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Online lernen mit MOOCs: Die Volkshochschule kommt ins Wohnzimmer

Viele Vorlesungen an Universitäten sind bereits im Internet verfügbar. Die Onlinekurse erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. Jetzt wollen auch die Volkshochschulen ihr Angebot ins Netz bringen.

Von Dominik Brück

Professor Christian Spannagel steht vor einer riesigen Tafel. Mit seinen langen schwarzen Haaren und dem Metal-Outfit entspricht er nicht dem Bild des typischen Akademikers. Doch der Mathe-Professor ist bekannt auf seinem Gebiet. Sorgfältig schreibt er Zeile für Zeile mathematische Symbole und Zahlen auf den dunkelgrünen Untergrund. Beobachtet wird er aufmerksam von rund 2000 Studenten, die sich für seinen Kurs angemeldet haben. Im Hörsaal ist es totenstill, denn Professor Spannagel ist ganz alleine. Seine Vorlesung wird über eine Kamera live auf die Computer der Studenten übertragen. Sie alle nehmen an einem MOOC teil, einem "Massive Open Online Course" - frei übersetzt: Onlinekurs, der für eine nahezu unbegrenzte Zahl von Teilnehmern frei zugänglich ist.

Onlinekurse für Jedermann

Während die Inhalte der digitalen Hörsäle bisher fast ausschließlich auf Studenten zielen, planen die Volkshochschulen (VHS) in absehbarer Zeit auch Kurse zu Themen anzubieten, die Ottonormalverbraucher interessieren. "MOOCs werden die Weiterbildung in den nächsten Jahren revolutionieren", sagt Christian Bartels, der an der Volkshochschule Hamburg an der Entwicklung von MOOCs beteiligt ist. Die Vision: Weiterbildungsangebote der Volkshochschulen immer und überall nutzen. Es wäre zum Beispiel möglich, den Spanischkurs, für den man sonst abends zum Unterricht fahren müsste, bequem vom Sofa aus zu besuchen.

Auf den Austausch mit den anderen Teilnehmern müsste man nicht verzichten. Denn das ist der Clou am Konzept eines MOOCs: Nicht nur der Lehrer vermittelt den Teilnehmern etwas, sondern diese gestalten den Kurs aktiv mit. Jeder kann eigene Beiträge in Form von Texten, Grafiken oder Videos einstellen und andere Nutzer an seinem Wissen teilhaben lassen. Auf diese Weise soll der Lernerfolg für alle Beteiligten größer sein. Das Angebot wäre für Kursteilnehmer womöglich gratis, denn für einen MOOC werden kostenlose Dienste, wie Twitter oder Youtube genutzt.

Überregionales Kursangebot

An amerikanischen Universitäten gehören die Onlinekurse inzwischen zum festen Angebot. An MOOCs von bekannten Professoren nehmen mehrere Hunderttausend Menschen weltweit teil. Auch die Volkshochschulen hoffen, zukünftig in Deutschland durch das Onlineangebot mehr Kursteilnehmer zu gewinnen. "In manchen ländlichen Regionen können Kurse nicht angeboten werden, weil sich nicht genügend Teilnehmer anmelden", sagt Bartels. MOOCs könnten aus Sicht des langjährigen VHS-Mitarbeiters dieses Problem lösen. Das Angebot wäre nicht länger auf einzelne Regionen beschränkt. Der Lehrer könnte in München sitzen, die Teilnehmer in Kiel, Dortmund und Dresden.

Für viele noch ungewohnt

Bis Onlinekurse in Form von MOOCs zum regelmäßigen Angebot der Volkshochschulen gehören, wird es jedoch noch etwas dauern. "Für viele VHS-Mitarbeiter ist die Kommunikation im Netz noch ungewohnt", sagt Bartels. Auch die Kursteilnehmer sind derzeit noch stärker an Kursen mit direktem Kontakt zu Dozenten und Mitlernenden interessiert. Das wird sich nach Meinung von Christian Bartels jedoch ändern. Seiner Ansicht nach werden MOOCs schon bald ein fester Bestandteil der Volkshochschulen sein, zumal die MOOC-Fangemeinde im deutschen Bildungswesen stetig wächst.

Wann es die ersten VHS-Onlinekurse geben soll, kann jedoch noch niemand sagen. "Die Volkshochschulen arbeiten an einem Konzept. Ich bin sicher, dass es bald die ersten Angebote geben wird", sagt Bartels. Er nimmt selbst gerade an einem bundesweiten MOOC teil: Darin werden 700 VHS-Mitarbeiter auf die Arbeit mit den Onlinekursen vorbereitet.

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Kann ich mich auf Geschwindigkeitsanzeige FritzBox verlassen?
Hallo zusammen, erstmal herzlichen Dank für die Leute, die sich Zeit nehmen Fragen zu beantworten oder ihre Erfahrungen mit anderen teilen. Das ist oft hlifreich, wenn man sich nicht so auskennt. Ich hoffe, dass mir jemand weiterhelfen kann. Die Telekom hat hier nach langer und ersehnter Zeit schnelle Leitungen verlegt. Mitarbeiter waren auch zu Besuch da und auch nett:-) Sie wollten ja auch, dass ich von 1und1 wieder zurück wechsel. Das ist für mich in Ordnung und gehört zum Wettbewerb. Da jedoch die Mitarbeiter mir sagten, dass die Telekom für paar Jahre das Vorrecht hätte, könnte ich schnelles Internet nur über Telekom beziehen. Sprich entweder Telekom und schnelles Internet oder langsames Internet. Da habe ich im Internet recherchiert und rausgefunden, dass das so nicht mehr stimmt. Das war der Grund, warum ich dann bei 1und1 DSL100 abgeschlossen habe, da man mir am Telefon gesagt, dass es ohne Probleme möglich wäre. Nun ist es jedoch so, dass wir gar nicht so merken, dass unser Internet schneller ist. Gerade in der oberen Etage kann man nicht ohne Router surfen oder Sky über Internet Fernsehen. Nun meine Frage: Bei der Fritzbox wird es jedoch angezeigt. Kann ich mich drauf verlassen? Oder wie macht ihr eure Messungen? Ich weiss, dass es Software gibt, aber der feste Rechner ist bereits alt und hat einen alten Internet Explorer drauf. Wenn ich mit einem Laptop im Wlan mich reinhänge, wird sicher die Geschwindigkeit sowieso niedriger und nicht verwertbar sein, oder? Vielen Dank für die Antworten.