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Medien im Web: Wie Apple & Co. über deutsche Inhalte bestimmen

Wer in den USA eine nackte Brust im öffentlichen Fernsehen zeigt, muss sich dafür ebenso öffentlich entschuldigen. In Deutschland wäre so etwas eigentlich undenkbar. Doch seit US-Unternehmen auch hier über Medieninhalte bestimmen, sieht die Sache anders aus.

Von Gerd Blank

Erinnern Sie sich noch an den Auftritt von Janet Jackson während des Superbowls 2004, bei dem ihr von Justin Timberlake das Oberteil heruntergerissen wurde - was ihre rechte Brust freilegte? In Deutschland war das eine Lachnummer, Schadenfreude über den missglückten Auftritt wechselte sich mit dem Verdacht ab, dass es sich lediglich um einen PR-Gag handelte. In den USA sorgte dieser Vorfall dagegen für einen der größten Medienskandale der vergangenen Jahre. Künstler wie auch TV-Sender gerieten in die Kritik und mussten sich sogar öffentlich entschuldigen. Eine nackte Brust ist in den USA ein schützenswertes Gut.

Die Überreaktion wäre für den Rest der Welt und besonders Deutschland eigentlich kein großes Problem. US-Sender übertragen ihre Inhalte kaum nach Europa, und die Amerikaner interessieren sich nicht für deutsches Fernsehen. Hierzulande regt sich niemand darüber auf, wenn eine Frau beim Stillen ihres Kindes gezeigt wird, in den USA gibt es das höchstens im Pay-TV zu sehen.

Durch den Siegeszug des Internets und digitaler Inhalte stellt sich die Sache allerdings inzwischen anders da. Das Web ist Vertriebskanal für alle erdenklichen Inhalte. Fernsehkanäle verlieren an Bedeutung. Ob Musik, Film, Fotografie oder Literatur - alles kommt per Mausklick aus aller Welt auf den Schirm. Sogar moderne Handys dienen inzwischen als Abspielstation für Multimedia aller Art. Dabei sticht das iPhone von Apple besonders hervor. Marktstudien haben ergeben, dass mehr Menschen per iPhone surfen als mit jedem anderen Smartphone. Mehr noch: Durch spezielle Programme, den so genannten Apps, können Inhalte ohne den Umweg eines Browsers auf dem Display gezeigt werden. Ganz klar, dass alle Medienhäuser versuchen, mit eigenen Apps ins Sichtfeld der Nutzer zu kommen.

IT-Unternehmen sind längst der Nerd-Ecke entwachsen, sie sind inzwischen Mainstream. US-Konzerne wie Google und Apple sorgen dafür, dass Nachrichten zum Leser gebracht werden. Man zeigt im Freundeskreis nicht mehr einen Artikel aus einer Zeitung, sondern die App - oder verschickt einen Link. Wer also gelesen werden will, muss die Regeln dieser Konzerne einhalten. Und die sind sehr strikt. Wer dagegen verstößt, darf nicht mehr mitspielen. Zensur? Wohl kaum, denn Apple hat natürlich das Hausrecht auf seiner Hardware.

Nur für Erwachsene

Bis eine Software fürs iPhone angeboten werden kann, muss diese den strengen Blicken der Apple-Prüfer standhalten. Sind die Apps zugelassen, müssen Nutzer vor dem Herunterladen einiger Anwendungen bestätigen, dass sie älter als 17 Jahre sind. Dabei handelt es sich aber nicht unbedingt um Software von Erotikanbietern oder um Horrorspiele. Die Apps sind lediglich dazu in der Lage ihre Inhalte per Internet zu aktualisieren - sie verändern sich also ständig. Sollten die Inhalte, die in einer App angezeigt werden, nicht den Vorstellungen von Apple entsprechen, wird die Software - auch nachträglich - wieder aus dem App-Store entfernt. Interessant dabei ist, dass mit demselben Gerät per eingebauten Browser dennoch Inhalte angezeigt werden, die gegen die strengen Apple-Regeln verstoßen, schließlich steht dem iPhone das gesamte Internet offen. Nach Apples Logik dürfte also eigentlich das iPhone nicht verkauft werden - schließlich lassen sich damit unliebsame Inhalte abrufen.

Auch die App von stern.de wurde vor einigen Wochen aus dem App-Store verbannt, weil mit der Anwendung auch mehr oder weniger leicht bekleidetete Damen angeschaut werden konnten. Dass Apple entscheiden darf, welches Programm auf einem Apple-Gerät genutzt werden kann, steht außer Zweifel. Inzwischen ist die stern.de-App wieder abrufbar. Da sich Apple aber immer weiter vom reinen IT-Konzern zum Inhalte-Verteiler mausert, stellt sich dennoch die Frage, ob das Hausrecht noch zeitgemäß ist. Und nicht nur Apple muss sich mit dieser Frage auseinandersetzen. Amazon hat jüngst mit der Vorstellung des Kindle ein elektronisches Buch veröffentlicht, mit dem digitale Literatur gelesen werden kann, die vorher bei Amazon gekauft wurde. Der Online-Versender setzt auf dem Gerät ebenfalls sein Hausrecht durch und blockiert sogar Bücher, die nicht von Amazon autorisiert wurden.

