Online-Museum Auf dem Bildschirm statt in der Vitrine


Erstmals bietet ein Museum seine komplette Sammlung auch interaktiv im Datennetz an. Die 'Karlsruher Türkenbeute' lädt ein zum virtuellen Streifzug durch das Osmanische Reich.

Ein einzigartiges "virtuelles Museum" ist in Karlsruhe eröffnet worden. Das Pilotprojekt wurde vom Badischen Landesmuseum und vom Zentrum für Kunst und Medientechnologie (ZKM) entwickelt. Nach Angaben der Verantwortlichen steht damit weltweit zum ersten Mal eine komplette Museumssammlung zur interaktiven Nutzung im Datennetz.

150 Exponate der 'Karlsruher Türkenbeute' wurden mit ausgeklügelten Techniken fotografiert. Auf der Website können die digitalen Ojekte der Sammlung mit Kunst und Kunsthandwerk aus dem osmanischen Reich dreidimensional gedreht und gezoomt werden. Viele Informationen und Erklärtexte rund um das Osmanische Reich, seine Kunst und Geschichte ergänzen das Angebot. Auch für Archive, HIntergrundinformationen und Downloads ist gesorgt. Im Chatroom können sich virtuelle Besucher austauschen. "Wir sind Zeuge eines historischen Moments", sagte der ZKM-Direktor Peter Weibel. Kaum ein Museum werde sich der neuen Entwicklung auf Dauer entziehen können.

Die Landesstiftung Baden-Württemberg finanzierte die mediale Aufbereitung mit 750 000 Euro. Zunächst ist das Internet-Angebot kostenlos. Ob es dabei bleibt, steht noch nicht fest. Das virtuelle Museum soll den Besuchern Einblicke bieten, die im echten Museum - bei Objekten in abgedunkelten Vitrinen nicht möglich sind. Außerdem soll die Datenbank ständig erweitert werden. Für Kinder wurde ein virtuelle Reise durch das Istanbul des 18. Jahrhunderts entwickelt - einschließlich Kinderführer und Rätsel.

DPA

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