiedergewählter Fifa-Präsident:

"Let's go, Fifa. Let's go!"

Wolfgang Niersbach, DFB-Präsident und neues Mitglied des Fifa-Exekutivkomitees:

"Wir sprechen seit vier Jahren von Reformen. Da ist ja auch von großartigen Fortschritten berichtet worden, die ich so nicht erkennen kann. Auch das, was Sepp Blatter heute gesagt hat, hat sich nicht unterschieden von dem, was er vor vier Jahren gesagt hat. Er hat auch vor vier Jahren gesagt, dass er das Schiff aus der schweren See rausführen wird, und jetzt ist die See noch ein bisschen rauer."

Luis Figo, portugiesischer Fußballstar:

"Heute ist ein weiterer schwarzer Tag in Zürich. Die Fifa hat verloren, aber vor allem hat der Fußball verloren und jeder, der sich wirklich darum sorgt. Dass Blatter, der verantwortlich für den Punkt ist, an dem die Fifa heute steht, wiedergewählt wird, zeigt wie krank diese Organisation ist."

Alex Wilks, Kampagnendirektor für Avaaz:

"Ein weiterer schmutziger Deal in den Hallen der Fifa hat die Hoffnung von Milliarden Fußballfans zerstört. Die Abstimmung war kein faires Spiel und Sponsoren wie Coca Cola, Visa und Adidas sollten die Fifa erst wieder finanzieren, wenn sie sauber ist."

"The Guardian", britische Tageszeitung:

"Selbst für die Standards der Fifa war dies ein bizarrer und tatsächlich eher verwirrender Tag. Nicht nur, dass Blatter zurück ist, er wurde wiedergewählt ohne zweite Abstimmungsrunde. Er ist offenbar als Reformkandidat zurück; Angetreten, um die Korruption an der Wurzel zu packen, Betrügereien zu beenden sowie die Gaunereien, welche den lukrativsten Sport in den Dreck gezogen haben, während der Regentschaft seines Vorgängers. Der zufällig auch Sepp Blatter heißt."

ESPN, US-amerikanischer Sportkanal:

"Das ist nichts als Politik in seiner reinsten Form. Und wenige sind besser darin als Blatter. Er streift alte Meinungen wie eine Haut ab und belohnt, zumindest zeitweilig, die, die für ihn einstehen. Es ist derselbe Blatter, der eine Bewerbung der USA für die WM 2022 unterstützte und heute sagt, Katar ist die einzige Lösung."

Cocal-Cola (Fifa-Partner seit 1974, Vertrag läuft bis zur WM in Katar 2022):

"Wir erwarten von der Fifa, dass sie diese Probleme weiter gründlich angeht."

ono/DPA / DPA

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