Alle Informationen für alle Menschen

Bei Google ist die Situation umgekehrt, hier werden keine Inhalte ausgesperrt, sondern ohne Nachfrage veröffentlicht. Der Suchmaschinenbetreiber will alle Informationen allen Menschen verfügbar machen. Ob Literatur oder Verlagspublikationen: Google listet Inhalte auf und verdient an Anzeigen, die neben diesen Artikeln platziert wurden. Die deutschen Verlage versuchen dagegen vorzugehen und wollen an den Einnahmen beteiligt werden.

Ob Kommunikation oder Entertainment - künftig spielt sich alles im oder per Internet ab, das Empfehlungsnetz bekommt dabei immer größere Bedeutung. Nicht auszudenken, wenn soziale Netzwerke wie Facebook darüber entscheiden, ob Linktipps zu anderen Websites, Videos oder Musikstücken nicht mehr angezeigt werden dürfen oder wenn der Mikrobloggingdienst Twitter bestimmte Inhalte löscht.

Globalisierung trifft regionales Recht

Weder Apple noch Google geben eine Lösung dafür vor, wie künftig mit Inhalten umgegangen werden sollte. Das Aussperren von unliebsamen Inhalten kann ebenso wenig der Weg sein, wie einfach alles anzuzeigen. Trotz Globalisierung und grenzenlosem Internet muss auf regionales Recht, aber auch auf regionale Eigenarten Rücksicht genommen werden. Vielleicht zeigt ein Blick auf die Unterhaltungsindustrie, wie mit diesem Thema umgegangen werden könnte. In den USA stehen TV-Serien fast zeitgleich mit der Fernsehausstrahlung auch im Internet zur Verfügung - allerdings nur in den USA. Eine regionale Sperre verhindert, dass deutsche Zuschauer mitgucken dürfen. Auch bei Musik funktioniert das System - im amerikanischen iTunes Store stehen einige Alben deutlich früher zur Verfügung als in Deutschland. Das würde auch in die andere Richtung funktionieren: Inhalte aus Deutschland könnten für amerikanische Nutzer gesperrt werden.

Aber bis es in der schönen neuen Medienwelt nicht mehr ruckelt und rumpelt, werden noch einige Bits und Bytes den Datenhighway entlang rasen. Denn in jedem Spiel brauchen neue und alte Mitspieler eine Weile, um sich auf gemeinsame Regeln zu einigen. Und wenn es auch nur die Regel ist, wo eine Brust gezeigt werden darf.

Kann ich mich auf Geschwindigkeitsanzeige FritzBox verlassen?
Hallo zusammen, erstmal herzlichen Dank für die Leute, die sich Zeit nehmen Fragen zu beantworten oder ihre Erfahrungen mit anderen teilen. Das ist oft hlifreich, wenn man sich nicht so auskennt. Ich hoffe, dass mir jemand weiterhelfen kann. Die Telekom hat hier nach langer und ersehnter Zeit schnelle Leitungen verlegt. Mitarbeiter waren auch zu Besuch da und auch nett:-) Sie wollten ja auch, dass ich von 1und1 wieder zurück wechsel. Das ist für mich in Ordnung und gehört zum Wettbewerb. Da jedoch die Mitarbeiter mir sagten, dass die Telekom für paar Jahre das Vorrecht hätte, könnte ich schnelles Internet nur über Telekom beziehen. Sprich entweder Telekom und schnelles Internet oder langsames Internet. Da habe ich im Internet recherchiert und rausgefunden, dass das so nicht mehr stimmt. Das war der Grund, warum ich dann bei 1und1 DSL100 abgeschlossen habe, da man mir am Telefon gesagt, dass es ohne Probleme möglich wäre. Nun ist es jedoch so, dass wir gar nicht so merken, dass unser Internet schneller ist. Gerade in der oberen Etage kann man nicht ohne Router surfen oder Sky über Internet Fernsehen. Nun meine Frage: Bei der Fritzbox wird es jedoch angezeigt. Kann ich mich drauf verlassen? Oder wie macht ihr eure Messungen? Ich weiss, dass es Software gibt, aber der feste Rechner ist bereits alt und hat einen alten Internet Explorer drauf. Wenn ich mit einem Laptop im Wlan mich reinhänge, wird sicher die Geschwindigkeit sowieso niedriger und nicht verwertbar sein, oder? Vielen Dank für die Antworten.