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Meg Whitman: "Es macht einfach Spaß"

Und darum hat das Auktionshaus Ebay eine der besten Erfolgsstorys im Internet hingelegt. Chefin Meg Whitman über den Erfolg und die Zukunft des größten Marktplatzes der Welt.

Schlechte Nachrichten muss Ebay selten verkünden. So stieg im zweiten Quartal 2002 das Handelsvolumen im Vergleich zum Vorjahr um 66 Prozent auf über 235 Millionen Dollar. Meg Whitman, 46, ist seit 1998 Geschäftsführerin.

Frau Whitman, wann haben Sie zuletzt etwas über Ebay gekauft?

Vor vier Tagen, zwei Computer für meine 14 und 17 Jahre alten Kinder.

Haben Sie die ersteigert oder zum Festpreis gekauft?

Ich habe sie über die Option "Sofort kaufen" zum Festpreis erstanden.

Mit Online-Auktionen ist Ebay groß geworden. Doch jetzt scheinen Festpreise wie im Kaufhaus immer wichtiger zu werden?

Das stimmt. Im zweiten Quartal haben wir 19 Prozent unseres Handelsvolumens über Festpreise erzielt. Früher hatte man nur während einer Auktion zusätzlich die Wahl, sofort zum Festpreis zu kaufen. Seit kurzem können Sie auch ganz ohne Auktion einfach so zu fixen Preisen verkaufen.

Verabschiedet sich Ebay allmählich aus dem Auktionsgeschäft?

Für die absehbare Zukunft werden Versteigerungen den Großteil des Geschäfts ausmachen. Darauf basiert schließlich der Erfolg von Ebay. Bei manchen Produkten, etwa Geschenken oder einer Reise, schätzen viele Käufer allerdings Schnelligkeit und Preisklarheit beim Kauf per Festpreis.

Da werden Sie ein bisschen zum Online-Versandhändler wie amazon.de oder otto.de.

Nein. Wir verkaufen selbst ja nichts, wir bieten nur einen Marktplatz - den größten der Welt. Dieses Konzept passt perfekt zum Internet. Unsere Nutzer verstehen, dass sie nicht bei uns einkaufen, sondern bei einem Verkäufer, den sie bei Ebay finden. Außerdem unterscheiden sich die Artikel erheblich: Bei Amazon gibt es viele Produkte zum empfohlenen Verkaufspreis, bei Ebay finden Sie eher Gebrauchtes, Sammlerstücke oder Auslaufmodelle.

Früher verkauften bei Ebay vor allem Privatleute direkt an Privatleute - wie auf dem Flohmarkt. Jetzt bieten immer mehr Firmen ihre Waren an. Vergessen Sie Ihre Wurzeln - die Sammler von Pez-Drops-Spendern und »Beanie Babies«-Puppen?

Privatleute sowie kleine oder mittlere Unternehmen bestreiten 95 Prozent unseres Handelsvolumens. Viele der Kleinunternehmer haben als private Anbieter bei Ebay ihre Unternehmerlaufbahn begonnen. In den USA haben wir jetzt 150.000 Verkäufer, die sich entschieden haben, ihren früheren Beruf aufzugeben und mit dem Handel über Ebay ihren Lebensunterhalt zu bestreiten. Wir nennen sie "Powerseller", ab Oktober können sie sich sogar über einen von uns ausgehandelten Gruppentarif krankenversichern lassen.

Selbst Großkonzerne wie die Computerbauer IBM oder Dell setzen inzwischen zunehmend auf den Verkauf per Ebay.

Deren Anteil wird bestimmt zunehmen, aber Ebay wird immer vor allem eine Heimat für Kleinunternehmer sein.

Um die kümmern Sie sich sehr liebevoll.

Ja. Ende Mai trafen sich in Berlin 300 zur ersten Ebay-University in Deutschland. In Seminaren ging es dort darum, wie Powerseller noch mehr Geld erlösen können. 25.000 Menschen haben weltweit schon die Ebay-University absolviert.

Was unterscheidet deutsche und amerikanische Ebay-Nutzer?

Es gibt eigentlich mehr Ähnlichkeiten als Unterschiede. Allerdings wurde Ebay in den USA als Marktplatz für Sammler groß - in Deutschland ging es von Anfang an mehr um Elektronikgeräte oder Kleidung.

Und die Zahlungsmethoden?

In Deutschland ist das Zahlen viel einfacher - 90 Prozent wird per Banküberweisung abgewickelt. In den USA bezahlen die meisten Käufer noch mit Schecks oder Geldanweisungen. Das wird sich mit dem Online-Bezahldienst »Paypal«, den wir gerade übernehmen, hoffentlich ändern.

Die Fälle von Betrügereien bei Ebay scheinen sich zu häufen. Da werden im Voraus bezahlte Notebooks nie geliefert; Designer-Handtaschen stellten sich als Fälschung heraus. Haben Sie die Kontrolle verloren?

Weniger als 0,1 Prozent aller Auktionen enden mit einem uns gemeldeten, nachgewiesenen Betrugsfall. Bei 145 Millionen eingestellten Artikeln allein im vergangenen Geschäftsquartal scheint mir das vertretbar. Wir wollen sie natürlich auf null drücken. Dazu nutzen wir in den USA auch Technologie, die verdächtige Auktionen automatisch identifiziert.

Eigentlich müsste es kinderleicht sein, das Konzept von Ebay zu kopieren. Warum hat es bislang kein Wettbewerber geschafft, Ihnen ernsthaft Konkurrenz zu machen?

Ich glaube, wir haben sehr viel Erfahrung mit unserem elektronischen Marktplatz gesammelt. Die haben wir allen anderen voraus - vor allem auf der technischen Seite. Die Ebay-Website ist auch für Einsteiger einfach zu bedienen. Außerdem haben wir als Einzige die erforderliche kritische Masse an Käufern und Anbietern.

Was ist Ihr Erfolgsgeheimnis?

Es macht einfach Spaß. Viele Internetfirmen dachten, es genüge, eine Gemeinschaft aus Gleichgesinnten zusammenzubringen. Bei uns gibt es als Basis den Handel - darauf aufbauend entstehen Online-Kontakte, Freundschaften und die »Community«. Zum Handel versammeln sich Menschen ja schon seit Jahrtausenden.

Laufen Sie Gefahr, zu einem gierigen Monopolisten wie Microsoft heranzuwachsen?

Nein. Die Art unseres Geschäfts unterscheidet sich viel zu stark. Jeder Ebay-Mitarbeiter hat verinnerlicht, dass wir nur erfolgreich sein können, wenn unsere Nutzer zufrieden sind. Und auf den elektronischen schwarzen Brettern sehen wir jederzeit, was den Nutzern nicht passt.

Dort kann man oft lesen, dass Ebay an seiner eigenen Größe zu ersticken droht.

Ich höre das immer wieder, sehe das aber nicht so. Klar, Ebay hat sich stark verändert. Als ich 1998 hier anfing, hatten wir 300.000 registrierte Nutzer, jetzt sind es 50 Millionen, davon mehr als jeder Zehnte in Deutschland. Von einem kleinen Dorf sind wir zu einer sehr großen Stadt herangewachsen. Manche Nutzer aus den Pioniertagen, die früher zu einzelnen Service-Betreuern von Ebay ein persönliches Verhältnis aufgebaut hatten, weil es nur so wenige gab, tun sich damit schwer. Der Firmengründer, Pierre Omidyar, verschickte früher sogar selbst E-Mails an Nutzer. Aber das ist lange her. Wir versuchen, Nachbarschaften in der Megacity Ebay zu schaffen - so wie in New York, wo es eigene Stadtviertel für Banken, Diamanten- oder Stoffhändler gibt.

Bei Ebay darf jeder die Verkäufer bewerten - je nachdem, welche Erfahrungen er mit ihnen gemacht hat. Warum ist den Ebay-Verkäufern ihr Bewertungsprofil so wichtig?

Es ist ihr Vertrauenskapital. Wenn mich am Flughafen Ebay-Verkäufer erkennen, stellen sie sich oft mit der Zahl ihrer positiven Kundenbewertungen vor - »Hallo, mein Bewertungsprofil ist 368« -, erst dann verraten sie ihren Namen, wo sie wohnen und was sie anbieten. Wir haben erlebt, dass sich Ehepaare bei der Scheidung vor Gericht um das gemeinsam erworbene Bewertungsprofil gestritten haben.

In den USA wird Firmenchefs nach den Finanzskandalen derzeit so viel Vertrauen geschenkt wie Gebrauchtwagenhändlern. Fühlen Sie das Misstrauen der Anleger?

Nein. Ganz einfach, weil Ebay unglaublich sauber ist. Wir haben von Anfang an unsere Bücher konservativ geführt. Das Leben ist zu kurz für unsaubere Tricks. Von Ebay werden Sie keine Hiobsbotschaften zu hören bekommen.

Was halten Sie von den strengeren Gesetzen gegen Bilanzfälschung, die Präsident Bush jetzt unterschrieben hat?

Das ist wohl eine gute Initiative. Betrügerische Unternehmer müssen kapieren, dass sie Strafe verdient haben. Für mich ist es kein Unterschied, ob sie ihre Anleger betrügen oder deren Haus ausrauben.

Wie sieht die Zukunft von Ebay aus?

Wir werden eine deutlich größere Firma sein, uns aber auch in fünf Jahren größtenteils auf das gleiche Geschäftsmodell konzentrieren. Wir sind bereits in 27 Ländern aktiv und machen 24 Prozent unseres Umsatzes außerhalb der USA - diese Zahl wird sich deutlich erhöhen.

Und Ihre persönliche Karriereplanung?

Ich werde auch in fünf Jahren noch dabei sein.

Interview: Thomas Borchert und Dirk Liedtke / print
Kann ich mich auf Geschwindigkeitsanzeige FritzBox verlassen?
Hallo zusammen, erstmal herzlichen Dank für die Leute, die sich Zeit nehmen Fragen zu beantworten oder ihre Erfahrungen mit anderen teilen. Das ist oft hlifreich, wenn man sich nicht so auskennt. Ich hoffe, dass mir jemand weiterhelfen kann. Die Telekom hat hier nach langer und ersehnter Zeit schnelle Leitungen verlegt. Mitarbeiter waren auch zu Besuch da und auch nett:-) Sie wollten ja auch, dass ich von 1und1 wieder zurück wechsel. Das ist für mich in Ordnung und gehört zum Wettbewerb. Da jedoch die Mitarbeiter mir sagten, dass die Telekom für paar Jahre das Vorrecht hätte, könnte ich schnelles Internet nur über Telekom beziehen. Sprich entweder Telekom und schnelles Internet oder langsames Internet. Da habe ich im Internet recherchiert und rausgefunden, dass das so nicht mehr stimmt. Das war der Grund, warum ich dann bei 1und1 DSL100 abgeschlossen habe, da man mir am Telefon gesagt, dass es ohne Probleme möglich wäre. Nun ist es jedoch so, dass wir gar nicht so merken, dass unser Internet schneller ist. Gerade in der oberen Etage kann man nicht ohne Router surfen oder Sky über Internet Fernsehen. Nun meine Frage: Bei der Fritzbox wird es jedoch angezeigt. Kann ich mich drauf verlassen? Oder wie macht ihr eure Messungen? Ich weiss, dass es Software gibt, aber der feste Rechner ist bereits alt und hat einen alten Internet Explorer drauf. Wenn ich mit einem Laptop im Wlan mich reinhänge, wird sicher die Geschwindigkeit sowieso niedriger und nicht verwertbar sein, oder? Vielen Dank für die Antworten.